Covestro-Aktie gibt ab: Covestro erfüllt Erwartungen - 2021 wieder auf Vor-Pandemie-Niveau

Der Werkstoffhersteller verdiente im Gesamtjahr operativ (EBITDA) 1,472 Milliarden Euro - 8,2 Prozent weniger als 2019. Damit wurden die Analystenerwartungen und die eigene Prognose erfüllt. Allein 637 Millionen Euro EBITDA erzielte Covestro im Schlussquartal, 359 Millionen mehr als im Vorjahr.

Unter dem Strich blieben 459 Millionen Euro und damit 16,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichwohl sollen die Aktionäre 1,30 Dividende bekommen - das sind 10 Cent mehr als für das Vorjahr. Mit Blick auf die Pandemie hatte Covestro die Ausschüttung im vergangenen Jahr kurzerhand halbiert. Künftig sollen in jedem Jahr 35 bis 55 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausgeschüttet werden, kündigte Covestro an. Die geplante Dividende für das abgelaufene Jahr liegt damit am oberen Ende dieser Spanne.

Für 2021 peilt das Unternehmen aus Leverkusen Ergebniszahlen über dem Vor-Pandemie-Niveau an. So soll das EBITDA zwischen 1,7 und 2,1 Milliarden Euro liegen. 700 bis 780 Millionen davon will Covestro bereits im ersten Quartal erwirtschaften.

Ab dem zweiten Quartal wird das Geschäft mit nachhaltigen Beschichtungsharzen des niederländischen Wettbewerbers DSM zum Ergebnis beitragen, dessen Übernahme Covestro im vergangenen September klargemacht hatte. Rund 6 Prozentpunkte des mit 10 bis 15 Prozent angepeilten Absatzwachstums im Kerngeschäft für 2021 entfallen darauf.

Covestro-Aktie auf Berg- und Talfahrt - Gewinnmitnahmen nach Rally

Licht und Schatten in den Aussagen von Covestro zum ersten Quartal, dem erwarteten Jahresverlauf und zur Dividende haben am Dienstag den Aktienkurs des Kunststoffherstellers bestimmt. Nach einem starken Handelsstart mit dem höchsten Kurs seit Oktober 2018 bröckelten die Gewinne ab. Nach zunächst hohen Gewinnen drehten die Papiere ins Minus und fielen um 0,40 Prozent auf 59,86 Euro. Damit hielten sie sich aber deutlich besser als der DAX.

JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi lobte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im vierten Quartal, das ein starkes Preisumfeld reflektiere. Die Prognose des Managements zum Ebitda im ersten Quartal 2021 sei "ebenfalls sehr stark". Sie bedeute im Vergleich zum Vorjahr "nahezu eine Verdreifachung" und sei auch verglichen mit dem Schlussquartal 2020 deutlich höher.

Baader-Bank Analyst Markus Mayer dagegen hob den Dividendenvorschlag von 1,30 Euro je Aktie hervor und sprach von einer "kleinen Enttäuschung". Zwar habe er selbst nur mit 1,25 Euro je Aktie gerechnet, doch einige Experten hätten sich mehr erhofft.

Zwei weitere Analysten, von Goldman Sachs und Stifel Europe, verwiesen auf den Ausblick, der im Vergleich zum bislang besser als erwartet ausgefallenen ersten Quartal "konservativ" erscheine.

Laut einem Händler dürften einige Anleger nun erst einmal Kasse machen nach der Rally der letzten Monate. Trotz des moderaten Minus am Dienstag summieren sich die Kursgewinne seit dem Corona-Tief vergangenen März immer noch auf mehr als 150 Prozent.

Daher dürfte nun mit Spannung auf die Aussagen des Managements während der Telefonkonferenz am Nachmittag gewartet werden.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 23.02.2021 · 15:12 Uhr
[0 Kommentare]
 

Paraguay: Schwere Krawalle bei Demo gegen Regierung

Corona-Protest
Asunción (dpa) - Bei Protesten gegen die Regierung ist es in Paraguay zu schweren Krawallen gekommen. […] (02)

Corona Consumer Check: In der Krise zählt Vertrauen

Konsumentinnen und Konsumenten greifen in der Krise auf bewährte Anbieter zurück – online wie offline. […] (00)
 
 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News