Deutsche Bank Research streicht Novartis von Buy auf Hold – Avidity-Deal gerät unter Druck
Rückschlag bei Del-desiran trifft genau die richtige Stelle
Deutsche Bank Research hat Novartis das Kursziel von 140 auf 120 Franken gekürzt und die Aktie von Buy auf Hold abgestuft. Der Auslöser: der zweite Studienflop innerhalb kurzer Zeit. Erst Pelacarsen, nun Del-desiran. Beide Mittel gehören zum Bereich Herz-Kreislauf und seltene Erkrankungen. Das Management hat damit den ersten echten Test für die 12-Milliarden-Dollar-Übernahme von Avidity verloren.
Avidity-Deal auf dem Prüfstand
Del-desiran selbst mag in den Modellen der Analysten nur eine kleine Rolle spielen. Doch der Fehlschlag trifft den Kern der Strategie. Novartis kauft teuer Pipeline-Zugang, weil Cosentyx, Kisqali und Kesimpta ab Anfang der 2030er Jahre ohne Patentschutz stehen. Wenn die neuen Kandidaten schon jetzt scheitern, bleibt nur die Frage, ob das Geld besser in eigene Forschung oder in die Taschen der Aktionäre geflossen wäre.
Der Kapitalmarkt reagiert schnell
Emmanuel Papadakis von Deutsche Bank Research hat die Botschaft klar formuliert: Die Übernahme muss sich jetzt rechtfertigen. Ein Unternehmen, das 12 Milliarden Dollar für ein frühes Stadium ausgibt, kann sich keine weiteren Fehlschläge leisten. Der Markt wird das in den nächsten Quartalen genau beobachten. Wer auf Produktivität setzt, darf nicht auf teure Rettungskäufe angewiesen sein.
Was der Steuerzahler nicht bezahlen soll
Es geht hier nicht um Subventionen oder staatliche Regulierung. Es geht um privates Kapital und die Frage, ob das Management damit umgehen kann. Novartis ist kein Staatsbetrieb. Die Aktionäre tragen das Risiko – und sie haben ein Recht darauf, dass teure Deals auch Ergebnisse liefern. Sonst ist die Übernahme nur ein teures Alibi für fehlende eigene Innovation.
Fazit für Investoren
Wer Novartis hält, muss jetzt genau hinschauen. Das Kursziel liegt bei 120 Franken. Die Pipeline-Lücke ab 2030 ist real. Zwei Fehlschläge in Folge sind kein Zufall. Das Management muss liefern – oder die Strategie wird teuer.

