Die Kritiker: «Die Toten vom Bodensee – Fluch aus der Tiefe»

Der zehnte Teil der Krimireihe «Die Toten vom Bodensee» ist wahrlich kein Glanzlicht geworden.

Mini-Jubiläum bei «Die Toten vom Bodensee»: Die 2014 gestartete ORF/ZDF-Serie erreicht mit Fluch aus der Tiefe ihren nunmehr zehnten Teil. Wie schon bei Teil acht und neun führt Michael Schneider Regie, das Drehbuch stammt, wie bei jedem «Die Toten vom Bodensee»-Krimi seit 2016, von Timo Berndt. Doch für Fall zehn der Reihe haben sich die Beiden nicht gerade zu Höchstform aufgeschwungen. Denn «Die Toten vom Bodensee» beginnt zwar mit einer ungewöhnlichen Prämisse und einem makaber drapierten Leichnam, doch daraufhin stürzt die Folge in gähnende Langeweile ab.

Der Fall beginnt, nachdem ein Schatz, bestehend aus 273 Goldmünzen, aus dem Bodensee geborgen wurde. Der Finder des Schatzes, Florian Friedrichs, hat nicht viel von seinem Glück: Nur kurze Zeit später wird er ermordet und mit zugenähtem Mund am Ufer des Bodensees aufgefunden. Als Thomas Egger den Mund des Toten öffnet und dort eine Münze findet, die dem Schatz zuzuordnen ist, eröffnet sich den Ermittlern Hanna Zeiler und Micha Oberländer zugleich die Herausforderung, sich in einer Welt mittelalterlicher Rituale, Sagen und Legenden zurechtzufinden.

Denn Goldmünzen sollten vor zirka 400 Jahren noch dazu dienen, Hexen zu besänftigen und von ihnen einen Rückgang der Pest zu erkaufen. Als die Kirche den Hexen aber bloß gefälschte Bregenzer Pestpfennige übergab, wurden die Kirchenherren verflucht und der Schatz im Bodensee versenkt, wo er bis heute verweilte. Oberländer und Zeiler tauchen zudem in ein emotionales Familiendrama ein, in dem es um eine Schwangere, Liebeskrisen und Intrigen geht …


Das erzählerische Scharnier zwischen Heute und Damals quietscht und knarzt: Eine junge Fischerin (Aglaia Szyszkowitz) verdient seit dem Tod ihres Mannes so wenig, dass sie all ihre Hoffnung darin steckt, den sagenumwobenen Schatz zu entdecken. Die Forschungen stürzen die Schatzsucher, darunter Fischerstochter Stefanie (Julia Franz Richter) und ihren Verlobten, aber nur noch weiter in die Miesen – hinzu kommt eine Dreiecksgeschichte und schon sind die Anspannungen derart groß, das selbst der Schatzfund sie nicht mehr verscheuchen kann.

In «Die Toten vom Bodensee – Fluch aus der Tiefe» wird dieses wacklige Bündnis ausführlich und in sehr behäbigen, hölzernen Dialogen ausgebreitet. Und dann kommen immer wieder (erzählerisch letztlich irrelevante und durch die zurückhaltende Inszenierung nicht gerade atmosphärische) Exkurse über die Hintergrundgeschichte des Schatzes hinzu. Und dann wird der Kreis der Verdächtigen unentwegt durch neue Randfiguren erweitert, bis es schlussendlich einen Auflauf an potentiellen Mördern gibt, für die allesamt nur Bröckchen an Charakterisierung geliefert wurden.

Das regt weder zum Miträstseln an, noch zum Mitfiebern, ob die Ermittler zum Ziel gelangen oder nicht, zumal sich die Ermittler auch noch in den Haaren liegen und mir ihren nur mäßig-plausiblen Unstimmigkeiten (Oberländer ist auf Zeiler sauer, dass sie nicht aus dem Nichts mehr Empathie entwickelt) noch mehr Erzählzeit vom Fall stehlen, ohne selber reizvolle Konflikte zu bieten.

Fazit: Unterm Strich ist «Die Toten vom Bodensee – Fluch aus der Tiefe» ein zäh erzählter, unfokussierter Krimi, der allein durch eine Handvoll prägnanter Bilder positiv auffällt.

«Die Toten vom Bodensee – Fluch aus der Tiefe» ist am 10. Februar 2020 ab 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.
Meinungen / TV-Kritik / Die Kritiker
10.02.2020 · 05:53 Uhr
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