Musik

Er entdeckte Whitney Houston: Musikproduzent Clive Davis tot

22. Juni 2026, 20:15 Uhr · Quelle: dpa
Clive Davis
Foto: Greg Allen/Invision via AP/dpa
Der Musikproduzent ist im Alter von 94 Jahren gestorben. (Archivbild)
Stars wie Janis Joplin, Santana, Bruce Springsteen, Billy Joel und Whitney Houston hat Clive Davis zu Mega-Karrieren verholfen. Jetzt ist der legendäre Musikproduzent im Alter von 94 Jahren gestorben.

New York (dpa) - Der legendäre Musikproduzent Clive Davis, der Stars wie Whitney Houston und Barry Manilow entdeckte, ist tot. Davis sei im Alter von 94 Jahren in New York «friedlich im Kreise seiner Familie und Liebsten an einer altersbedingten Krankheit» gestorben, hieß es in einer Mitteilung seiner Familie, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zuvor war der Musikproduzent Medienberichten zufolge mit Atemwegsproblemen in einem Krankenhaus gewesen.

«Wir feiern heute nicht nur eine alles überragende Figur, deren Einfluss die Musik für immer verändert hat, sondern auch den Mann, der unsere Familie mit Anmut, Großzügigkeit und Freundlichkeit angeführt hat», teilte die Familie von Davis mit. «Wir werden ihn sehr vermissen, für immer schätzen und unsere Liebe für ihn den Rest unserer Leben mit uns tragen.»

Davis prägte Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte mit

Neben Houston und Manilow förderte Davis auch Stars und Bands wie Janis Joplin, Santana, Bruce Springsteen, Billy Joel, Pink Floyd, Patti Smith, Alicia Keys und Aerosmith - und prägte damit die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte entscheidend mit. Zu seinem 90. Geburtstag hatte sich der Produzent selbst noch eine riesige Party in New York mit Dutzenden Stargästen und eine Mini-Dokuserie geschenkt. Ansonsten hatte er sich aber bereits weitgehend aus der Öffentlichkeit herausgezogen. 

Davis habe sein Leben verändert, als er ihm einen Plattenvertrag angeboten habe, schrieb Springsteen bei Instagram. «Er hat mich mit demselben Respekt und derselben Freundlichkeit behandelt als ich ein 22-jähriger Niemand war wie nach all meinen Erfolgen. Ein großartiger Mann.» 

Davis musste sich das College selbst verdienen

Geboren wurde der Produzent 1932 im New Yorker Stadtteil Brooklyn in eine jüdische Familie hinein. Seine Eltern starben kurz nacheinander, als Davis gerade ins College gekommen war. «Ich hatte dann noch 4.000 Dollar, um durch das College und das Jura-Studium zu kommen», sagte der Star-Produzent einmal in einem Interview. Um Stipendien zu bekommen, musste Davis seinen Notendurchschnitt hoch halten. «Das hat mir eine gute Arbeitsmoral eingebracht.»

Nach dem Abschluss arbeitete er als Anwalt und kam schließlich zur Musik-Firma Columbia, bevor er mehrere eigene Labels gründete. Der mehrfache Grammy-Gewinner ist seit dem Jahr 2000 auch Mitglied der Ruhmeshalle des Rock and Roll. Privat scheiterten zwei Ehen, aus denen Davis vier Kinder hat. In seiner 2013 erschienenen Autobiografie «The Soundtrack of My Life» bekannte sich Davis zu seiner Bisexualität. «Erst im mittleren Alter, nach zwei gescheiterten Ehen, habe ich - wenn es um Beziehungen ging - über das Geschlecht hinaus geschaut.»

Davis: Whitney Houston war «stimmliches Genie»

Eine seiner bedeutendsten beruflichen Entdeckungen sei Whitney Houston gewesen, sagt Davis im Rückblick. «Wir hatten eine sehr enge berufliche Beziehung von dem Zeitpunkt im Jahr 1983 an, an dem ich sie entdeckt habe. (...) Sie war ein stimmliches Genie. Sie konnte einen Song transformieren und völlig anders machen.» 2022 erschein mit «I Wanna Dance with Somebody» ein unter anderem von Davis produzierter Film über die 2012 gestorbene Sängerin.

Er vermisse Houston sehr, ebenso wie die 2018 gestorbene Sängerin Aretha Franklin, sagte Davis. «Sie und ich wurden sehr gute Freunde. Wir sind zusammen essen gegangen und haben über das Leben geredet. Sie hat nie zugegeben, dass sie unheilbar krank war. Bis ein paar Wochen vor ihrem Tod haben wir noch gequatscht.»

Am meisten hörte Davis die Musik von Bruce Springsteen

Am meisten höre er aber die Musik von Bruce Springsteen. «Ich liebe alles von Springsteen. Von dem Moment, in dem er seinen Vertrag unterschrieben hat, bis zu seinen Broadway-Auftritten - ich habe ihn ein Leben lang beobachtet.»

An seinem Leben habe er «alles geliebt», sagte Davis vor wenigen Jahren dem «Rolling Stone». «In die Platten-Branche zu gehen und mein Leben der Musik zu verschreiben, war unglaublich erfüllend und befriedigend in jeder Hinsicht.»

Musik / Leute / USA / Whitney Houston / Bruce Springsteen / Columbia Records / Grammy
22.06.2026 · 20:15 Uhr
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