Ein Shooter mit Identitätskrise — Unsere Eindrücke zu Ghost Recon Breakpoint
 --- Die Ghost Recon-Serie weiß nicht mehr so recht, was sie eigentlich sein will. In unseren Eindrücken erfahrt ihr, was dabei herausgekommen ist. --- 

Was ist Ghost Recon Breakpoint?

Mit dem neuesten Ableger der Ghost Recon-Serie versucht Ubisoft das Inhaltspaket so umfangreich wie möglich zu gestalten. Als Anführer einer Spezialeinheit begebt ihr euch auf die Insel Auroa, um merkwürdige Vorkommnisse zu untersuchen. Dabei infiltriert ihr Basen, schließt Missionen ab und… lootet? Richtig, Ghost Recon Breakpoint schlägt mit seinem Lootsystem und einem Gearscore-System in eine ähnliche Schiene wie The Division. Kann das gut gehen?

Wie spielt es sich?

Ghost Recon Breakpoint ist ein Third-Person-Shooter, zum Zielen könnt ihr wahlweise in die Ego-Perspektive wechseln. Basen mit der Drohne auszuspähen, Gegner zu markieren und schließlich auszuschalten macht eine Menge Spaß. Bis die grenzenlose Dummheit der KI-Gegner einen dazu motiviert, einfach hereinzurennen und alles über den Haufen zu schießen. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sind die meisten Missionen mit dieser Taktik lächerlich einfach.

Eine weitere Mission benötigt deine Aufmerksamkeit

Du möchtest einen Schalldämpfer für deine Pistole? Wie wäre es mit einer weiteren Mission? Ghost Recon Breakpoint verkommt oftmals zu einer Sammlung von Freischaltmissionen. In der offenen Welt findet ihr öfter Informationen darüber, dass ihr an anderen Orten etwas finden könnt. Fraktionsmissionen, Hauptmissionen, Nebenmissionen, Level-Ups für euren Soldat, Level-Ups für eure Klasse, Level-Ups für den Battle Pass, es gibt immer eine neue Beschäftigung.

Welche Anpassungsmöglichkeiten gibt es?

Breakpoint gibt euch eine Menge Werkzeuge an die Hand, um euren Soldat und eure Spielweise nach euren Vorlieben zu gestalten. Dazu gehört nicht nur das Aussehen, sondern auch euer Arsenal, eure Fahrzeuge und passive, sowie aktive Fähigkeiten eurer Klasse, von denen es insgesamt vier gibt. Was nach guten Ansätzen klingt, kann in der Praxis vernachlässigt werden. Das Werkzeug, mit dem ihr Zäune aufmachen könnt? Funktioniert entweder nicht richtig, oder ist nicht nötig.

Die Sache mit der Immersion

Kaum eine offene Welt verprüht so viel Freiheits-Gefühl wie Auroa. Sie sieht so schön aus, dass es Spaß macht, mit Fahrzeugen einfach nur durch die Gegend zu fahren. Aber immer wieder werden wir von Ungereimtheiten herausgerissen. Eine Baseballkappe kann schonmal mehr Verteidigung bieten, als ein richtiger Helm. NPCs geben unpassene Kommentare, zeigen sich bei Regen völlig unbeeindruckt und wieso werden wir in einem feindlichen Fahrzeug sofort als Gegner erkannt? Wir sind doch einer von euch!

Kollaboriert Ubisoft mit Bethesda?

Der Zustand, in dem Ghost Recon Breakpoint zu Release ist, erinnert an ein Bethesda-Spiel. Eine schwache Haupthandlung, eine schöne offene Welt und jede Menge Bugs. Hier ein Überblick der Probleme, denen wir im Test begegnet sind: Performance-Probleme, Sekundenlange Standbilder, Fliegende Gegenstände, Loot, der im Boden verschwindet, NPCs, die in Wände rennen, KI-Gegner, die nicht durch Glaswände sehen können, Feststecken in der Vegetation, das Interface lässt sich nach ausblenden nicht mehr einblenden, oder andersherum, Clipping-Fehler und viele mehr.

Macht es trotzdem Spaß?

Ghost Recon Breakpoint ist ein bisschen wie Fastfood. Es macht eine Zeit lang Spaß, aber irgendwann muss sich jeder eingestehen, dass es nicht gesund ist. Im Kern steckt eine spaßige Spiel-Erfahrung, die leider durch Bugs und eine Menge kleinere Design-Fehler getrübt wird. Das Gearscore-System wird davon untergraben, dass jeder Kopftreffer ein toter Gegner ist und will nicht so recht zu einem Ghost Recon-Spiel passen. Zu jedem Aspekt, den es in Ghost Recon Breakpoint gibt, gibt es ein anderes Spiel, was es besser macht.

Games / Review / PC / PlayStation / Xbox / Ghost Recon Breakpoint
[game-dna.de] · 12.10.2019 · 12:46 Uhr
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