Ende der Friedensdividende: Experten warnen vor einem neuen atomaren Wettrüsten

Während des Kalten Kriegs investierten vor allem die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion massiv in immer mehr Atomwaffen. Allein die beiden Großmächte verfügten damals über mehr als 70.000 atomare Sprengköpfe. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs setzte dann zunächst die sogenannte Friedensdividende ein. Die atomare Abschreckung verlor an Bedeutung, weshalb alle Atommächte ihre Arsenale verkleinerten. Gefreut haben dürfte dies nicht zuletzt die Finanzminister der Staaten. Denn sie sparten durch die Abrüstung erhebliche Beträge ein. Inzwischen allerdings sorgen zwei parallel verlaufende Entwicklungen dafür, dass die Zeiten der Friedensdividende der Vergangenheit angehören: Zum einen haben die Spannungen weltweit wieder stark zugenommen. Zum anderen sind die atomaren Bestände ein wenig in die Jahre gekommen. Fast alle Atommächte investieren daher inzwischen in die Modernisierung ihres Arsenals. Die dafür nötigen Summen sind gewaltig.

Bild: Philippfrank777, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Die Vereinigten Staaten investieren das meiste Geld

So sprechen die Vereinigten Staaten von 15,6 Milliarden Dollar, die alleine dieses Jahr in die Erneuerung der Bestände und der dafür benötigten Infrastruktur investiert werden sollen. Die Experten der Anti-Atomwaffen-Kampagne Global Zero weisen zudem darauf hin, dass die Gesamtkosten für die atomare Abschreckung noch deutlich höher liegen. Bezieht man noch die Kosten für Wartung, Forschung und Personal mit ein, kommt man sogar auf jährliche Ausgaben in Höhe von 61,3 Milliarden Dollar. Die anderen beiden NATO-Partner mit eigenen Atomwaffen wollen ebenfalls stark investieren – wenn auch auf niedrigerem Niveau. So plant Großbritannien, die Zahl der atomaren Sprengköpfe von 215 auf 260 zu erhöhen. Dafür stehen rund 5,5 Milliarden Euro bereit. Frankreich wiederum will unter anderem die Flotte an Atom-U-Booten erneuern. Alle genannten Zahlen sind allerdings mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Denn in der Regel versuchen die Regierungen, die Ausgaben möglichst gering aussehen zu lassen.

Die Atommächte könnten die Welt theoretisch mehrmals zerstören

Auch die anderen Atommächte – etwa China und Russland – haben zahlreiche Modernisierungen und Neuanschaffungen angekündigt. Hier ist es aber noch schwerer an verlässliche Zahlen zu kommen. Eins ist aber klar: Sinken werden die Ausgaben auch in diesen Staaten in den nächsten Jahren nicht. Vom Ziel einer Welt ohne Atomwaffen ist man somit aktuell weit entfernt. Denn noch immer verfügen die Atommächte zusammen über rund 13.400 Sprengköpfe – was noch immer ausreicht, um die Welt mehrmals vollständig zu zerstören. Hinzu kommt: Die Staaten arbeiten an neuen und potentiell gefährlichen Weiterentwicklungen. So wird in Russland und den Vereinigten Staaten an sogenannten „Mini Nukes“ gearbeitet. Dabei handelt es sich um Atomwaffen, die nicht mehr ganze Gebiete zerstören, sondern gezielt gegen einzelne Ziele eingesetzt werden können. Somit könnten die Bomben auch bei konventionellen Kriegen zum Einsatz kommen. Eine strahlende und tödliche Zone entstünde aber auch so.

Via: Die Zeit

Technik / Militärausgaben
[trendsderzukunft.de] · 11.05.2021 · 08:10 Uhr
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