Deutschland strebt führende Rolle in der Kreislaufwirtschaft an
Deutschland strebt eine führende Rolle in der Kreislaufwirtschaft an, so Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf einem Treffen der Allianz für Transformation in Berlin. Dabei handelte es sich um das vierte Treffen der Bundesregierung mit Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Verbänden, der Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Scholz betonte das Ziel, globaler Vorreiter für zirkuläre Technologien und Produkte zu werden.
Insbesondere verwies Scholz auf Batterien und den Bau als Beispiele für die Kreislaufwirtschaft. Aktuell werde eine nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie erarbeitet, die in naher Zukunft umgesetzt werden solle. Dabei gehe es längst nicht mehr nur um Mülltrennung oder Dosenpfand, so Scholz. Die Kreislaufwirtschaft biete die Chance, weniger abhängig vom Import wichtiger Rohstoffe zu sein, indem man vermehrt wiederverwendet.
Der Kanzler verwies dabei auf die aktuellen Krisen im Zusammenhang mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Krise im Nahen Osten. Diese hätten gezeigt, welche Auswirkungen solche Krisen auf die Energiepreise, die Versorgungssicherheit und die Weltwirtschaft haben können. Die Kreislaufwirtschaft habe laut Studien ein enormes Potenzial und könne bis 2030 eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von rund 12 Milliarden Euro pro Jahr sowie neue Arbeitsplätze schaffen.
Auch Umweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) sieht großes Potenzial im zirkulären Wirtschaften. In Zeiten knapper Ressourcen, gestörter Lieferketten und hoher Rohstoffpreise sei es wichtig, die Wirtschaft so auszurichten, dass Rohstoffe so lange wie möglich wiederverwendet werden. Dies stärke Unternehmen im internationalen Wettbewerb.
DGB-Chefin Yasmin Fahimi betonte ebenfalls die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft, sowohl in Bezug auf den Umweltschutz als auch im Hinblick auf kritische Rohstoffe, die nicht unbegrenzt verfügbar sein werden. Durch die Verkleinerung von Kosten- und Lieferketten-Risiken könne die Wirtschaft geschützt werden. Fahimi forderte mehr Dynamik, Förderung und Unterstützung sowie eine Senkung der Energiepreise, um den Verbundstandort erfolgreich umsetzen zu können. (eulerpool-AFX)

