CSU trotz Aufwärtstrend unter Erwartungen – AfD im Höhenflug
Die CSU hat bei der Bundestagswahl in Bayern einen signifikanten Stimmenzuwachs verzeichnet und ihren Abwärtstrend gestoppt. Mit 37,2 Prozent der Stimmen stehen die Christsozialen unter Markus Söder als stärkste Kraft im Freistaat da – ein Anstieg von über fünf Prozentpunkten im Vergleich zu 2021. Damals hatte die CSU mit lediglich 31,7 Prozent ein historisches Tief erreicht. Trotz des Erfolgs bleibt ein Wermutstropfen beim Wahlabend in München: Die angestrebte 40-Prozent-Marke wurde klar verfehlt, obwohl ihre Direktkandidaten in allen Wahlkreisen führten.
Während die CSU jubelt, erlebte die AfD einen wahren Siegeszug. Mit 19,0 Prozent hat sich das Ergebnis der Partei im Vergleich zur letzten Wahl mehr als verdoppelt. Dies löste bei der AfD große Euphorie aus, zumal der Landesvorsitzende Stephan Protschka trotz erheblicher Widerstände mit einem „hervorragenden Ergebnis“ für seine Partei zufrieden ist. Allerdings löste der Aufstieg der rechtsextremen Partei auch Bestürzung aus. Charlotte Knobloch von der Israelitischen Kultusgemeinde Stuttgart sprach von einer erschreckenden Entwicklung und einem wachsenden Antisemitismus.
Im Lager der Freien Wähler unter Hubert Aiwanger herrschte dagegen Enttäuschung. Die Partei fiel auf einen Stimmanteil von 4,3 Prozent zurück. Für die SPD kam es ebenfalls knüppeldick: Mit gerade einmal 11,6 Prozent rutschte die Partei unter die 12-Prozent-Marke und erlebte einen bitteren Wahlabend auf Platz vier.
Im Gegensatz dazu konnten sich die Grünen behaupten und mit 12,0 Prozent die SPD überholen, was sie zur drittstärksten Kraft in Bayern macht. Überraschend erfreulich fiel das Ergebnis der Linken aus, die mit 5,7 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde klar übersprangen. Dagegen musste die FDP mit lediglich 4,2 Prozent eine Niederlage hinnehmen, deutlich weniger als bei der letzten Wahl. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht schaffte es in Bayern nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.

