Die Sims 4 im PS4 Test

Die Sims 4 im PS4 Test

Mit den Sims veröffentlicht EA seit Jahren eine der erfolgreichsten Videospielreihen überhaupt. Schon seit einiger Zeit könnt ihr auf dem PC den vierten Ableger der Hauptreihe spielen. Mittlerweile steht er euch auch auf der PS 4 zur Verfügung. Ob sich der Titel auch mit Gamepad am Fernseher gut spielen lässt, haben wir für euch getestet.

Eine von drei Nachbarschaften steht euch zur Verfügung

Altbekanntes auf neuer Plattform

Bisherige Ableger der Sims auf den Konsolen wichen oftmals von der Hauptformel ab. Das fing schon auf dem Gamecube an und auch auf diversen Handhelds gab es diverse Spin Offs. In denen musstet ihr eher einem Levelsystem folgen, anstatt frei euren Alltag zu gestalten. Es galt, eine Beförderung zu erlangen, eine bestimmte Fähigkeit, eine gewisse Summe an Geld, um dann vor die nächste Aufgabe bestellt zu werden. Die Möglichkeiten, die man dabei hatte, waren im Vergleich zu den Hauptablegern auf dem PC auch immer deutlich limitierter. Die Sims 4 auf der Playstation versucht wie auch schon der dritte Teil auf der vorhergegangenen Konsole, das eigentliche Spielprinzip eins zu eins auf die Konsole zu porten.

Das Konzept ist dabei altbekannt. Ihr erstellt euch euren eigenen Sim oder direkt eine ganze Sims-Familie, stellt sein Alter fest, also ob es ein Kind, ein Teenager, junger Erwachsener oder Greis werden soll und sucht euch dann in drei unterschiedlichen Nachbarschaften ein bereits fertiges Haus zum beziehen aus oder baut euch eurer trautes Heim auf ein leeres Grundstück. Danach geht es eigentlich nur noch darum, euren Alltag zu meistern. Sucht euren Sims Job, wobei euch von Astronaut über Entertainer bis hin zum Superschurken sehr viele Möglichkeiten offen stehen. Beförderungen sammelt ihr, indem ihr bestimmte Voraussetzungen erfüllt, wie zum Beispiel in der richtigen Stimmung zur Arbeit zu gehen, genügend Freunde zu haben oder gewisse Fertigkeiten erlernt zu haben.

Die Erstellung eurer Sims kann viel zeit in Anspruch nehmen.
Die Erstellung eurer Sims kann viel zeit in Anspruch nehmen.

Stimmungsschwankungen

Die besondere, neue Funktion im vierten Teil ist dabei die eben genannte Stimmung, in die ihr euren Sim versetzen könnt. Er kann inspiriert sein, glücklich, romantisch, wütend oder mehr. Je nachdem, welche Beschäftigungen ihr im auftragt, kommt er in eine dieser Stimmungen und erhält damit auch neue Interaktionsmöglichkeiten. Glückliche Sims gehen mit ihren Mitmenschen viel freundlicher um. Inspirierte Sims führen tiefsinnige Gespräche. Wütende Sims können ihre Bekanntschaften harsch angehen und beleidigen.

Eine weitere Beschäftigung für euren Sim ist es, die Nachbarschaft zu erkunden. Es gibt nämlich wie auch schon in den Vorgängern öffentliche Plätze, an denen ihr kleinere Spielereien findet und auf neue Sims trefft, mit denen ihr euch unterhalten könnt, um neue Kontakte zu knüpfen. Zwar laufen auch immer wieder einige Sims an eurem Haus vorbei, so dass ihr sie schnell abfangen könnt, die öffentlichen Plätze sind dafür allerdings besser geeignet. Und so meistert ihr euren Alltag, bis eure Sims irgendwann alt und grau werden.

Je nach Laune könnt ihr anders mit fremden Sims interagieren.
Je nach Laune könnt ihr anders mit fremden Sims interagieren.

Sims am Gamepad?

Die viel wichtigere Frage ist daher, ob dieses altbekannte Konzept gut auf der Konsole funktioniert. Schließlich ist das Spiel ursprünglich für die Steuerung mit der Maus konzipiert worden. Und leider müssen wir direkt sagen, dass die Umstellung auf einen Controller nur sehr mäßig klappt. Das fängt schon bei der Erstellung eures Sims an. Am PC war es ein großer Spaß, die einzelnen Gesichtszüge so zu ziehen, dass ihr am Ende einen Sim genau nach euren Vorstellungen hattet. Die Formung des Gesichts funktioniert auf der Playstation nur bedingt. Während es generell unfassbar schwer ist, den Cursor an der Stelle zu platzieren, die ihr formen wollt, ist der entstehende Unterschied auch kaum zu bemerken. Die Gestaltung eures Sims ist damit also schon so frustrierend, dass man eher dazu geneigt ist, einfach eines der vorgefertigten Gesichter zu nehmen und es dabei zu belassen.

Und die Probleme mit dem Cursor hören da nicht auf. Sobald ihr ihn nämlich bewegt, passiert dies zu Beginn noch recht langsam. Er nimmt allerdings sehr schnell einiges an Momentum auf, wodurch eine zielgenaue Platzierung oftmals sehr problematisch wird. Wenn ihr auf eurem Grundstück seid und mit einem fremden Sim interagieren wollt, ist es die reinste Sisyphusarbeit, diesen überhaupt mit eurem Cursor zu erwischen. Wenn diese sich dann auch noch bewegen, könnt ihr eigentlich direkt schon aufgeben, sie mit euren Sims anzusprechen, bevor sie wieder verschwunden sind.

Die gewünschten Punkte zu treffen, kann problematisch werden.
Die gewünschten Punkte zu treffen, kann problematisch werden.

Baustelle Menüführung

Der Bildschirmtext stellt euch dann auch vor ein weiteres Problem. Besitzt ihr nämlich keinen großen Fernseher oder sitzt nicht direkt vor eurer Glotze, kann es durchaus schwer fallen, die einzelnen Beschreibungen im Menü zu lesen. Das ist besonders dann nervig, wenn ihr herausfinden wollt, welche Möbelstücke für das Erlangen welcher Fähigkeiten sinnvoll sind. Da der PC-Monitor oftmals deutlich näher vor eurer Nase steht, ist eine hohe Auflösung mit niedriger Schriftgröße deutlich weniger unproblematisch, als wenn ihr euch gemütlich auf die Couch legt, um von dort eine Runde zu spielen.

Ähnlich problematisch ist auch die generelle Menüführung. Um auf die diversen Menüs zuzugreifen, könnt ihr entweder euren Cursor dorthin bewegen oder kurz auf das Touchpad drücken. So schaltet ihr zwischen den einzelnen Menüs hin und her. Das ist auch zu empfehlen, um so schneller an die gewünschten Punkte zu kommen. Es dauert allerdings seine Zeit, bis ihr das intuitiv macht und das Verlassen dieser Menüs kann selbst nach langer Spielzeit immer wieder eine Herausforderung sein. Während auf dem PC ein einfacher Mausklick alles löst, habe ich tatsächlich meine Zeit gebraucht, Tastenbelegungen zu lernen. Zwar könnt ihr mit einem Druck auf den linken Stick immer wieder eine Erklärung zur Steuerung aufrufen, allerdings spricht es nicht unbedingt für ein Spiel, wenn es selbst nach einigen Stunden Spielzeit immer noch notwendig ist, die Funktionen der Knöpfe zu studieren.

Häuser bauen sorgt mehr für Frust als für gute Laune.
Häuser bauen sorgt mehr für Frust als für gute Laune.

Mein Haus, meine Sims, mein Frust!

Das macht den Baumodus, der ja eigentlich eines der Kernstücke eines jeden Sims-Spiels ist, zur mühseligen Arbeit. Man merkt sehr schnell, wie komfortabel das ziehen von Wänden, platzieren von Möbeln und tapezieren der Häuser doch ist, wenn dafür eine Maus zur Verfügung steht. Auf dem PC geht alles flott von der Hand. Auf der Playstation müsst ihr mühsam jede Wand einzeln setzen, dann nachschauen, wie man einen Fehler korrigiert und umständlich auf die Grundrissperspektive schalten um eure Möbel anständig zu platzieren. Und dann wisst ihr nicht mehr, wie ihr die Perspektive so ändert, dass ihr die richtigen Flächen einfärbt. Natürlich könnt ihr auch hier zufriedenstellende bis beeindruckende Häuser bauen, macht es nicht halb so viel Spaß wie am PC. Während ihr dort dann auch auf Häuser aus der Community zurückgreifen konntet, war diese Option auf der Konsole nicht zu finden.

Die entspannende Musik, die einem ansonsten den Aufenthalt im Baumodus verfeinert und fast schon hilft, in einen meditativen Zustand zu kommen, wird durch den ansteigenden Frust, weil das Bauen nicht so fluppt, wie man es sich vorstellt, dann auch zu einem deutlich nervigeren Gedudel, als es gut für einen wäre. Das ständige Korrigieren eventuell falsch gesetzter Wände oder Möbel führt zu kleineren Bissspuren in euren Dualshock-Controllern. Da die Kamera sich nämlich nicht so optimal steuern lässt, wird eine fixe Betrachtung des Ganzen erschwert.

Besonders schöne Häuser zu bauen fällt hier leider schwer.
Besonders schöne Häuser zu bauen fällt hier leider schwer.

Fazit

Die Sims 4 wurde bereits in seiner Urform auf dem PC für viele Einschnitte kritisiert, die im Vorgänger standardmäßig dabei waren und erst später als Add On gekauft werden konnten. Auf der Playstation ist davon immerhin vieles schon von Beginn an dabei. Trotzdem muss viel Geld in neue Erweiterungen gepackt werden, um auf alles zuzugreifen. Abgesehen davon haben wir eigentlich eine unterhaltsame Fortsetzung einer sehr erfolgreichen Spielereihe. Leider funktioniert diese auf der Konsole überhaupt nicht. Das entspannende Spielen ist leider überhaupt nicht möglich, wenn die Kontrolle eurer Sims dermaßen klobig von der Hand geht.

Es ist immer eine Herausforderung, eine auf die Maus ausgelegte Steuerung auf eine Konsole zu portieren. Wunder sind dementsprechend nicht zu erwarten. Die Sims 4 stellt euch allerdings immer wieder vor große Probleme, die für sehr schlechte Laune sorgen und damit den Spielfluss völlig zerstören. An der Playstation ist es nahezu unmöglich, eure Sims zu besuchen, die Zeit zu vergessen und plötzlich sechs Stunden später auf die Uhr zu schauen. Und das ist sehr schade.

Unsere Empfehlung ist daher recht klar. Wenn ihr Die Sims 4 spielen wollt, dann besorgt es euch lieber für den PC. Die Version für die Konsole kann nur dann eine Alternative sein, wenn euer Rechner in keinster Weise dazu in der Lage ist, das Spiel zu starten. Und selbst dann sollte euch bewusst sein, dass ihr trotz fehlender Vergleichsmöglichkeit vor eine Steuerung gesetzt werdet, die unfassbar hakelig und unbefriedigend funktioniert.

Gaming
[next-gamer.de] · 20.12.2017 · 18:21 Uhr
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