E.ON-Aktie verliert schlussendlich: E.ON erleidet Gewinnrückgang

Der Energiekonzern E.ON ist weiter stark von den hohen Strompreisen beeinflusst.
Diese sorgen für positivere Erwartungen im Nicht-Kerngeschäft, sowie hohe Umsätze auf Konzernebene, drücken aber auch aufs operative Ergebnis. Anders als im Auftaktquartal konnte E.ON nun bereits einen Teil seiner gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben. Im Ergebnis werde dies jedoch erst vollständig in der zweiten Hälfte des Jahres sichtbar werden, teilte der DAX-Konzern am Mittwoch in Essen mit. Konzernchef Leonhard Birnbaum nannte es insgesamt "ein solides Halbjahresergebnis".

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber Ebitda) ging um 15 Prozent zurück auf 4,1 Milliarden Euro, zumal der Vorjahreszeitraum von positiven Sondereffekten beeinflusst war. Der bereinigte Konzernüberschuss sank um ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Euro. In seinen Kerngeschäftsfeldern bestätigte E.ON seine Jahresprognose. Im Nicht-Kerngeschäft erwartet das Management dank der gestiegenen Energiepreise jetzt 200 Millionen Euro mehr und hob die Spanne für das bereinigte operative Ergebnis auf 0,8 bis 1 Milliarde Euro.

In dem Bereich bündelt E.ON den Rückbau der deutschen Kernkraftwerke, die von der Einheit Preussenelektra gesteuert werden, sowie das Erzeugungsgeschäft in der Türkei.

E.ON rechnet mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen

Deutschlands größter Energieversorger E.ON rechnet mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen für Endkunden. Preisdruck herrsche in allen Märkten, sagte Finanzvorstand Marc Spieker am Mittwoch in Essen. "Das einzige, was sich unterscheidet, ist, wie schnell werden diese Preissteigerungen dann umgesetzt." Dass sie am Ende dann kommen müssten, stehe außer Frage.

E.ON hatte im März angekündigt, die Preise anzuheben und dies mit stark gestiegenen Großhandelspreisen für Energie begründet. "In Deutschland wurde der Großteil dieser Preiserhöhungen bereits durchgeführt oder angekündigt", sagte Spieker.

E.ON-Vorstandschef Leonhard Birnbaum nannte als Beispiel für einen Preisanstieg bei Erdgas für Nordrhein-Westfalen eine durchschnittliche Anhebung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wann es eine nächste Erhöhung gebe, sei Spekulation. Dies hänge etwa von der Preisentwicklung im Großhandel, von der Nachfrage und von der Höhe der von der Bundesregierung geplanten Gasumlage ab.

Bei Strom habe der Preisanstieg für E.ON-Kunden in Nordrhein-Westfalen bei 17 Prozent gelegen, was jedoch durch den Wegfall der EEG-Umlage zum 1. Juli kompensiert worden sei. Die Zusatzbelastung in den Energiekosten sei fast ausschließlich gasgetrieben, sagte Birnbaum.

Der Manager betonte, dass man einen deutlichen Anstieg der Strompreise im Großhandel gesehen habe. "Wenn dieser Anstieg dauerhaft bleiben würde, dann müssten wir natürlich auch auf der Stromseite noch weitere deutliche Anpassungen erwarten im nächsten Jahr."

E.ON bestätigt Prognose

Der Energiekonzern E.ON hat nach dem ersten Halbjahr seine Prognose bestätigt.

Der Konzern erwarte für 2022 weiterhin ein bereinigtes Ebitda von 7,6 bis 7,8 Milliarden Euro nach zuletzt 7,9 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Im ersten Halbjahr sei das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 15 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro geschrumpft. Belastend hätten sich die höheren Beschaffungskosten ausgewirkt.

So reagiert die E.ON-Aktie

Die Aktien von E.ON haben die soliden Quartalszahlen des Energiekonzerns am Mittwoch schwächer aufgenommen. Die E.ON-Aktie wechselte im XETRA-Geschäft mehrfach die Richtung. Zum Handelsende verlor die Aktie 2,34 Prozent auf 8,95 Euro. Seit dem Jahrestief von 7,716 Euro von Anfang Juli ging es für die Anteilsscheine der Essener inzwischen aber immerhin um rund ein Fünftel nach oben.

Dagegen waren die Papiere des Konkurrenten RWE mit plus 0,9 Prozent auf 42,71 Euro gefragter und gehörten zu den Top-Werten im Dax. Der Energieversorger wird an diesem Donnerstag seine detaillierten Kennziffern für das zweite Quartal präsentieren. Vor rund zwei Wochen hatten die Essener Eckdaten vorgelegt und ihre Jahresziele angehoben.

Bei Eon fiel der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im zweiten Quartal um 15 Prozent, auch weil der Vorjahreszeitraum von positiven Sondereffekten beeinflusst war. Den größten Anteil trug das Netzgeschäft bei, das jedoch durch milderes Wetter und höhere Kosten für Netzverluste belastet wurde. Konzernchef Leonhard Birnbaum sprach von einem insgesamt soliden Halbjahresergebnis. In seinen Kerngeschäftsfeldern bestätigte der Konzern seine Jahresziele. Im Nicht-Kerngeschäft erwartet das Management dank der gestiegenen Energiepreise nun ein um 200 Millionen Euro höheres operatives Ergebnis.

Analysten äußerten sich zufrieden. Die Zahlen stimmten zuversichtlich, schrieb Vincent Ayral von der US-Bank JPMorgan. Sein Kollege Alberto Gandolfi von der US-Investmentbank Goldman Sachs betonte, dass E.ON die Erwartungen solide übertroffen habe. Er lobte zudem die gesunkene Nettoverschuldung und erwartet, dass sich die beschlossene Gasumlage positiv auf E.ON auswirken wird.

E.ON signalisiert Gesprächsbereitschaft in Sachen Laufzeitverlängerung

Der Energiekonzern E.ON hat sich zurückhaltend zur Frage eines Weiterbetriebs seines Atomkraftwerks Isar in Niederbayern geäußert, gleichzeitig aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Bundesregierung habe sich zu Beginn des Ukrainekrieges klar gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken in Deutschland ausgesprochen, sagte Eon-Finanzvorstand Mark Spieker am Mittwoch in Essen. "Damit hat sie eine politische Abwägungsentscheidung getroffen, auf diese Option nicht zurückgreifen zu wollen. Diese Entscheidung respektieren wir."

Seit Jahren bereite E.ON sich technisch und organisatorisch auf die Stilllegung und den Rückbau der Kernkraftwerke vor. "Sollte die Bundesregierung im Rahmen des laufenden Stresstests zu einer Neubewertung der Lage kommen, dann sind wir zu Gesprächen bereit", sagte Spieker weiter.

Der E.ON-Vorstandsvorsitzende Leonhard Birnbaum betonte, dass die Planung den Stillstand vorsehe. "Wir haben keine Planung für einen Weiterbetrieb in welcher Art auch immer. Wir kennen auch die Randbedingungen eines solchen Weiterbetriebes nicht. Explizit: Wir haben dazu keine Zahlen, wir haben auch keine Rechnungen gemacht."

Mit Isar betreibt E.ON eines der drei noch laufenden Kernkraftwerke in Deutschland. Im ersten Halbjahr trug der Bereich Atomkraft mit 390 Millionen Euro zu 9,6 Prozent zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei. Im Vorjahreshalbjahr, als E.ON noch zwei weitere Atomkraftwerke betrieb, waren es laut Spieker noch rund 600 Millionen Euro mehr.

ESSEN (dpa-AFX) / Düsseldorf (Reuters)

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[finanzen.net] · 10.08.2022 · 17:46 Uhr
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