Die Kritiker: Die Füchsin - Schön und tot

Im neuen Donnerstagskrimi werden Ermittlungen im Modelbusiness angestellt. Neben schlanken Frauen und harten Arbeitsbedingungen geschieht noch etwas: ein brutaler Mord, den die Ermittler Anne und Youssef schnellstmöglich aufklären müssen.

Bekanntermaßen ist der Konkurrenzdruck unter Models extrem hoch und führt hinter den Kulissen nicht selten zu Streitereien. Eine Facette, die im vordergründigen Glanz mehrere Fernsehshows gerne vergessen wird. An dieser Stelle setzt Die Füchsin - Schön und tot an und steigt mit einem Mord an einem der jungen Mädchen ein. Das Model Nastja beobachtet, wie ihre Kollegin Kira während einer Probe erstochen wird und bittet den Privatdetektiv Youssef um seine Hilfe. Anfangs ist die Leiche noch unauffindbar, dann wird sie grausam zugerichtet in einem Kleiderwagen gefunden. Detektivin Anne und Youssef tappen anfangs noch spurlos umher, da sie weder einen Täter mit passendem Motiv finden, noch sonstige Hinweise. Noch dazu spielt Kommissar Eisner den beiden nicht zu, sondern arbeitet gegen sie und versucht ihre Arbeit zu behindern, wo es nur geht. Doch je weiter Anne und Youssef den Fall verfolgen, desto tiefer steigen sie in die Abgründe des Modelbusiness hinab und entdecken dessen abstoßende Facetten.

Dass Die Füchsin - Schön und tot das Geschäft mit den schlanken Models aufs Korn nimmt, wird innerhalb der ersten Minuten umgehend spürbar. Die Fleischbeschau wirkt nicht nur befremdlich auf den Zuschauer, auch die präsentierte Mode wirkt andersartig und ist optisch fraglich. Noch dazu macht Die Füchsin deutlich, wie hoch der Konkurrenzdruck in diesem Metier ist und welche Strapazen die Mädchen über sich ergehen lassen müssen. Doch auch der Sexismus und Chauvinismus, den Männer im Umgang mit Models pflegen, wird schmerzhaft deutlich und wirkt zuweilen beschämend auf den - insbesondere männlichen - Zuschauer.

Dass die Ermittlungen rund um das verstorbene Model so spannend zu verfolgen sind, liegt zu einem großen Teil an Lina Wendel und Karim Chérif, die die Detektive Anne und Youssef verkörpern. Deren Chemie vor der Kamera war bereits in den vorherigen Folgen spürbar und auch in Schön und tot ist dies wieder der Fall. Anne, die ehemalige Stasi Spionin in der DDR war, muss sich nicht nur mit ihrer Vergangenheit herumschlagen, sondern auch mit der Tatsache, dass ihr Sohn im Gefängnis sitzt. Youssef hingegen erwartet mit seiner Frau ein Kind, was ihm einiges abverlangt. Beide wirken menschlich, haben ihre eigenen Probleme und wirken erfreulich eigenständig.

Die Ermittlungen selbst sind dank interessanter Charaktere und dem genauen Blick in das Modelgeschäft spannend zu verfolgen, wenn auch nicht immer angenehm zu beobachten. Die unangenehme Thematik wird mit einer kleinen, aber passenden Prise Humor versehen, wie etwa kleine Scherze über Annes Zeit in der DDR oder Youssefs Zeit als werdender Vater. Gerade die kleinen Scherze sind es, die Die Füchsin - Schön und tot auflockern, was bei den bedrückenden Themen durchaus angebracht ist.

Durch seine interessante Prämisse, die guten Darsteller und spannenden Ermittlungen ist der DonnerstagsKrimi eine Empfehlung wert. Von marginalen Längen einmal abgesehen, ist Die Füchsin - Schön und tot durch sein Setting erfrischend andersartig und trifft mit seiner Mischung aus ernsten und humorvollen Tönen den richtigen Punkt - und das, obwohl der Fall nicht immer angenehm ist.

Das Erste zeigt Die Füchsin - Schön und tot am Donnerstag, den 17. Oktober, um 20.15 Uhr.
Meinungen / TV-Kritik / Die Kritiker
16.10.2019 · 07:00 Uhr
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