Deutsche Bahn: 14 Monate Chaos zwischen Berlin und NRW – Steuerzahler zahlen, Reisende leiden

14 Monate Umleitung – ein Eingeständnis des Scheiterns
Ab 2. Oktober 2026 müssen Reisende zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen 80 Minuten mehr einplanen. Die Deutsche Bahn leitet sämtliche Fernzüge über Braunschweig und Magdeburg, weil die Stammbahn-Elektrifizierung ein Jahr später fertig wird als versprochen. Das ist kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Fehlsteuerung.
Die Strecke Berlin-Lehrte wird bis Dezember 2027 komplett gesperrt. Gleise, Weichen und Oberleitungen werden erneuert. Offiziell soll danach wieder mehr Pünktlichkeit herrschen. Wer sich an die Realität erinnert, weiß: Staatsbetriebe wie die DB liefern selten, was sie versprechen.
Güterverkehr wird mitgeschleift
Auch Frachtzüge fahren künftig über Braunschweig und Magdeburg. Ab Januar 2027 soll zusätzlich die Strecke Halle-Eichenberg zur Verfügung stehen. Die Bahn verschiebt dafür schon geplante Bauarbeiten – ein typisches Symptom von Planungsversagen.
Der Verband der privaten Güterbahnen nennt die Pläne unverantwortlich und lehnt sie rundweg ab. Peter Westenberger kritisiert, dass die Vollsperrung ohne ausreichende Umleitungsstrecken beschlossen wurde. Private Unternehmen werden für die Inkompetenz eines Staatskonzerns bestraft.
Wer zahlt die Rechnung?
Ersatzverkehre mit Bussen sollen die Auswirkungen mildern. Das Grundangebot soll verlässlich sein – so steht es in der Pressemitteilung. In der Praxis bedeutet das: Pendler und Unternehmen verlieren Zeit, Flexibilität und Geld.
Der Steuerzahler finanziert die Sanierung. Er hat kein Mitspracherecht und keine Alternative. Wer den Markt öffnen und echte Konkurrenz zulassen würde, müsste sich solche Inkompetenz nicht gefallen lassen.
Politik ohne Konsequenzen
Die Generalsanierung ist Teil eines Programms, das bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 40 Korridore umfasst. Bahnchefin Evelyn Palla will das Konzept nach zwei gescheiterten Projekten überprüfen. Das ist eine Ankündigung ohne Verantwortung.
Solange der Bund Eigentümer bleibt und politische Zielvorgaben über betriebswirtschaftliche Realität stellt, werden Verzögerungen und Kostenexplosionen zur Regel. Wer den Markt ausschaltet, darf sich nicht wundern, wenn die Ergebnisse fehlen.

