Deutschland sollte sich auf möglichen Wahlsieg von Donald Trump vorbereiten
Deutschland sollte sich auf einen möglichen Wahlsieg von Donald Trump im November vorbereiten, so der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Michael Link. Zwar seien die Vorwahlen der Republikaner zur Präsidentschaftskandidatur noch nicht entschieden, aber es bestehe die Möglichkeit, dass Trump am Ende gewinne. Aus diesem Grund sollte Deutschland die sogenannte "Donut"-Strategie forcieren, bei der auf Kontakte in Trumps Umfeld und zu internen Veto-Playern gesetzt wird. Diese könnten aus Eigeninteresse wie ein Puffer um Trump herum wirken.
Um diese Strategie erfolgreich umzusetzen, sollten Deutschland und die USA an gemeinsamen Interessen anknüpfen, insbesondere in den Wirtschaftsbeziehungen und beim Handel. Es gebe genug Akteure in den USA, wie Unternehmer und Gouverneure, die nicht möchten, dass Trump ihnen schadet, indem er beispielsweise einen Handelskrieg mit der EU beginnt.
Unabhängig von den Vorwahlen sollten Deutschland und Europa die Zeit bis zur Wahl nutzen, um ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Europa müsse ein ernstzunehmender und starker Partner sein, sowohl wirtschaftlich als auch in Bezug auf eine faire Lastenverteilung in der NATO.
Nikki Haley, die letzte verbleibende Konkurrentin von Trump in den republikanischen Vorwahlen, werde es laut Link weiterhin schwer haben, Momentum zu gewinnen. Allerdings seien Überraschungen nicht ausgeschlossen, wenn sie bis zur Vorwahl in ihrem Heimat-Bundesstaat South Carolina durchhalte.
Nach der Abstimmung in New Hampshire wird es immer wahrscheinlicher, dass es zu einem erneuten Wahlkampf zwischen Trump und dem demokratischen Präsidenten Joe Biden kommt. In bundesweiten Umfragen liegt Trump im Schnitt bei knapp 68 Prozent, während Haley nur gut 12 Prozent erreicht. (eulerpool-AFX)

