Erstmalig in Europa: Krefelder Firma Accurec gewinnt Lithium aus Altbatterien

Rohstoffe spielen für die Zukunft der deutschen Autoindustrie eine immer wichtigere Rolle. Denn für die Produktion der benötigten Batterien werden unter anderem große Mengen an Lithium benötigt. Schätzungen gehen davon aus, dass die jährliche Nachfrage bis zum Jahr 2030 auf bis zu 550.000 Tonnen pro Jahr steigen könnte. Zur Einordnung: Aktuell liegt die jährliche Produktion bei 90.000 Tonnen. Zwar haben zahlreiche Länder angekündigt, den Abbau ausweiten zu wollen. Doch auch so erwarten Experten noch eine erhebliche Differenz zwischen Angebot und Nachfrage. Teilweise wird daher darüber nachgedacht, Lithium aus unkonventionellen Quellen in Deutschland zu gewinnen. So wird darüber nachgedacht, dass Geothermie-Wasser im Oberrhein-Graben entsprechend zu nutzen. Auch Grubenwasser und Fracking-Abwässer könnten als Rohstoffquelle dienen. Perspektivisch muss aber auch noch ein weiteres Thema in den Fokus rücken: Das Recycling von alten Batterien.

Bild: Mondalor [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Rund die Hälfte des alten Lithiums kann zurückgewonnen werden

Hier hat die Krefelder Firma Accurec nun einen wichtigen Fortschritt erzielt. Als erstes Unternehmen in Europa haben sie eine fertige Anlage entwickelt, bei der aus alten Batterien von Elektroautos, Smartphones oder Haushaltsgeräten nicht nur Cobalt und Nickel, sondern auch Lithium zurückgewonnen werden kann. Insgesamt können dort zukünftig bis zu 4.000 Tonnen an Altbatterien pro Jahr recycelt werden. Rund die Hälfte des zuvor verarbeiteten Lithiums kann so wieder nutzbar gemacht werden. Zukünftig könnte dieser Wert sogar auf bis zu achtzig Prozent steigen. Das dafür entwickelte Verfahren baut auf den bisher gängigen Prozessen auf. So wird zunächst die sogenannte Schwarzmasse von den festen Strukturen aus Aluminium, Stahl und Aluminium getrennt. Nach der Rückgewinnung von Cobalt und Nickel kommt dann noch ein hydrometallurgischer Prozess zum Einsatz, um auch noch das Lithium zu separieren. Auf diese Weise kann ein Reinheitsgrad zwischen 98 und 99 Prozent erreicht werden.

Andere Unternehmen haben bereits ähnliche Pläne veröffentlicht

Dies reicht noch nicht ganz aus, um das Leichtmetall sofort weiter zu verarbeiten. Die noch nötige Aufbereitung ist aber vergleichsweise einfach möglich. Noch allerdings gibt es nur recht wenige alte Elektroautobatterien, die bereits recycelt werden können. Bis zum Jahr 2030 dürfte das größte Potenzial daher von alten Haushaltsbatterien stammen. Perspektivisch gehen Experten allerdings davon aus, dass rund 95 Prozent der Schlüsselrohstoffe per Recycling gewonnen werden können. Folgerichtig haben auch zahlreiche deutsche Autobauer angekündigt, alte Batterien wiederverwerten zu wollen. Bisher existiert hier aber lediglich eine Pilotanlage bei VW in Salzgitter. Lange dürfte Accurec aber nicht der einzige Anbieter in Europa bleiben, der Lithium erfolgreich im industriellen Maßstab recycelt. Denn auch Größen aus anderen Branchen wie Umicore und BASF haben bereits entsprechende Pläne veröffentlicht. Im Idealfall muss dann zukünftig deutlich weniger Lithium importiert werden.

Via: Handelsblatt

Technik / Lithium
09.12.2022 · 10:36 Uhr
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