Donald Trump: Das «Ich» immer im Mittelpunkt

10. Februar 2016, 07:04 Uhr · Quelle: dpa

Concord (dpa) - Er will Amerika wieder groß machen. Und reich. Und das Militär «mächtig, unglaublich». Groß ist gut, und Wohlstand ist Erfolg: So denkt Donald Trump.

Sich selbst hat der Mann mit der berühmten blonden Föhnfrisur als Immobilienmogul und TV-Reality-Star mit einem gewaltigen Firmenimperium zum Multimilliardär gemacht. Er ist Ex-Demokrat, Ex-Unabhängiger und Ex-Präsidentschaftsbewerber der Reform Party. Nun brüllt und holzt er als rechtskonservativer Populist. Und er hat mehr Erfolg, als fast alle gedacht haben.

«The Donald» war noch nie für Bescheidenheit oder sprachliche Finesse bekannt. Großspurigkeit ist sein Markenzeichen, aber das stört Trump nicht. Sie sichert ihm die Aufmerksamkeit der Medien, die er braucht und die ihn nährt. Die US-Medien sind fassungslos. Und fasziniert - auch wenn seine Radikalität mittlerweile viele für gefährlich halten.

Trump sei größenwahnsinnig, heißt es in Kommentaren. Ein Napoleon. Der Putin Amerikas. Ein Clown. Vulgär. Grell. Aber kein Sender will an ihm vorbei. Trump kann machen, was er will, alles wird live übertragen, kein Kandidat bekommt mehr Aufmerksamkeit. Er ist auf allen Kanälen, und danach twittert er noch wie kein Zweiter. Kritik perlt an ihm ab, berührt ihn nicht, er keilt unbeirrt zurück.

Nur wenn ihm jemand ins Gesicht sagt, was er von ihm hält, zeigt er sich erstaunlich dünnhäutig, wie bei der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly. Sie sei ein Leichtgewicht, sagte Trump, beleidigte sie, sagte die Teilnahme an einer TV-Debatte ab, angeblich wegen ihr.

Neben der eigenen Großartigkeit ist die Einwanderung Trumps Lieblingsthema. Er will eine wirklich «schöne Mauer» an der Grenze zu Mexiko bauen lassen, um illegale Einwanderer fernzuhalten. Bezahlen soll sie Mexiko.

Trotz aller harschen Urteile spricht Trump niemand ab, dass er einen scharfen Verstand und unternehmerische Gewitztheit besitzt. Seine Karriere spreche für sich, heißt es. Trump stuft sich als «wirklich klugen Menschen» ein. Außerdem: «Ich sehe gut aus.»

Zu Wahlkampfstopps fliegt er mit seinem eigenen Trump-Flugzeug ein. Er sagt: «Alle lieben mich.» Originalton: «Ich werde der beste Präsident in Sachen Arbeitsplätze sein, den Gott erschaffen hat.»

Geboren wurde Trump am 14. Juni 1946 in New York als viertes von fünf Kindern der Eheleute Frederick und Mary Trump. Ihnen schickte er nach dem Sieg in New Hampshire einen Gruß in den Himmel.

Donald muss ein selbstbewusster Junge gewesen sein, nicht leicht zu zähmen. So schickten ihn die Eltern mit 13 auf eine Militärakademie. Dort schnitt er gut ab, studierte an den Unis von Fordham und Pennsylvania und machte seinen Wirtschaftsabschluss - allerdings keineswegs so glänzend wie er immer behauptet.

Vater Fred, Sohn deutscher Einwanderer, verdiente selber in der Baubranche Millionen. Donald stieg nach dem Studium ins Geschäft ein. 1974 wird er Präsident des Unternehmens, gibt ihm den Namen Trump Organization. Es folgen Investitionen in diverse Hotels, Casinos und Luxus-Apartment-Gebäude. Zusätzlich reich machen ihn Rechte an Miss-Wahlen, seine Rolle in der TV-Reality-Show «The Apprentice», aus der später die Serie «The Celebrity Apprentice» erwächst, mehrere Biografien, eigene Möbel- und Modemarken.

Längst nicht alles läuft glatt: In vier Fällen muss er Insolvenz anmelden, kann jedoch jedes Mal erfolgreich umstrukturieren. Das Magazin «Forbes» siedelt sein Vermögen bei vier Milliarden Dollar an, Bloomberg bei 2,9 Milliarden, Trump selbst bei zehn.

Dreimal verheiratet, sorgen seine Ehen mit glamourösen Frauen und zwei Scheidungen für Schlagzeilen. 1977 heiratet er das tschechische Model Ivana Zelnickova. Mit ihr hat er drei Kinder, darunter Ivanka, heute Ex-Model und Geschäftsfrau. 1993 ehelicht er die Schauspielerin Marla Maples. 1997 geht auch diese Verbindung in die Brüche. Ehefrau Nummer 3 wird 2005 das Model Melania Knauss. Mit Maples und Knauss hat Trump zwei weitere Sprösslinge.

Als er Melania vor den Traualtar führte, gehörte Hillary Clinton zu den Gästen, heute als demokratische Präsidentschaftsbewerberin erbittert von ihm angefeindet.

Das ist ein Beispiel dafür, wie Trump seine Meinungen oft und krass ändert, oft um 100 Prozent. Abtreibung, Steuern, Gesundheitsreform oder Waffengesetze - oft klang Trump eher wie ein Liberaler als wie der Erzkonservative, der er heute so laut und heftig sein will.

Wahlen / Präsident / USA
10.02.2016 · 07:04 Uhr
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