Ethereum: Unterwasser-Angebot erreicht Niveau der Post-FTX-Kapitulation

Der jüngste Rückgang von Ethereum hat dazu geführt, dass ein erheblicher Teil des ETH-Angebots wieder unter Wasser liegt. Daten von Glassnode zeigen, dass das Angebot, das mit einem nicht realisierten Verlust gehalten wird, nahe den Niveaus liegt, die zuletzt während der Kapitulationsphase nach dem FTX-Zusammenbruch zu beobachten waren.
Wichtige Punkte
- Das von Glassnode erfasste ETH-Angebot im Verlust wird als Kapitulationssignal beobachtet.
- Der aktuelle Stand wird mit der schwierigen Phase nach dem FTX-Zusammenbruch im November 2022 verglichen.
- Ein hohes Unterwasser-Angebot garantiert keine Erholung, kann aber auf eine Erschöpfung der Verkäufer hinweisen.
- ETH-Bullen benötigen eine Preisbestätigung, bevor sie das aktuelle Szenario als dauerhaften Boden betrachten.
Fokus auf Ethereum-Angebot im Verlust
Der entscheidende Datenpunkt ist das von Glassnode erfasste ETH-Angebot im Verlust, das die Menge an Ethereum verfolgt, die unter ihrem On-Chain-Kostenbasis gehalten wird. Ein starker Anstieg dieses Wertes bedeutet, dass mehr Coins mit einem nicht realisierten Verlust gehalten werden, oft nach einem starken Marktrückgang.
Diese Entwicklung ist für Händler wichtig, die beobachten, ob Ethereum in eine weitere Kapitulationsphase eintritt. Der Vergleich mit der Zeit nach dem FTX-Zusammenbruch ist besonders sensibel, da der November 2022 eine der härtesten Stimmungsänderungen in der jüngeren Krypto-Geschichte markierte. Damals führten erzwungene Verkäufe, Angst vor Börsen und weit verbreitete Verluste der Anleger zu einem schmerzhaften, aber letztlich wichtigen Marktgrund.
Bedeutung des Unterwasser-Angebots
Das Angebot im Verlust ist kein magischer Indikator für einen Boden. Es zeigt nicht, dass ETH sofort wieder steigen muss, und es beseitigt auch nicht makroökonomische Risiken. Es kann jedoch das Ausmaß des bereits im Markt eingebetteten Schmerzes aufzeigen. Wenn ein großer Teil der Inhaber unter Wasser ist, können zwei Dinge passieren: Schwächere Hände verkaufen weiter unter Druck, oder die Verkäufer sind erschöpft, weil ein Großteil des spekulativen Überschusses bereits beseitigt wurde.
Deshalb sind On-Chain-Metriken am nützlichsten, wenn sie mit der Preisstruktur kombiniert werden. Wenn Ethereum beginnt, wichtige Niveaus zurückzuerobern, während das Angebot im Verlust hoch bleibt, kann dies auf eine Akkumulation hindeuten. Wenn der Preis weiter fällt, bestätigt dieselbe Datenlage lediglich, dass der Stress sich weiter ausbreitet.
Vorsichtiger Vergleich mit der Post-FTX-Phase
Der Vergleich mit der Post-FTX-Phase ist emotional stark, da diese Zeit zu einem bedeutenden Markttief führte. Es wäre jedoch zu einfach zu sagen, dass dasselbe erneut passieren muss. Die Marktstruktur von Ethereum ist jetzt anders, die Liquiditätsbedingungen haben sich verändert und die institutionelle Beteiligung an Krypto hat sich gewandelt.
Die nützlichere Erkenntnis ist, dass ETH sich erneut in einer Zone befindet, in der langfristige Investoren möglicherweise genauer hinsehen. Ein hohes Unterwasser-Angebot kann kurzfristig schlechte Stimmung erzeugen, aber es kann auch weniger Raum für Panik lassen, wenn die fragilsten Inhaber bereits kapituliert haben.
Worauf Händler als Nächstes achten
Für Händler wird die nächste Bestätigung vom Preis kommen, nicht allein von der Metrik. ETH muss sich stabilisieren, verlorene Unterstützung zurückgewinnen und eine stärkere Nachfrage am Spotmarkt zeigen, bevor das Signal des Unterwasser-Angebots konstruktiver wird. Bis dahin sollte die Datenlage eher als Stressindikator denn als eigenständiges Kaufsignal betrachtet werden.
Dennoch ist dies die Art von On-Chain-Szenario, die von Bedeutung ist. Wenn der Markt düster aussieht und ein großer Teil des Angebots unter Wasser ist, sagt die nächste Bewegung oft viel darüber aus, ob die Anleger noch verteilen oder ob sich ein stabilerer Boden zu bilden beginnt.

