Energiedeal zwischen RWE und E.ON kurz vor Abschluss - Aktien legen zu

"Am kommenden Dienstag folgt der Schlussakkord", sagte RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am Freitag bei der RWE-Hauptversammlung. Dann werde der Geschäftsbereich erneuerbare Energien von der zerschlagenen RWE-Tochter innogy SE zu RWE zurückkommen.

E.ON SE und RWE hatten im März 2018 einen weit reichenden Austausch von Geschäftsfeldern vereinbart und dazu die RWE-Tochter Innogy unter sich aufgeteilt. E.ON übernahm die Energienetze und das Endkundengeschäft von Innogy und reichte zunächst die eigenen erneuerbaren Energien an RWE weiter. Zum Abschluss des Deals wechseln jetzt Windparks und Solaranlagen von Innogy und deren Mitarbeiter zu RWE.

RWE will mit eigener Gesellschaft bei Innogy-Übertragung Steuern sparen

RWE hat für die Abwicklung der innogy-Zerschlagung eine eigene Gesellschaft gegründet, um bei der Transaktion Steuern zu sparen. Bereits im Februar sei ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der GBV Vierunddreißigste Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH (GBV 34) als Organgesellschaft abgeschlossen worden, erklärte RWE-Finanzchef Markus Krebber anlässlich der virtuellen Hauptversammlung.

Es handle sich um eine "hundertprozentige Tochtergesellschaft der RWE AG, die bei der Abwicklung der Transaktion mit der E.ON SE als Transaktionsvehikel eingesetzt wurde". Positive und negative Ergebnisse könnten mit dem Konstrukt "auf Ebene der RWE AG verrechnet und steueroptimal berücksichtigt werden". Zudem könnten Gewinne der Gesellschaft "ohne zusätzliche Steuerbelastungen an die RWE AG abgeführt werden".

Da der DAX-Konzern alleiniger Gesellschafter der GBV 34 sei, sehe der Vertrag "keine Ausgleichszahlungen und keine Abfindungen für ausstehende Gesellschafter vor". Deshalb sei der Vertrag für RWE und für die Organgesellschaft "vorteilhaft", so Krebber.

Die E.ON SE und RWE hatten vor zwei Jahren einen bislang einmaligen Deal im Energiemarkt besiegelt, wonach die RWE-Tochter innogy SE zwischen beiden Konzernen aufgeteilt werden soll. RWE fokussiert sich dabei vor allem auf die Ökostromproduktion und den Großhandel, E.ON auf die Strom- und Gas-Verteilung sowie den Einzelhandel. Die EU-Kommission stimmte der Transaktion im September zu.

Bei der Zerschlagung hatte RWE die Tochter innogy zunächst an E.ON übertragen. Der zweite Schritt der Rückübertragung der aufgeteilten Vermögenswerte soll am Dienstag (30. Juni) erfolgen. Dann kommen Mitarbeiter sowie Anlagen der ehemaligen Konzerntochter innogy wieder zu RWE, darunter Windkraft- und Solaranlagen, Wasserkraft, Biomasse, Biogas und die Gasspeicher, erklärte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz laut Redetext zur Hauptversammlung.

Am Freitag ging es für die Aktien auf der Handelsplattform XETRA erst klar ins Plus, dann wechselten jedoch die Vorzeichen: E.ON gingen 0,35 Prozent schwächer bei 9,73 Euro aus dem Handel, während RWE mit 31,48 Euro zum Handelsende 1,31 Prozent weniger kosteten.

(dpa-AFX / Dow Jones)

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[finanzen.net] · 26.06.2020 · 17:33 Uhr
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