Der DAX-Aufstieg ist in greifbare Nähe gerückt

Schließlich müssen Fonds, die den jeweiligen Index abbilden, das von ihnen gemanagte Portfolio bei Änderungen entsprechend anpassen und die Aktien aufnehmen. Oftmals passiert dieser Prozess schon lange vor dem eigentlichen Umstellungstermin.

Bei der anstehenden Entscheidung dürfte es im DAX zu einem Tausch kommen. Denn gemäß der "Fast Exit"-Regel ist die Aktie von Lufthansa akut abstiegsgefährdet. Demnach muss ein Unternehmen die oberste deutsche Börsenliga verlassen, wenn es hinsichtlich Börsenwert oder Börsenumsatz nicht mehr zu den Top 45 zählt. Zuletzt lag Lufthansa beim Börsenwert nur noch auf Rang 48. Da der Aktienkurs in den vergangenen Tagen bei steigendem Gesamtmarkt weiter gesunken ist, dürfte sich die Position kaum verbessert haben.

Zudem muss es mindestens einen Aufstiegskandidaten geben, der in beiden Kriterien zu den Top 35 gehört. Derzeit erfüllen der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen (27/33) und die Biotechfirma Qiagen (30/35) diese Voraussetzungen. Weil der Rang Börsenwert entscheidet, ist Deutsche Wohnen der DAX-Aufstieg kaum noch zu nehmen. Lediglich, wenn sich Lufthansa bis Ende Mai deutlich erholt, bleibt alles beim Alten.

Auch abgesehen vom möglichen DAX-Aufstieg ist Deutsche Wohnen interessant. Der Wohnimmobilienkonzern hat auch im ersten Quartal von steigenden Mieten profitiert. Sie legten um 2,9 Prozent auf 210,6 Mio. Euro zu. Der operative Gewinn (FFO1) ging zwar wegen höherer Verwaltungskosten um 3,9 Prozent auf 140,9 Mio. Euro zurück. Doch soll dieser Rückstand wettgemacht werden: Im Gesamtjahr 2020 soll ein operativer Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt werden. Ohne den erst kürzlich in Kraft getretenen Mietendeckel sähe es noch besser aus.

Stichwort Mietendeckel: Die Diskussion darum und schließlich dessen Einführung hat den Aktienkurs im Jahr 2019 erheblich belastet. Doch dürfte dieser Negativeffekt durch den Kursverfall weitestgehend eingepreist sein. Dafür spricht auch, dass der Konkurrent Vonovia zuletzt wieder Interesse an einem neuen Übernahmeversuch angemeldet hat, nachdem er der erste vor vier Jahren gescheitert war. Dabei könnte ein Unternehmen mit einer Marktbewertung von fast 40 Mrd. Euro entstehen. Eine Entscheidung über ein Angebot ist angeblich zwar noch nicht gefallen, jedoch sollte dabei mindestens der innere Wert (NAV) herausspringen, den Deutsche Wohnen per Ende März mit 47,84 Euro je Aktie angegeben hatte.

Da die Unsicherheiten bezüglich des Mietendeckels noch nicht ganz ausgeräumt sind, sollten Anleger nicht volles Risiko gehen. Interessant ist daher eine Spekulation mit einem Discount Call von HVB onemarkets. Er wirft Mitte September 2020 auch dann einen Ertrag von 22,7 Prozent ab, wenn die Aktie leicht fällt. Am Laufzeitende kommt es nämlich darauf an, dass der Kurs auf oder über 36 Euro steht. Angesichts der aktuellen Notiz von 38,29 Euro ist also ein kleiner Rücksetzer erlaubt. Wegen des Totalverlustrisikos - wenn die Aktie am Ende bei 34 Euro oder tiefer steht - sollte der Einsatz begrenzt werden (ISIN DE000HZ53FA5).

Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete. Hier können Sie sich zum Gratis-Newsletter anmelden: ZertifikateJournal


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[finanzen.net] · 20.05.2020 · 11:48 Uhr
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