Euro stagniert – Fed-Senkung in Sicht, Brüssel bleibt stumm

Währung im Wartesaal
Der Euro verharrt bei 1,1540 US-Dollar, ohne erkennbare Richtung. Die EZB fixierte den Referenzkurs exakt auf diesem Niveau – ein klares Zeichen, dass weder Frankfurt noch Brüssel derzeit Impulse setzen wollen. Der Dollar notiert bei 0,8665 Euro, beide Währungen laufen im Leerlauf.
Öl und Hormus: das übliche Theater
Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus sorgen für Schlagzeilen, nicht aber für nachhaltige Preisbewegungen. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif spricht von einer möglichen Einigung zwischen Washington und Teheran – doch derartige Ankündigungen haben sich in der Vergangenheit meist als leere Versprechen entpuppt.
Die Ölpreise gaben ihre anfänglichen Zuschläge wieder ab. Am Devisenmarkt blieben die Ausschläge überschaubar. Händler behandeln geopolitische Risiken offenbar als Hintergrundgeräusch, nicht als Handelsgrundlage.
Fed-Daten und die alte Leier
Am Dienstag fehlten neue Konjunkturzahlen. Der Markt richtet seinen Blick auf die US-Verbraucherpreise für Juli, die am Mittwoch erwartet werden. Analysten kalkulieren mit einem leichten Rückgang der Inflationsrate auf 3,4 Prozent.
Nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag hat die Helaba die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed deutlich nach unten korrigiert. Eine Lockerung der amerikanischen Geldpolitik gilt inzwischen als wahrscheinlich – während die EZB weiter auf ihren starren Kurs setzt.
Weitere Kurse
Die EZB veröffentlichte weitere Referenzkurse: Ein Euro kostete 0,85483 britische Pfund, 183,72 japanische Yen und 0,9351 Schweizer Franken. Die Feinunze Gold schloss bei 4.384 Dollar – sechs Dollar unter dem Vortag.
Was wirklich zählt
Solange die EZB an ihrer geldpolitischen Orthodoxie festhält und Brüssel keine echten Reformen wagt, wird der Euro weiter im Seitwärtstrend gefangen bleiben. Der Steuerzahler trägt die Kosten dieser Untätigkeit – und die Systempresse spricht lieber über Hormus als über die realen Verwerfungen in Europa.

