EU will Cent-Münzen abschaffen: Kann das Klimpergeld wirklich weg?

Mancher Geldbeutel schwillt regelmäßig kräftig an, weil sich die Kupfermünzen darin sammeln. Dann hilft irgendwann nur noch eines: eine vollständige Entleerung – und ab mit den Cents in den Zählautomaten der Bank. Aber auch Leute, die das Klimpergeld tatsächlich noch beim Bezahlen herauskramen, sind nicht unbedingt begeistert von den krummen Summen in den Geschäften. Wie wäre es, die Preise zu begradigen und das Kupfergeld abzuschaffen?

Volles Portemonnaie – und trotzdem kaum Geld?

Wangerooge will seit Ende 2019 keine Kupfermünzen mehr

Die EU-Kommission zieht im Augenblick genau das in Betracht: die Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen. In einigen Ländern der EU befinden sich die Kupferlinge ohnehin nicht mehr im Umlauf, in Deutschland jedoch hält man noch an ihnen fest. Italien, Irland, die Niederlande und Finnland haben sie schon verbannt, hier gilt es, immer auf die nächsten fünf Cents zu runden. Belgische Händler haben die Option, zu runden und ihre Kunden schriftlich darauf hinzuweisen – die Centstücke sind aber in diesem Land weiterhin unterwegs. Die Insel Wangerooge hat sich eingehakt und möchte seit Ende letzten Jahres auch lieber keine 1er und 2er mehr, vor allem deshalb, weil das Einfliegen der schweren Münzen so teuer ist.

Nur ein Viertel der Münzen befinden sich im Umlauf

Insgesamt kursieren knapp 37 Millionen der kleinen Geldstücke im Euroraum, damit kommt keine andere Münze häufiger vor als sie. Ungefähr ein Viertel von ihnen befindet sich tatsächlich in Nutzung, die anderen drei Viertel liegen irgendwo herum. Dafür sind die Mini-Taler allerdings ziemlich teuer: Die 1-Cent-Münze kostet ungefähr 1,7 Cent in der Herstellung, und auch die 2-Cent-Münze ist teurer als ihr Nennwert. Nun müssen die Kupferstücke aber nach der Prägung noch transportiert werden, was weitere Kosten aufwirft.

Viele Verkäufer wissen die Existenz der Cent-Münzen hauptsächlich deshalb zu schätzen, weil sich dadurch psychologisch attraktive Preise gestalten lassen. Wer zahlt schon nicht lieber 3,99 Euro statt 4,00 Euro für ein Produkt? Kunden halten die Zahl vor dem Komma häufig für sehr viel wichtiger als die Nachkommastellen. Den Kunden kommt diese Trickserei jedoch eher weniger zugute.

Was meint ihr: Möchtet ihr lieber auf die kleinen Kupfermünzen verzichten oder haltet ihr sie für unverzichtbar?

Quelle: galileo.tv

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[trendsderzukunft.de] · 15.02.2020 · 09:04 Uhr
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