Estlands Verteidigungsminister Pevkur tritt zurück – 70 Millionen Euro für Ukraine-Munition versenkt
Ein Minister geht – das Geld bleibt weg
Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur räumt seinen Posten, nachdem der estnische Rechnungshof schwere Mängel im Finanzmanagement des Verteidigungssektors aufgedeckt hat. Der Politiker der Reformpartei übernimmt die politische Verantwortung für die Versäumnisse. Pevkur selbst betont in sozialen Medien, Estland sei besser geschützt als je zuvor.
Die Fakten sprechen eine andere Sprache.
70 Millionen Euro – ohne Munition, ohne Rückgabe
Estland zahlte 70 Millionen Euro Vorkasse an eine indische Firma, die nie zuvor Geschosse verkauft hatte. Weder Estland noch die Ukraine haben die Artilleriegranaten erhalten. Der Fall liegt nun vor Gericht. Der Rechnungshof hatte bereits ein Jahr zuvor ähnliche Kontrollprobleme festgestellt und das Risiko des Missbrauchs staatlicher Gelder deutlich erhöht.
Ein Staat, der sich verteidigen muss
Estland hat 1,2 Millionen Einwohner und grenzt direkt an Russland. Die Regierung in Tallinn gilt als enger Unterstützer der Ukraine. Doch die Beschaffungspannen zeigen, wie schnell Steuergelder verschwinden, wenn staatliche Kontrolle versagt. Der Minister geht – die Frage nach Verantwortung und Rückforderung bleibt offen.
Die Kosten trägt der Steuerzahler
70 Millionen Euro Vorkasse ohne Gegenleistung – das ist kein Einzelfall, sondern das Ergebnis systematischer Kontrollschwäche. Pevkur räumt den Platz, die Steuerzahler bleiben auf den Kosten sitzen. Ein neuer Minister wird gesucht – die gleichen Strukturen bleiben bestehen.

