Die Kritiker: Die Toten von Salzburg – Wolf im Schafspelz

Ins Kloster zu einem ermordeten Mönch führt der neue Teil der österreichischen Kriminalreihe. Kann das Ermittlerduo Palfinger und Mur dieses Mal überzeugen?

Und wieder gibt es einen neuen Mordfall für die Ermittler Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) und Hubert Mur (Michael Fitz) zu lösen. Diesmal liegt der Tatort im Kapuzinerkloster in Salzburg, in dem Palfinger selbst lebt und in dem sein Bruder Sebastian (Simon Hatzl) als Pfarrer arbeitet. Dieser entdeckt beim Betreten der Kirche Bruder Jakob, der mit einem Kreuz erschlagen in einer Blutlache liegt. Doch ein friedlicher Mönch als Mörder? Unvorstellbar für Palfingers Kollegen Irene Russmeyer (Fanny Krausz) und Alfons Seywald (Erwin Steinhauser), die sogleich die Ermittlungen aufnehmen. Interessante Neuigkeiten liefert zudem der Erzbischof (Ronald Seboth), der offenbart, dass Bruder Jakob gar kein wirklicher Mönch war, sondern sich im Zeugenschutzprogramm befand. Seine wahre Identität ist Tristan Wolf, ein Banker aus München, der mit einer Betrugsmache die Geldbeutel seiner Kunden leerte. So ist auch die Verbindung nach Bayern geschaffen und der dort zuständige Hubert Mur ist Teil der Ermittlungen.

Für diesen ist der Täter sofort klar. Er sieht einen Zusammenhang zu einem früheren Fall, in den er sowohl beruflich als auch emotional verwickelt war. Damals wurde Sophie Wacher (Helen Barke), Tochter von Andreas Wacker (Max Herbrechter), dem Ausbildner von Mur auf der Polizeiakademie, ermordet. Wolf war der Vorgesetzte von Sophie. Schon bei diesen Ermittlungen verdächtigte Mur Hermann Sturm (Nicki von Tempelhoff) und für ihn ist klar, dass dieser nun drei Wochen vor Prozessbeginn auch den Hauptbelastungszeugen Wolf getötet hat. Mur versteift sich komplett auf seinen Verdacht und verfolgt Sturm. Als er ihn aufgrund einer Provokation niederschlägt, wird Mur von seinem Vorgesetzten Thorsten Möller (Joachim Nimtz) vom Fall abgezogen und vorläufig suspendiert.

Doch auch in Salzburg gehen die Ermittlungen weiter und ein Fußabdruck in der Blutlache führt zur Putzfrau Rosa Wimmer (Kristina Bangert), die von Bruder Jakob beim Diebstahl erwischt wurde und schließlich von ihm mit sexuellen Gefälligkeiten erpresst wurde. Auch ein Mönch, der durch eine Investment-Plattform von Wolf sein ganzes Erbe verlor, gehört bald zu den Hauptverdächtigen. An möglichen Verdächtigen und komplizierten Verstrickungen mangelt es dem Krimi also auf keinen Fall. Zu Beginn springt die Handlung geradezu von Szene zu Szene, neue Personen werden eingeführt und man muss ganz schön aufmerksam sein, um alle Sachzusammenhänge zu begreifen. Dass noch anderer Mordfall in die Ermittlungen verstrickt ist, macht die Sache nicht gerade leichter.

Hat man sich mit der Zeit einmal in den Fall hereingefunden, werden ebenfalls eine Handvoll Nebenhandlungen eingeführt, die uns auch einen Einblick in das Privat- und Liebesleben des Ermittlerduos liefern. Mur nähert sich seiner Exfrau Helene (Natalie O’Hara) wieder an, während Palfinger, der im Rollstuhl sitzt, mit seiner Freundin Angela Doll (Anna Unterberger) nach einer barrierefreien Wohnung sucht, damit die beiden zusammenziehen können. Auch Palfingers Bruder hat es nicht leicht, denn Eva Plank (Angelika Strahser) hängt dem Pfarrer kurzerhand die Vaterschaft ihres ungeborenen Kindes an und will bei ihm einziehen. Dazwischen lässt der Regisseur Erhard Riedlsperger auch immer wieder Raum für einige traumhafte Aufnahmen von Salzburg und der umliegenden Alpenlandschaft.

Die schlagfertigen Neckereien zwischen dem bayerischen und dem österreichischen Kollegen, die die Filmereihe üblicherweise humorvoll auflockern, fielen in dieser Ausgabe recht sporadisch aus. Nur als der Bayer Mur sich lautstark über die Österreicher und ihre Vorliebe für Kaffeehäuser lustig macht, haben die Gäste des Cafés wenig zu lachen. Stattdessen erhalten die Zuschauer als Ersatz einige gemeinsame Szenen des Geschwisterpaars Palfinger, die sich aber vorwiegend ernst über die Geschehnisse in ihrem Leben austauschen.

Vielleicht etwas zu hektisch und kompliziert klärt der fünfte Teil der Krimireihe also sogar zwei Mordfälle auf einmal auf und spart dabei weder an Verdächtigen noch an unerwarteten Wendungen. Die Schauspieler leisten gute Arbeit und werten somit die teils etwas trockene Handlung auf. Wer auf mehr gelungene Kabbeleien zwischen Palfinger und Mur gehofft hatte, wird aber wohl enttäuscht, denn besonders oft treffen die beiden Ermittler nicht aufeinander.

Das ZDF zeigt den Krimi Die Toten aus Salzburg – Wolf im Schafspelz am Mittwoch, den 1. April 2020 um 20.30 Uhr.

Meinungen / TV-Kritik / Die Kritiker
31.03.2020 · 14:33 Uhr
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