Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm aus den 1930ern als mögliches Modell für die aktuelle Krise

Durch die Lockdowns zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben Regierungen überall auf der Welt mit einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu kämpfen - vor diesem Hintergrund könnte die während der Großen Depression in den 1930er Jahren in den USA eingerichtete Work Projects Administration (WPA) ein Modell für 2020 und darüber hinaus sein, meint Kristina Hooper, Chief Global Market Strategist bei Invesco. Durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des WPA-Programms erhielten mehrere Millionen Menschen Arbeit in staatlichen Projekten.

Als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie haben die Notenbanken vieler Industrieländer die Geldschleusen geöffnet, um ihre jeweiligen Volkswirtschaften zu stützen. Hooper zufolge wird ihre akkommodierende Politik aber kaum nennenswert dazu beitragen, die Arbeitslosigkeit zu senken. In der Vergangenheit hätten sich fiskalpolitische Maßnahmen hier als wirkungsvoller erwiesen, da sie direkter wirkten als die Geld­politik.

"Fiskalpolitische Stimulusmaßnahmen, durch die Unternehmen auch in der Krise zahlungsfähig bleiben und so ihre Mitarbeiter weiter beschäftigen können, sind sicherlich am effektivsten", sagt sie. "Für diejenigen, die ihren Arbeitsplatz aber bereits verloren haben, kann ein Modell wie das der WPA die beste Lösung sein, zumal der Bedarf für Maßnahmen zur Verbesserung und Modernisierung von Infrastruktur in einigen entwickelten Staaten - einschließlich der USA - groß ist."

Die WPA habe die Arbeitslosen zwar nur temporär beschäftigt - ihre Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen hätten aber eine langfristig positive Wirkung erzielt und zur Schaffung neuer, dauerhafter Arbeitsplätze geführt. Wie Hooper erläutert, schufen die enormen, mithilfe der WPA-Arbeiter durchgeführten Infrastrukturmaßnahmen ein optimales Umfeld für ein bedeutendes Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft in den folgenden Jahrzehnten - und somit für einen zusätzlichen Beschäftigungsaufbau. "Infrastrukturausgaben sind die staatliche Form von Anlageinvestitionen und ermöglichen ein stärkeres Wachstum in der Zukunft", so Hooper.

Neben neuen Straßen und Straßenausbesserungen, neuen Brücken, neuen Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden sowie vielen Tausend Kilometern an Was­ser- und Abwasserleitungen ermöglichte die WPA Projekte wie den LaGuardia Airport in New York, das Griffith Observatory in Los Angeles und den Midway Airport in Chicago. Die WPA beschäftigte aber auch Künstler, Schriftsteller, Historiker und Archäologen, die wichtige geschichtswissenschaftliche und archäologische Projekte durchführten. Zu den weiteren bedeutenden WPA-Maßnahmen für das Allgemeinwohl gehörten die Katastrophen- und Wiederaufbauhilfe, wobei die rasche Entsendung geschulter WPA-Arbeiter in von Naturkatastrophen heimgesuchte Gebiete dazu beitrug, Leben zu retten und Schäden zu minimieren.

"Im aktuellen Umfeld, in dem Regierungen in aller Welt an ihrer weiteren fiskalpolitischen Reaktion auf diese Krise arbeiten, könnte sich ein Blick auf diese Fallstudie zur fiskalpolitisch gesteuerten Senkung der Arbeitslosigkeit lohnen", so die Chefstrategin von Invesco. "Staatliche Ausgabenprogramme, durch die direkt Arbeitsplätze geschaffen werden, sollten die Arbeitslosigkeit besonders deutlich senken können. Die Beschäftigung von Arbeitslosen in staatlichen Infrastrukturprojekten ist dafür ein gutes Beispiel."

Die WPA wurde 1935 gegründet, als sich die USA mitten in der Großen Depression befanden und die Arbeitslosenrate bei über 20% lag. In den acht Jahren ihres Bestehens beschäftigte die WPA mehr als 8 Millionen Menschen. Bis 1941 ging die Arbeitslosenrate auf 9,9% zurück. Arbeitslose konnten sich einfach bei der WPA bewerben und wurden dann gemäß ihrer Qualifikation in geeigneten Projekten eingesetzt. Nach Abschluss eines Projektes wurden sie zumeist direkt einem anderen Projekt zugewiesen. Unter den Arbeitslosen waren viele Fachkräfte unterschiedlicher Ausrichtung und gelernte Handwerker, die für eine Vielzahl von Projekten im ganzen Land eingesetzt werden konnten.

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Konjunktur/Wirtschaft
[finanzen.net] · 02.06.2020 · 10:38 Uhr
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