Das »Sound Shirt« bringt Gehörlose zum Tanzen: Musikgenuss über die Haut

Dort, wo Musik gespielt und getanzt wird, fühlen sich Gehörlose leider oft ausgeschlossen. Zwar lassen sich bestimmte Töne durchaus auf der Haut spüren, doch diese Signale sind zu wenig differenziert, um sie als vollständige »Lieder« wahrzunehmen. Die Firma Cutecircuit gibt diesen Menschen nun ein Werkzeug zur Hand, dass sie die Tiefe der Musik spüren lässt — auf dem gesamten Oberkörper.

Musikalische Klänge spürbar machen per Mikroelektronik

Ein hoher Preis für ein unbezahlbares Erlebnis

Das besagte Unternehmen hat seinen Sitz in London. Es hat das sogenannte »Sound Shirt« herausgebracht, ein Kleidungsstück, das musikalische Schwingungen überträgt und so eine wirkliche differenzierte Musikwahrnehmung möglich macht. Die wenigen Gehörlosen, die dieses High-Tech-Wunder bereits ausprobieren konnten, zeigen sich begeistert. Sie hatten zum ersten Mal die Möglichkeit, sich gemeinsam mit Hörenden auf der Tanzfläche rhythmisch im Takt der Musik zu bewegen und dabei tatsächlich ein Gefühl für den Sound zu bekommen. Leider kostet derzeit jedes einzelne Sound Shirt umgerechnet 3.400 Euro, das wird sich wahrscheinlich nur ändern, wenn die Nachfrage und damit eine größere Produktion ankurbelt.

Instrumente werden an verschiedenen Körperstellen fühlbar

Francesca Rosella als Kreativ-Chefin erklärt, dass die Sound Shirts nicht mit steifen Drähten und unbequemer Technik bestückt sind. Im Gegenteil: Die Oberteile fühlen sich eich und flexibel an, so, wie Kleidung sein sollte. Es handelt sich um rein textile Ware aus »intelligenten Stofen«, sagt sie. Die enthaltene Mikroelektronik ist so dünn, dass der Träger sie nicht spürt. Die »elektronischen Motoren« geben den Sound der Umgebung an den leitfähigen Stoff weiter, eine Software bastelt darauf fühlbare Impulse. Verschiedene Instrumente machen sich an unterschiedlichen Körperstellen bemerkbar, Trommeln haben beispielsweise ihren Platz auf dem Rücken.

Neben dem Preis gibt es einen kleinen weiteren Haken: Der Veranstalter muss, um die Shirts nutzbar zu machen, Mikrofone im Raum aufstellen, die eine Direktleitung zu einem Computer besitzen. Dieser sendet sämtliche Signale in Windeseile an die Kleidungsstücke, so schließt sich der Kreis.

Quelle: faz.net 

Produkttrends / Gehörlose / Musik
[trendsderzukunft.de] · 20.10.2019 · 16:03 Uhr
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