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Elektrifizierung: Warum Großbritannien reine Dieselloks verbieten will!

Die britische Regierung ist in Sachen Klimaschutz in vielen Bereichen schon deutlich weiter als die deutsche Politik. So sollen bereits ab dem Jahr 2025 alle Kohlekraftwerke des Landes geschlossen sein. Die Regierung hierzulande konnte sich bisher hingegen nicht auf ein Ausstiegsdatum für die Kohleenergie einigen – obwohl viele gute Gründe dafür sprechen. Ähnlich sieht es bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aus: Ab 2040 sind Neuzulassungen in Großbritannien verboten, während ähnliche Ideen in Deutschland lediglich diskutiert werden. Sorge bereitet den britischen Umweltschützern hingegen ausgerechnet der Schienenverkehr. Dieser gilt grundsätzlich als sehr klima- und umweltfreundlich. Die Bilanz verschlechtert sich aber massiv, wenn Dieselloks zum Einsatz kommen. Der britische Eisenbahnminister Jo Johnson verkündete daher nun: Reine Dieselloks sollen ab dem Jahr 2040 der Vergangenheit angehören.

Güterzüge haben eine deutlich bessere Klimabilanz, wenn sie mit dem Strom der Oberleitung fahren. Foto: LVT771 (Own work) [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Neue Vorgaben sollen die Firmen zu Investitionen bewegen

Es handelt sich keinesfalls um eine völlig unbedeutende Ankündigung. Denn aktuell fahren rund dreißig Prozent der Züge in Großbritannien ausschließlich mit Diesel. Seit dem Jahr 1990 sind im Schienenverkehr die Klimaemissionen nicht zuletzt deshalb um rund ein Drittel angestiegen. Zukünftig will der Minister bei der Ausschreibung von Strecken aber deutlich strengere Auflagen erlassen, so dass die Bahnbetreiber gezwungen werden, ihre Flotten zu modernisieren. Aber auch der Staat steht in der Pflicht. Denn ein Problem ist, dass viele Strecken in Großbritannien gar nicht elektrifiziert sind. Einige Ausbauprojekte wurden zuletzt zudem aus Kostengründen auf unbestimmte Zeit verschoben. Deshalb wirbt der Minister für eine Übergangslösung: Hybrid-Loks, die sofern möglich mit dem Strom aus der Oberleitung fahren – und andernfalls auf den Dieseltank zurückgreifen.

Der Wasserstoffantrieb könnte viele Probleme lösen

Ideal ist dies aber natürlich nicht. Langfristig setzt die britische Regierung daher auch auf eine andere Technologie: Den Wasserstoffantrieb. Dieser eignet sich grundsätzlich durchaus für die Nutzung in Zügen. So fährt in China bereits seit mehr als zwei Jahren eine entsprechende Stadtbahn, während in Deutschland der erste reguläre Zug mit Brennstoffzelle auf dem Dach getestet wird. Ganz unproblematisch ist die Technologie aber auch nicht. Zum einen sind auch dafür nicht unerhebliche Investitionen nötig. Zum anderen fehlen bisher Erfahrungswerte, was einen großflächigen Einsatz angeht. Und nicht zuletzt hängt die Klimabilanz davon ab, wie der Wasserstoff gewonnen wird. Der britische Eisenbahnminister verwies daher darauf, dass seine Regierung so viel Geld wie nie zuvor in Forschungsprojekte in diesem Bereich investiert.

Umwelt / Schienenverkehr
[trendsderzukunft.de] · 14.02.2018 · 08:09 Uhr
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