Drei bis zehn Prozent, so viel Strom verbraucht ein Aufzug im Gebäude

07. August 2026, 15:29 Uhr · Quelle: Pressebox
Moderne Aufzüge verbrauchen bis zu 86 Prozent weniger Strom als ältere Anlagen und senken so Betriebskosten sowie CO₂-Emissionen.

Hannover, 07.08.2026 (PresseBox) - Drei bis zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines Gebäudes entfallen je nach Bautyp und Nutzung auf den Aufzug. Ein aktueller Aufzug der DX-Baureihe, als Beispiel dient der KONE MonoSpace 500 DX, kommt in einem Herstellervergleich auf rund 550 Kilowattstunden im Jahr, ein hydraulischer Aufzug im selben Vergleich auf rund 3.800 Kilowattstunden. Der Unterschied macht 86 Prozent aus. 

Woher der Verbrauch kommt 

Der Verbrauch eines Aufzugs setzt sich aus Fahrbetrieb und Stillstand zusammen. Ein Rechenbeispiel der Baustoffdatenbank ÖKOBAUDAT zeigt das für einen stark frequentierten Aufzug mit 1.000 Kilogramm Traglast und rund 200.000 Fahrten im Jahr, das entspricht etwa 550 Fahrten am Tag. Der Fahrbetrieb allein verbraucht in diesem Fall rund 2.600 Kilowattstunden im Jahr. Hinzu kommt der Stand-by-Verbrauch für Steuerung, Beleuchtung, Türantrieb und Lüftung, bei modernen Anlagen ohne dauerhafte Kabinenbeleuchtung rund 600 Kilowattstunden im Jahr, bei älteren Anlagen deutlich mehr. In der Summe kommt dieser stark genutzte Aufzug auf rund 3.000 Kilowattstunden im Jahr, das sind etwa 1.000 Euro Stromkosten. Ein Aufzug mit geringerer Nutzung, etwa in einem kleineren Wohnhaus, liegt entsprechend niedriger. 

Über eine Lebensdauer von 30 Jahren macht sich der technische Unterschied deutlich bemerkbar. Ein hydraulischer Aufzug kommt auf rund 3.800 Kilowattstunden im Jahr, das sind etwa 1.200 Euro Stromkosten und rund 36.000 Euro über die gesamte Laufzeit. Ein klassischer Seilaufzug verbraucht etwa 2.500 Kilowattstunden, das entspricht 800 Euro im Jahr und 24.000 Euro über 30 Jahre. Der KONE MonoSpace 500 DX kommt im selben Vergleich auf rund 550 Kilowattstunden im Jahr, etwa 200 Euro Stromkosten und 6.000 Euro über die Lebensdauer, ein Minus von 78 Prozent gegenüber dem klassischen Seilaufzug. 

Welche Technik den Unterschied macht 

Drei technische Hebel treiben die Einsparung. Regeneratives Bremsen wandelt Bremsenergie in Strom um und gewinnt in mittelhohen Gebäuden 20 bis 40 Prozent des Energiebedarfs zurück. Effiziente Antriebe benötigen bis zu 70 Prozent weniger Energie als konventionelle Lösungen. Lernfähige Steuerungen passen Fahrten an das Nutzungsverhalten an und reduzieren unnötige Stand-by-Zeiten, ergänzt durch LED-Beleuchtung mit Bewegungssensoren und Lastmanagement bei mehreren Aufzügen im selben Gebäude. 

Die Normen VDI 4707 und DIN EN ISO 25745 ordnen Aufzüge in Effizienzklassen von A bis G ein, sie berücksichtigen Fahrbetrieb und Stand-by gemeinsam. Die Daten aus ÖKOBAUDAT folgen der Norm EN 15804 und fließen in die Bewertung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen, kurz BNB, ein. 

Was das für Eigentümer bedeutet 

Regulatorisch bekommt das Thema Rückenwind. Die EU-Gebäuderichtlinie EPBD verlangt einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 und rechnet technische Gebäudeausrüstung wie Aufzüge in die Gesamteffizienz eines Gebäudes ein. In Deutschland setzt das Gebäudeenergiegesetz, GEG, diese Vorgabe um, ab 2026 als Gebäudemodernisierungsgesetz. 

Für Eigentümer und Betreiber wird der Aufzug damit vom Nebenaspekt zum eigenen Posten in der Energiebilanz, relevant für Betriebskosten ebenso wie für Nachhaltigkeitszertifikate. Dazu zählen die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, kurz DGNB, sowie die internationalen Systeme LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method). 

Weitere Informationen zum Thema Stromverbrauch von Aufzügen

Energie- / Umwelttechnik / Aufzugstechnik / Gebäudeenergie / Nachhaltiges Bauen / Energieeffizienz / KONE
[pressebox.de] · 07.08.2026 · 15:29 Uhr
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