Dr. Reuter Investor Relations - Frequentis überrascht beim Halbjahresgewinn

17. August 2026, 13:57 Uhr · Quelle: Pressebox
Frequentis übertraf im ersten Halbjahr 2026 die Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis deutlich.

Buchkirchen, 17.08.2026 (PresseBox) - Der hohe Investitionsbedarf für sicherheitskritische Infrastruktur beschert dem Wiener Unternehmen ein starkes erstes Halbjahr. Besonders positiv fällt ins Gewicht, dass es Frequentis geschafft hat, sein Wachstum schneller auf Profitabilität umzuhebeln. Die Börsen reagieren auf Zahlen und Ausblick positiv.

Mit seinem detaillierten Zahlenwerk für das erste Halbjahr hat Frequentis die positive Tendenz der vorläufigen Zahlen untermauert. Der österreichische Entwickler von High-Tech-Systemen für den Flugverkehr und für sicherheitskritische Bereiche hat bei Umsatz und Ergebnis die Erwartungen übertroffen. Der Gesamtumsatz legte um 44,8 Prozent auf 342,9 Millionen Euro zu. Zugleich drehte das operative Ergebnis auf EBIT-Basis von minus 4,3 Millionen. Euro in den grünen Bereich und erreichte 15,6 Millionen Euro.

Aufgrund der saisonalen Effekte dreht das Ergebnis bei Frequentis in der Regel erst im zweiten Halbjahr in die schwarzen Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden etliche Meilensteine anders als ursprünglich erwartet früher umsatz- und ergebniswirksam. Darüber hinaus profitierte Frequentis vom hohen Auftragsstand zum Jahresende 2025 und dem anhaltend starken Auftragseingang. Finanziell hat sich Frequentis weiter verbessert: Das Nettoguthaben stieg auf 107,4 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote hielt sich bei 38,1 Prozent.

Der Erfolg hat verschiedene Väter

Das Umsatzwachstum und die Profitabilität kamen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Norbert Haslacher aus verschiedenen Regionen, unter anderem Amerikas und Europa. „Neben anderen Projekten hat auch die schneller als geplante Produktion von 15.000 APCGateways für das Modernisierungsprogramm der Bundesluftfahrtbehörde FAA in den USA dazu beigetragen.“ Diese Converter spielen eine wichtige Rolle bei der Migration von Funk- und Sprachkommunikationssystemen von TDM- zu IP-basierten Technologien.

Überhaupt hatte der mit rund 77 Prozent Umsatzanteil größere Geschäftsbereich Air Traffic Management (ATM) einen großen Anteil am überraschend starken Ergebnis. Verglichen mit dem Vorjahr steigerte das Segment ATM den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 59,4 Prozent auf 263,4 Millionen Euro. Das EBIT drehte in die Gewinnzone und erreichte 18,9 Millionen Euro.

Öffentliche Sicherheit und Drohnenphantasie

In der zweiten Geschäftssparte Public Services & Transport investiert Frequentis Konzernchef Haslacher zufolge gezielt in MCX (Mission Critical Services für Einsatzkräfte) und FRMCS (Future Railway Mobile Communication Systeme für Eisenbahnen): „Diese Ausgaben belasten aktuell das EBIT. Um unseren Kunden rechtzeitig marktreife Lösungen anbieten und zukünftige Geschäftspotenziale erschließen zu können, sind diese Vorleistungen aber notwendig.“ Bei den Endabnehmern aus dem Eisenbahnverkehr setzt Frequentis auf steigende Auftragsvolumina als Folge der Ablösung der auslaufenden GSM-R-Technologie durch den neuen FRMCS-Standard.

Noch vorsichtig bewertet Norbert Haslacher das Umsatzpotenzial, das sich für Frequentis durch Drohnentechnologien ergibt. Das gesamte Marktvolumen beziffert das Unternehmen auf zehn Milliarden Euro im Jahr 2030. Zugleich entwickelt sich der kommerzielle Markt für Drohnen nach Einschätzung von Haslacher langsam und nur Schritt für Schritt. „Den großen regulatorischen Durchbruch, wo dann jeden Tag Hunderte Drohnen in Städten oder über das Land fliegen, sehen wir noch nicht. In der Praxis bedeutet das: Einzelanwendungen ja, aber keine Massenanwendungen. Daher ist es jetzt noch zu früh das für uns adressierbare Marktvolumen exakt zu beziffern.“

Nachdem Frequentis bei der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen im Juli die Vorgaben beim Umsatzwachstum von zehn auf 15 Prozent für das Gesamtjahr 2026 angehoben hatte, bestätigte das Unternehmen jetzt den Gesamtausblick. Das Management geht weiter von einer Steigerung des Auftragseingangs und einer EBIT-Marge von rund sieben Prozent aus.

Aktie weiter im Aufwind

Die kräftigen Kursgewinne als erste Reaktion an der Börse untermauern, dass der Mix aus Wachstum durch neue Technologien und kalkulierbaren Einnahmen durch langfristig ausgerichtete Aufträge bei den Investoren ankommt. Seit dem Juli-Tief hat die Aktie fast 30 Prozent an Boden gut gemacht. Hält der positive Nachrichtenfluss vor allem durch neue Vertragsabschlüsse an, sollte dieser Aufwärtstrend, ein anhaltend positives Börsenumfeld vorausgesetzt, in den nächsten Monaten weitergehen.

Fundamental betrachtet lässt das mittlerweile auf 25 gestiegene 2027er-KGV der Aktie dann weiteren Spielraum nach oben in Richtung ihres bisherigen Allzeithochs bei 100 Euro – immer unter der Annahme, dass Frequentis bei Auftragseingängen und Gewinnwachstum weiter liefert.

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Frequentis AG

ISIN: ATFREQUENT09

www.frequentis.com

Land: Österreich

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Finanzen / Bilanzen / Frequentis / Luftfahrttechnik / Öffentliche Sicherheit
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