Der Aufschwung nach dem Absturz - Wie Anleger sich positionieren können

Am Beispiel der drei deutschen Indizes - DAX, MDAX und SDAX sieht man deutlich, wie alle quasi im Gleichschritt bis zu 40 Prozent an Wert verloren haben.

Ebenso, wie der synchrone Abschwung, steigen nun seit Mitte März alle drei Indizes ebenso nahezu parallel, wobei sie in Ihrer Zusammensetzung und ihrer Gewichtung nicht unterschiedlicher sein könnten.

Der Dax, bringt es mit 30 Unternehmen aus Automobilherstellern, Chemieunternehmen, sowie Finanz- und Großindustrie auf eine Marktkapitalisierung von 1.188 Mrd. Euro. Der MDax ist mit seinen 60 Unternehmen von A - wie Airbus bis Z - wie Zalando ist deutlich bunter gemischt und wartet mit einer Marktkapitalisierung von rund 400 Mrd. Euro auf. Der SDax listet sogar 70 Unternehmen von Urgesteinen, wie Salzgitter bis zum Tierfutter Onlinehandel Zooplus auf, bringt es aber trotz der Anzahl der Unternehmen nur auf einen Börsenwert von etwa 100 Mrd. Euro.

Bei aller Freude über die seit Mitte März wieder steigenden Kurse, sollten Investoren aktuelle kritisch hinterfragen, ob ein solch synchroner Anstieg der Indizes mit den realen Gegebenheiten übereinstimmen kann. Viele der den Unternehmen zu Grunde liegenden Geschäftsmodelle funktionieren aktuell nicht, wie die Beispiele Lufthansa und Tui zeigen, einige werden vielleicht nie mehr funktionieren, weil die Pandemie ein Umdenken in der Gesellschaft verursacht hat.

Und wie immer bringt auch jede Krise Gewinner hervor. Dafür muss man nicht immer in die USA schauen, wo einem sofort der Online Gigant Amazon einfällt. Bei uns ist es der Börsenneuling Teamviever, der seit Aufnahme in den MDax über 55 Prozent zulegen konnte oder der Kochboxenversender Hellofresh, der mit einer Performance von 122 Prozent in nur sechs Monaten sprachlos macht. Es also vermutlich nur eine Frage der Zeit, wann die Einheitseuphorie der Investoren nachlässt und Geschäftsmodelle und Bilanzstrukturen wieder in den Vordergrund einer Investitionsentscheidung treten.

Die immensen Hilfspakte treiben die Staatsverschuldung weiter in die Höhe werden dauerhaft nur mit niedrigen Zinsen, wie wir sie jetzt seit Jahren kennen zu bedienen sein. Eine höhere Inflation käme den Staaten sicherlich auch sehr entgegen, da sie quasi wie von selbst den Schuldenberg reduzieren würde. Damit wird Zinssparen dann gänzlich zur Wertevernichtung.

Auch wenn Anleger wieder einmal viel aushalten mussten, und man kann nur hoffen sie waren leidensfähig genug und haben nicht in Panik die Reißleine gezogen, es führt für den realen Vermögenserhalt bzw. Aufbau kein Weg an den Aktien vorbei. Für die Auswahl ist es aber nun mehr als eine Überlegung wert, ob man hierfür den vielleicht preiswerteren Weg über einen ETF auf den Index seiner Wahl wählt, oder dann doch lieber die höher bepreiste Alternative eines aktiv gemanagten Portfolios bzw. Fonds, um die Unternehmen zu finden, die gestärkt aus der Krise gehen.

von Ralph Rickassel, PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, eine Niederlassung der Donner & Reuschel Lux S.A.

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Kolumnen
[finanzen.net] · 29.06.2020 · 09:47 Uhr
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