Delio-CEO Jeong Sang-ho zu 15 Jahren Haft wegen 70 Milliarden Won Krypto-Skandal verurteilt

Das Seoul Southern District Court in Südkorea hat den CEO von Delio, Jeong Sang-ho, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er wurde des Betrugs mit Kryptowerten im Umfang von fast 70 Milliarden koreanischen Won ($49,2 Millionen) schuldig gesprochen. Die 11. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jang Chan verkündete das Urteil am 13. August.
Das Gericht ordnete zudem die Inhaftierung von Sang-ho an, da Fluchtgefahr bestand.
15 Jahre Haft
Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine 20-jährige Haftstrafe gefordert. Das Gericht wies jedoch einige Beweise der Anklage zurück, nachdem es die Argumente von Sang-hos Verteidigung akzeptiert hatte, dass die Durchsuchung und Beschlagnahmung des Servers des Outsourcing-Unternehmens Gabia rechtswidrig erfolgt war.
Das Gericht stellte fest, dass die Staatsanwaltschaft Delios Recht auf Teilnahme an der Durchsuchung nicht gewährleistet und keine Liste der beschlagnahmten Gegenstände bereitgestellt hatte. Dadurch wurden die Datenbankinformationen des Unternehmens und damit verbundene sekundäre Beweise unzulässig.
Bei der Urteilsverkündung erklärte das Gericht:
"The defendant committed a crime of embezzling a large amount of money from numerous victims, and considering the circumstances and details of the crime, the means and methods used, and the scale of the damage, the nature of the offense is very serious. He has not received forgiveness from the victims who suffered serious economic losses as a result of this case."
Gleichzeitig erkannte das Gericht an, dass externe Faktoren zu dem Fall beigetragen hatten und dass Sang-ho keine Vorstrafen hatte, die über eine Geldstrafe hinausgingen. Das Urteil bedeutete eine erhebliche Reduzierung gegenüber der ursprünglichen Anklage der Staatsanwaltschaft, die Betrug im Umfang von etwa 250 Milliarden Won (rund $176 Millionen) und etwa 2.800 Kunden vorwarf.
Nach Ausschluss der Beweise im Zusammenhang mit der größeren Anschuldigung befand das Gericht Sang-ho stattdessen unter der alternativen Anklage der Staatsanwaltschaft für schuldig, die etwa 70 Milliarden Won und über 1.078 Opfer umfasste.
Krise im Zusammenhang mit Haru
Delio bot einst hohe Renditen auf Kryptowährungs-Einlagen an und präsentierte sich als digitale Vermögensbank. Sein anschließender Zusammenbruch war eng mit dem Niedergang der Krypto-Ertragsplattform Haru Invest verbunden. Berichten zufolge hatte Delio einen Teil der Kundengelder bei Haru angelegt, um Renditen zu erzielen. Dies führte dazu, dass der südkoreanische Kreditgeber exponiert war, als Haru im Juni 2023 abrupt die Auszahlungen einstellte und Probleme mit seinem Dienstleister B&S Holdings angab.
Dies zwang Delio kurz darauf, ebenfalls die Auszahlungen zu stoppen, was eine Liquiditätskrise auslöste, die letztlich zu seiner Insolvenz beitrug.

