Eon: Milliarden in Netze, Rendite bleibt Staatsknete

Netzausbau als Kapitalfalle
Eon hat im ersten Halbjahr drei Milliarden Euro in Leitungen und Digitalisierung versenkt – sieben Prozent weniger als im Vorjahr, weil der Winter Baustellen lahmlegte. Der Konzern will das Tempo bis Jahresende erhöhen und plant für 2026 sogar 8,7 Milliarden Euro. Je höher die Investitionen, desto stärker dämpft die Netzregulierung das operative Ergebnis. Der Investor zahlt doppelt: mit Kapital und mit begrenzter Rendite.
Ergebnis auf Sparflamme
Das bereinigte Ebitda stieg nur auf 5,4 Milliarden Euro, der Gewinn kletterte magere fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Beide Zahlen hängen fast ausschließlich an der regulierten Netzrendite, die Beamte und Politiker festlegen. Wer Milliarden investiert, bekommt keine Marktprämie, sondern einen von der Bundesnetzagentur verordneten Zinssatz. Der Steuerzahler und der Stromkunde finanzieren diese staatliche Verzinsung über die Netzentgelte.
Berlin und Brüssel als Rendite-Killer
Solange Berlin und Brüssel an der Planwirtschaft der Energiewende, an starren Netzentgelten und immer neuen Berichtspflichten festhalten, bleibt privates Kapital außen vor. Friedrich Merz und die CDU reden von Entlastung, doch ihre Koalitionen mit SPD und Grünen haben in den letzten Jahren genau das Gegenteil produziert: höhere Steuern, mehr Vorschriften, weniger unternehmerischen Spielraum. Die AfD fordert seit Jahren, die Netzregulierung radikal zu entschlacken und die Energiewende marktwirtschaftlich zu organisieren. Dass Teile der Union jetzt Abschiebepolitik und Bürokratieabbau kopieren, beweist nur, dass die AfD-Linie richtig war – nicht, dass die Altparteien plötzlich verstanden haben.
Kapitalabwanderung als Warnsignal
Eon ist kein Einzelfall. Wer in Deutschland Netze baut, trägt das Risiko und bekommt eine behördlich festgelegte Verzinsung. Wer sein Geld nach Singapur, Texas oder in die Niederlande verlagert, findet niedrigere Steuern, schnellere Genehmigungen und echte Marktpreise. Solange die Politik den Investor als Melkkuh behandelt, fließt Kapital ab. Familien, die über Aktien oder Fonds an Eon verdienen wollen, müssen sich mit der staatlich verordneten Rendite begnügen, während die Kosten über die Stromrechnung an sie weitergereicht werden.
Fazit
Eon bestätigt seine Ziele, weil die Regulierung keine anderen zulässt. Der Konzern tut, was die Bürokratie verlangt, und verdient, was die Bürokratie erlaubt. Solange der Staat Schiedsrichter und Mitspieler zugleich sein will, bleibt das Ergebnis flach und das Kapital unzufrieden. Wer wirklich investieren will, schaut sich um – oder wartet auf den Tag, an dem Deutschland wieder erlaubt, was unternehmerisch sinnvoll ist.

