Cyberangriff auf US-Finanzministerium: Chinesische Hacker im Visier
In einem aufsehenerregenden Bericht der Washington Post wurde bekannt, dass chinesische Regierungshacker das US-Finanzministerium ins Visier genommen haben. Betroffen sind insbesondere die Büros, die für die Verwaltung von Wirtschaftssanktionen zuständig sind, darunter das Office of Foreign Assets Control sowie das Office of Financial Research. Ebenso zählten die Hackerangriffe das Sekretariat der US-Finanzministerin Janet Yellen zu ihren Zielen.
Bereits zu Beginn der Woche hatte das Finanzministerium in einem Schreiben an Gesetzgeber über den Diebstahl nicht klassifizierter Dokumente in einem „großen Vorfall“ informiert. Welche Benutzer oder Abteilungen konkret betroffen waren, blieb jedoch unklar. Pikant ist der politische Hintergrund: Während China alle Vorwürfe als „irrational“ und unbegründet abtut und die Erklärungen der USA als „Verleumdungsangriffe“ bezeichnet, bleibt das Finanzministerium auf Tauchstation und reagiert nicht auf Anfragen bezüglich des Zeitungsberichts.
Das Interesse Chinas scheint laut den Quellen der Washington Post dabei auf mögliche chinesische Entitäten zu liegen, gegen die die USA Wirtschaftssanktionen in Erwägung ziehen könnten. Zudem wurde bekannt, dass die Hacker ein Drittanbieter-Cybersicherheitsunternehmen, BeyondTrust, kompromittierten. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Beziehungen zwischen den USA und China angespannt sind und Sanktionen ein zentrales Instrument der US-Außenpolitik darstellen.
In der Vergangenheit waren chinesische Unternehmen und Einzelpersonen häufig Ziel von US-Sanktionen, welche die USA gezielt als strategisches Druckmittel gegen Peking einsetzen. Letzten Monat betonte Janet Yellen in einem Interview, dass weitere Sanktionen gegen chinesische Banken nicht ausgeschlossen seien, um den Ölhandel Russlands zu unterbinden und deren Zugang zu globalen Märkten einzuschränken.

