Deutsche Bank-Aktie gewinnt, Visa-Aktie leichter: Kooperation bei Betrugsprävention - Deutsche Bank-CFO mit optimistischen Aussagen zur Geschäftsentwicklung

Die Deutsche Bank und der US-Kartenanbieter Visa arbeiten zusammen, um Betrug im Online-Handel vorzubeugen.
Händler, die ihre Zahlungen im Online-Handel über die Deutsche Bank abwickeln, könnten ab sofort eine automatisierte Betrugserkennung der Visa-Tochter Cybersource einsetzen, teilte Deutschlands größte Privatbank am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die Technologie berechne unter Einsatz künstlicher Intelligenz und vorgegebener Regeln einen Risikowert für jede einzelne Transaktion. Potenziell betrügerische Transaktionen könnten so blockiert werden. "Der Einzelhandel wird immer digitaler, das setzt kleine und große Unternehmen immer neuen Betrugs- und Cyberrisiken aus", erläuterte Denise Burkett-Stus, Leiterin von Cybersource Europe.

Deutsche Bank blickt vorsichtig auf 2023

Das größte deutsche Geldhaus hält an den diesjährigen Erlöszielen fest. Der Blick in das kommende Jahr ist nicht mehr so optimistisch.

"Wir müssen mit Vorsicht in das Jahr 2023 blicken", sagte Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke auf einer Konferenz am Donnerstag. Es komme ein schwierige Zeit auf Privathaushalte und Unternehmen zu. Die Zinswende kompensierte das entgangene Wachstum in der Bank, erklärte Von Moltke und prognostizierte einen Erlössprung von 700 Millionen Euro durch die gestiegenen Zinsen. Für M&A-Geschäfte und Emissionsberatung sei das Marktumfeld ungünstig, dennoch bleibt die Investmentbank eine zuverlässige Einnahmequelle: Von Moltke rechnet im dritten Quartal mit einem Erlös von 2 bis 2,5 Milliarden Euro in diesem Bereich.

Deutsche-Bank-Aktien ziehen nach optimistischen Aussagen an

Die Aktien der Deutschen Bank haben nach Aussagen des Finanzvorstands James von Moltke zur Geschäftsentwicklung deutlich zugelegt. Der Aktienkurs stieg via XETRA um bis zu knapp sechs Prozent auf 9,324 Euro, nachdem von Moltke bei einer Branchenkonferenz der Bank of America gesagt hatte, dass er über die Dynamik des Geschäfts im laufenden Jahr erfreut sei. Dieses Niveau konnte das Papier nicht ganz halten, lag zum Handelsende aber immer noch mit 2,43 Prozent im Plus bei 9,03 Euro.

Mit dem Anstieg am Donnerstag rückte der Kurs wie zuletzt schon einige Male an eine technische Widerstandslinie. Zuletzt wurde der Ausbruchsversuch im Chart aber einige Male wieder eingefangen. Sollte er nun erfolgreich sein, liegt an der exponentiellen 200-Tage-Linie als viel beachtetem Indikator für den langfristigen Trend bei 9,65 Euro das nächste Etappenziel in der Erholung. Im Februar hatten die Papiere bereits 14,636 Euro gekostet und damit so viel wie seit vier Jahren nicht mehr.

Damals hatte vor allem die Hoffnung auf steigende Zinsen die Aktie wie die Anteile vieler Konkurrenten in die Höhe getrieben. Russlands Angriff auf die Ukraine hatte diesen Höhenflug aber wieder beendet und den Kurs des Papiers unter die Marke von 8 Euro gedrückt.

Im dritten Quartal sei vor allem das Geschäft mit Devisen und Zinsprodukten sehr stark gewesen. Alles in allem dürften die Erträge - also die Einnahmen der Bank - in diesem Jahr das obere Ende der ausgegebenen Zielspanne von 26 bis 27 Milliarden Euro erreichen, sagte von Moltke. Im Vorjahr hatten sie bei 25,4 Milliarden Euro gelegen. Als Grund für die nun erwartete Steigerung nannte von Moltke die steigenden Zinsen. So habe der Handel mit festverzinslichen Papieren im laufenden Quartal bisher eine starke Entwicklung hingelegt. Dies helfe, die Schwäche im Geschäft mit Immobilienkrediten und Beratung auszugleichen.

Großbanken aus den USA hatten kürzlich gewarnt, dass ihre Erträge im Kapitalmarktgeschäft im laufenden Quartal einbrechen dürften. Bei Citigroup und JPMorgan Chase war von einem möglichen Rückgang um 50 Prozent die Rede. Die starken Schwankungen an den Märkten stehen demnach zwar Deals wie Börsengängen und Übernahmen im Wege. Andererseits trieben sie den Handel mit Wertpapieren an, hieß es.

Die Deutsche Bank befindet sich nach einem radikalen Umbau auf der Zielgeraden ihres Sanierungsprogramms, das Vorstandschef Christian Sewing Mitte 2019 aufgelegt hatte. Das Geldhaus hat zwischenzeitlich mehrere Ziele zur Kostensenkung verfehlt oder aufgegeben. Andererseits entwickelten sich die Erträge besser als gedacht. Im laufenden Jahr will die Bank eine Rendite von acht Prozent auf das materielle Eigenkapital erzielen. Ende Juli hatte sie jedoch mitgeteilt, dass dieses Ziel wegen des wirtschaftlichen Umfelds inzwischen schwieriger zu erreichen sei.

Die Visa-Aktie verliert am Donnerstag an der NYSE zeitweise 0,68 Prozent auf 185,75 US-Dollar.

FRANKFURT (dpa-AFX) / FRANKFURT (Reuters)

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 22.09.2022 · 17:59 Uhr
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