Delta-Variante des Coronavirus breitet sich aus

Fußgängerzone in München
Foto: Sven Hoppe/dpa
Die Hoffnung auf Herdenimmunität ist fast so alt wie die Corona-Pandemie. Unter anderem ansteckendere Virusvarianten wie Delta lassen dahinter aber Fragezeichen entstehen.

Wiesbaden/München/Stuttgart (dpa) - Trotz insgesamt sinkender Infektionszahlen ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Mehrere Bundesländer meldeten, dass der Anteil der Variante an den Neuinfektionen zuletzt spürbar gestiegen sei.

In Hessen macht sie nach Angaben von Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bereits mehr als ein Fünftel der Neuansteckungen aus.

Variante noch infektiöser als die Alpha-Variante

«Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert», sagte Klose. Daran sehe man, «dass das sehr schnell geht». Die Variante sei noch infektiöser als die Alpha-Variante. «Aber wir haben keine Hinweise darauf, bisher jedenfalls, dass diese Variante noch mehr schwere Erkrankungen auslöst.» Er gehe davon aus, «dass Delta sich relativ schnell durchsetzen wird und die vorherrschende Variante sein wird».

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt erklärt, es sei nicht die Frage, ob, sondern wann Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominieren werde. Nach den jüngsten Zahlen des Robert Koch-Instituts lag der Anteil der zunächst in Indien entdeckten Variante an den Neuinfektionen Anfang Juni bei gut 6 Prozent (Woche vom 31. Mai bis 6. Juni) in Deutschland. In Großbritannien ist sie bereits die dominierende Variante. Dort waren im April erste Fälle nachgewiesen worden.

In Bayern hat sich die Zahl fast verdoppelt

In Bayern hat sich die Zahl der bestätigten Infektionen mit der Delta-Variante im Verlauf einer Woche fast verdoppelt. Bisher seien bayernweit 229 Fälle bestätigt, in der vergangenen Woche seien es noch 132 gewesen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. In einzelnen Laboren betrage der Anteil inzwischen fast ein Viertel.

Auch in Baden-Württemberg breitet sich die Variante aus, während die Zahl der Ansteckungen insgesamt zurückgeht. Der Anstieg bleibt allerdings auf geringem Niveau, wie aus den jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamtes (LGA) vom Dienstag hervorgeht. Demnach liegt die Zahl der Infektionen mit dieser Variante (Stand 22. Juni, 16 Uhr) bei bislang 408 von insgesamt 135 172 bestätigten Fällen, die laut LGA auf die sogenannten besorgniserregenden Varianten zurückgehen.

Sie waren zunächst unter anderem in Großbritannien, Südafrika und Indien sowie Brasilien aufgetaucht. Der Anteil der Delta-Fälle an den Ansteckungen mit Varianten legte mit Blick auf die vergangenen beiden Wochen auf 8,99 Prozent nach 6,73 Prozent zu.

Gesundheit / Krankheiten / Corona / Covid-19 / Delta / Deutschland
22.06.2021 · 22:21 Uhr
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