EA Sports FC 27: Ultimate Team sorgt erstmals für PEGI 16
Mit EA Sports FC 27 endet eine jahrelange Tradition. Erstmals erhält die Fußballsimulation in Europa eine PEGI-16-Freigabe statt der bisherigen PEGI-3-Einstufung. Verantwortlich dafür ist nicht etwa eine realistischere Gewaltdarstellung, neue Spielinhalte oder die Open World, sondern der Ultimate-Team-Modus mit seinen kostenpflichtigen „Lootboxen“.
Die Änderung folgt einer neuen Richtlinie der europäischen Altersfreigabe PEGI. Seit März 2026 gilt: Spiele mit bezahlten Zufallsbelohnungen, zu denen auch die Karten-Packs in Ultimate Team zählen, erhalten künftig standardmäßig mindestens eine PEGI-16-Einstufung. Damit reagiert PEGI auf die anhaltende Debatte über Lootboxen und deren mögliche Nähe zu Glücksspielmechaniken.
Deutschland geht einen anderen Weg
Für Spieler in Deutschland ändert sich dagegen zunächst weniger. Die USK bewertet Spiele weiterhin nach ihren eigenen Kriterien und hat keine pauschale Regel eingeführt, die Lootboxen automatisch zu einer höheren Altersfreigabe führen. Deshalb wird erwartet, dass EA Sports FC 27 hierzulande – wie schon der Vorgänger – eine USK-12-Freigabe erhält. Ausschlaggebend sind dabei unter anderem Kaufanreize, In-Game-Käufe und möglicher Handlungsdruck, nicht jedoch ein generelles Verbot von Lootboxen.
Für europäische Händler hat die PEGI-Änderung dennoch Folgen. In vielen Ländern müssen Käufer künftig beim Erwerb der physischen Version ihr Alter nachweisen. Auch digitale Jugendschutz- und Elternkontrollsysteme könnten künftig strenger greifen.
Ultimate Team bleibt im Fokus der Kritik
Der Auslöser der Diskussion ist seit Jahren derselbe: Im Modus Ultimate Team können Spieler Kartenpakete erwerben, deren Inhalt zufällig bestimmt wird. Zwar lassen sich die Packs auch durch erspielte Spielwährung freischalten, viele Nutzer investieren jedoch Echtgeld, um ihre Chancen auf besonders starke Karten zu erhöhen. Kritiker sehen darin Mechaniken, die Glücksspiel ähneln und insbesondere jüngere Spieler zum Geldausgeben animieren können.
Electronic Arts betont dagegen seit Jahren, dass es sich um optionale Inhalte handelt und Packs Teil des normalen Spielfortschritts seien. An der Funktionsweise von Ultimate Team hat sich für EA Sports FC 27 bislang nichts Grundlegendes geändert.
Ein Signal für die gesamte Branche
Die neue Einstufung dürfte weit über EA Sports FC 27 hinaus Auswirkungen haben. Künftig könnten auch andere Spiele mit kostenpflichtigen Lootbox-Systemen automatisch eine höhere PEGI-Altersfreigabe erhalten. Für Publisher bedeutet das möglicherweise strengere Verkaufsregeln, während Eltern auf den ersten Blick besser erkennen können, welche Monetarisierungsmechaniken ein Spiel enthält.
Mit der EA Sports FC 27 Altersfreigabe beginnt damit ein neues Kapitel für Europas bekannteste Fußballsimulation. Während sich am eigentlichen Gameplay kaum etwas ändert, setzt die höhere PEGI-Einstufung ein deutliches Zeichen in der seit Jahren geführten Debatte über Lootboxen und Jugendschutz.


