Daimler-Aktie büßt Gewinne ein: Daimler schreibt trotz Absatzeinbruch operativ schwarze Zahlen in Q1

Die Sparte Mercedes-Benz Cars & Vans habe ebenso eine positive Marge erreicht wie der Nutzfahrzeugbereich Daimler Buses & Trucks, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm in einer Analystenkonferenz. Auch der Unternehmensbereich Mobility habe eine positive Marge erzielt, allerdings bereinigt um Kreditverluste, die zudem im Steigen begriffen seien.

CFO Wilhelm sagte, die weitere Geschäftsentwicklung sei wegen der Pandemie derzeit nicht absehbar. Daimler operiere auf Sicht eines Tages. Das Unternehmen habe seine globale Produktion angepasst und mit Kurzarbeit in Deutschland auf die schwache Entwicklung reagiert. Das Management habe seine Bezüge verringert und Investitionen reduziert. An Zukunftsprojekten halte der Konzern aber fest, um bereit zu sein, wenn das Geschäft wieder anzieht. Mit einer zusätzlichen Kreditlinie von 12 Milliarden Euro habe sich das Unternehmen eine finanzielle Flexibilität gesichert. Derzeit bleibe das Management auch bei seinem Vorschlag, eine Dividende von 0,90 Euro zu zahlen. Wilhelm sagte, dass der Konzern sich mit der Liquiditätslage im Industriegeschäft wohl fühle. In China sei der Geschäftsbetrieb inzwischen schon wieder hergestellt.

Absatzeinbruch wegen Corona-Krise

Mercedes-Benz Cars hat im ersten Quartal einen Absatzeinbruch um 17,8 Prozent auf 483.241 verzeichnet. Die Stammmarke Mercedes alleine brachte es den Angaben zufolge in den drei Monaten auf 477.378 Einheiten, eine Abnahme um 14,9 Prozent. Beim Kleinwagen Smart verringerte sich der Absatz um 78,3 Prozent auf 5.863 Fahrzeuge.

"Die Auswirkungen der Corona-Krise haben bereits den Absatz im März stark geschwächt und daher sind wir mit Blick auf das Quartal hinter den angepeilten Zahlen geblieben. Dennoch konnten wir vor allem in Deutschland ein sehr gutes Ergebnis erzielen", sagte Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Benz Vans.

In Deutschland fiel der Absatzrückgang mit 8,8 Prozent auf 64.332 Stück vergleichsweise moderat aus. Im größten Markt China lag der Absatz von Januar bis März bei 138.960 Pkw und damit 20,3 Prozent unter dem hohen Vorjahresniveau.

"Wir verlieren unsere Ziele nicht aus den Augen und arbeiten weiterhin an Zukunftsthemen und strategischen Projekten, um nach der Krise wieder voll durchzustarten", so Britta Seeger, Vorstandsmitglied der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Vertrieb. "In China und Südkorea haben unsere Handelsbetriebe komplett geöffnet und wir sehen dort einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Das stimmt uns zuversichtlich."

Daimler verlängert Kurzarbeit - Keine Verluste im Kerngeschäft

Der Autobauer Daimler kämpft weiter mit den massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Die Kurzarbeit soll verlängert werden, parallel stellt der Konzern aber auch erste Weichen für einen Wiederanlauf der Produktion, wie er am Mittwoch mitteilte.

Für den Großteil der Auto-, Transporter- und Nutzfahrzeugproduktion sowie der Verwaltung plant Daimler nun nicht mehr nur bis zum 17. April, sondern bis zum Ende des Monats Kurzarbeit. "Damit reagiert das Unternehmen auf die weitreichenden Auswirkungen des Corona-Virus und die daraus resultierenden zunehmend schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen", hieß es.

Auch der Betriebsrat sieht derzeit keine andere Möglichkeit. "Niemand will Kurzarbeit. Wir würden alle viel lieber arbeiten und unseren Beitrag für den Erfolg des Konzerns leisten", sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. "Aber es gibt momentan keine Alternative zu Kurzarbeit."

Die Produktion ruht schon seit etwa zweieinhalb Wochen in großen Teilen. Nur in einigen besonders wichtigen Bereichen wird noch gearbeitet. Seit Beginn dieser Woche sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit - zuvor hatten sie Arbeitszeitkonten oder Urlaub abgebaut. Um wie viele Beschäftigte es geht, sagt Daimler nicht. In Deutschland hat der Autobauer rund 170.000 Mitarbeiter.

Einige Werke will Daimler trotz verlängerter Kurzarbeit schon vom 20. April an nach und nach wieder hochlaufen lassen. Beginnen soll die Antriebstechnik, danach folgen die Pkw-Werke Sindelfingen und Bremen und die Van-Standorte - alle aber jeweils nur im Ein-Schicht-Betrieb und unter umfassenden Sicherheitsvorkehrungen. Auch in den Bus- und Lkw-Werken soll ab dem 20. April schrittweise wieder produziert werden. Einen neuen Plan hat Daimler nun auch für die ursprünglich für den 1. April geplante und dann verschobene Hauptversammlung. Sie solle Anfang Juli in digitaler Form stattfinden, kündigte Wilhelm an.

Daimler stellt Geschäftsberichte auf drei Sparten um

Die Daimler AG wird in ihren Geschäftszahlen künftig über drei statt wie bislang über fünf Segmente berichten. Das gelte ab dem Bericht zum ersten Quartal 2020, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm in einer Analystenkonferenz. Die neue Berichtsstruktur solle die veränderte Konzernstruktur widerspiegeln.

Neu berichtet Daimler künftig über die Sparte "Mercedes-Benz Cars & Vans", bislang waren das Pkw-Geschäft und die Kleinbusse separat ausgewiesen worden. Auch Lkw und Busse werden nun in einer Sparte zusammengefasst, in "Daimler Trucks & Buses". Unverändert gibt es zudem den Bereich Daimler Mobility.

Daimler nimmt zudem neue Kennziffern in die Berichterstattung auf, so dass neben den Zahlen nach US-GAAP auch bereinigte Werte berichtet werden. Auf Konzernebene gibt es neu das bereinigte EBIT, das Rechtsstreitigkeiten, M&A-Effekte und die Restrukturierung ausklammert. Hier können sich riesige Unterschiede ergeben. Hatte Daimler für 2019 ein EBIT von 4,3 Milliarden Euro ausgewiesen, beträgt das bereinigte EBIT im vergangenen Jahr 10,3 Milliarden Euro.

Finanzvorstand Wilhelm erklärte die große Abweichung unter anderem mit dem Takata-Skandal und der X-Klasse. Daimler werde sich bemühen, die Differenz zwischen dem bereinigten und dem unbereinigten EBIT nicht zu groß werden zu lassen.

Für die Automotive-Segmente nennt der Konzern künftig außer dem bereinigten EBIT auch bereinigt und unbereinigt den Cashflow vor Abzug von Zinsen und Ertragsteuern (CFBIT) sowie eine bereinigte Umsatzrendite (ROS) und schließlich eine bereinigte Cash Conversion Rate (CCR). Bei Daimler Mobility kommt ebenfalls unter anderem das bereinigte EBIT hinzu.

Im XETRA-Handel ging es für die Daimler-Aktie auf und ab - zuletzt um 0,05 Prozent auf 28,13 Euro marginal nach unten.

FRANKFURT (Dow Jones) / STUTTGART (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 08.04.2020 · 17:53 Uhr
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