Donald Trump verlässt überraschend Gerichtssaal während Verleumdungsprozess
Während der Abschlussplädoyers im zweiten Verleumdungsprozess der US-Autorin E. Jean Carroll gegen Donald Trump hat der frühere US-Präsident überraschend den Gerichtssaal verlassen. Kurz nachdem Carrolls Anwältin Roberta Kaplan am Freitag mit ihrem Plädoyer begonnen hatte, sei Trump ohne vorherige Ankündigung aufgestanden und habe den Saal verlassen, berichteten US-Medien übereinstimmend.
Richter Lewis Kaplan reagierte auf Trumps Abgang und bat die Anwälte des Ex-Präsidenten, sitzen zu bleiben. Die Beweggründe für Trumps plötzlichen Weggang sind noch unklar. Das Verfahren könnte jedoch noch am Freitag abgeschlossen und der Jury zur Entscheidung übergeben werden. Bei schlechtem Wetter hatten sich am Morgen zahlreiche Medienvertreter und einige wenige Demonstranten vor dem Gericht in Manhattan versammelt.
Es handelt sich um den zweiten Prozess, den die 80-jährige Carroll gegen Trump führt. Bereits im Mai hatte eine New Yorker Geschworenenjury in einem ersten Verfahren festgestellt, dass Trump Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus sexuell angegriffen, missbraucht und später verleumdet hatte. Die Schriftstellerin erhielt daraufhin eine Entschädigung in Höhe von fünf Millionen Dollar (etwa 4,65 Millionen Euro).
Carroll klagte erneut, da sie auch nach dem ersten Urteil weitere Kommentare von Trump als verleumderisch ansah. Richter Kaplan gab ihr Recht und entschied vor Beginn des zweiten Prozesses, dass Trumps Äußerungen weiterhin diffamierend waren. Die Jury muss nun lediglich über die Höhe der Entschädigung entscheiden, die der Ex-Präsident der Frau bezahlen muss. Carroll verlangt mehr als zehn Millionen Dollar.
Im Gegensatz zum ersten Prozess, bei dem Trump komplett abwesend war, hat der 77-jährige Unternehmer im zweiten Prozess bereits mehrfach persönlich vor Gericht erschienen und sich durch zahlreiche kommentierende Äußerungen hervorgetan. Aufgrund seines Verhaltens hatte der Richter ihm bereits mit einem Ausschluss gedroht. Trump gilt als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner für die Präsidentschaftswahlen im November. Zurzeit ist er jedoch auch in mehreren Gerichtsverfahren involviert. Oft nutzt er Gerichtstermine, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. (eulerpool-AFX)

