Coinbase-Rat warnt: 7 Millionen Bitcoin könnten durch Quantencomputer gefährdet sein

Der Quantum Advisory Council von Coinbase hat darauf hingewiesen, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen frühzeitig mit der Planung für eine post-quantenfähige Migration beginnen sollten, bevor Quantencomputer in der Lage sind, die derzeitige Public-Key-Kryptographie zu brechen.
In einem Bericht vom 11. Juni mit dem Titel „Post-Quantum Migration and Abandoned Coins“ wird das Problem sowohl als technisches Migrationsproblem als auch als Governance-Dilemma dargestellt. Die zentrale Frage ist, wie Nutzer zu quantensicheren Adressen wechseln können und wie mit Coins umgegangen werden soll, die nicht migriert werden.
Der Bericht stellt fest, dass derzeit kein Quantencomputer die Kryptographie, die Krypto-Assets sichert, brechen kann. Dennoch wird das Risiko als strategisch wichtig erachtet, da dezentrale Ökosysteme Jahre benötigen können, um größere Upgrades zu koordinieren, insbesondere wenn es um Nutzerfonds, verlassene Wallets und Eigentumsrechte geht.
Warum einige Bitcoin stärker gefährdet sind
Der Bericht von Coinbase schätzt, dass etwa 7 Millionen BTC derzeit quantengefährdet sind. Diese Zahl umfasst Coins in Adresstypen, bei denen öffentliche Schlüssel bereits sichtbar sind, sowie Coins, die mit der Wiederverwendung von Adressen verbunden sind, bei denen ein öffentlicher Schlüssel nach einer Transaktion sichtbar wird.
Eine besonders sensible Kategorie sind die alten Pay-to-Public-Key-Adressen. Der Bericht gibt an, dass etwa 1,7 Millionen BTC in diesen P2PK-Adressen gehalten werden, bei denen öffentliche Schlüssel direkt sichtbar sind. Dazu gehören früh geschürfte Coins, die mit der frühesten Geschichte von Bitcoin verbunden sind, sowie möglicherweise verlorene oder verlassene Gelder.
Das Problem unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Software-Upgrade. Aktive Nutzer können angewiesen werden, Gelder auf quantensichere Adressen zu übertragen, sobald geeignete Signaturschemata verfügbar sind. Verlassene Coins, verlorene Wallets und inaktive frühe Adressen sind schwieriger zu handhaben, da möglicherweise niemand verfügbar ist, um sie zu bewegen.
Das Governance-Dilemma
Der Rat skizzierte mehrere mögliche Wege. Eine Option ist eine harte Migrationsfrist, nach der nicht migrierte, gefährdete Gelder eingefroren oder verbrannt werden könnten, um zukünftigen Quanten-Diebstahl zu verhindern. Dieser Ansatz priorisiert die Netzwerksicherheit, wirft jedoch ernsthafte Fragen zu Eigentumsrechten auf.
Eine zweite Option besteht darin, die Rechte zu wahren und nichts zu tun, wodurch gefährdete Coins unberührt bleiben. Dies vermeidet erzwungene Eingriffe, könnte jedoch zukünftigen Angreifern ermöglichen, exponierte Gelder zu stehlen, wenn die Quantenfähigkeiten stark genug werden.
Der Bericht diskutiert auch Mittelweg-Ideen. Dazu gehört die Begrenzung, wie viel von älteren Adressen in einem bestimmten Zeitintervall bewegt werden kann, manchmal als Sanduhrmechanismus beschrieben, sowie die Verwendung von Zero-Knowledge-Proofs wie BIP-361, um Nutzern zu ermöglichen, den Besitz alter Schlüssel nachzuweisen, ohne sensible Informationen preiszugeben.
Planung vor der Krise
Die praktische Empfehlung des Rates besteht darin, die technische Arbeit von der Governance-Debatte zu trennen. Das bedeutet, dass die Branche jetzt beginnen kann, quantensichere Signaturen zu entwickeln und zu testen, während weiterhin darüber diskutiert wird, wie mit verlassenen oder gefährdeten Coins umgegangen werden soll.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Wenn man wartet, bis Quantenangriffe unmittelbar bevorstehen, müssten Netzwerke technische Upgrades, Wallet-Migrationen, Unterstützung durch Börsen und Community-Governance unter Druck koordinieren. Ein früher Start gibt Entwicklern und Nutzern mehr Spielraum, um Systeme zu testen und überstürzte Entscheidungen zu vermeiden.
Für Bitcoin-Inhaber ist die Erkenntnis nicht, dass Coins heute plötzlich unsicher sind. Vielmehr müssen langlebige digitale Vermögenswerte eine langfristige Sicherheitsplanung haben. Je mehr Wert über Jahrzehnte in Krypto-Netzwerken liegt, desto wichtiger wird es, kryptografische Übergänge zu planen, bevor sie zu Notfällen werden.
Der Bericht von Coinbase fügt dieser Diskussion eine weitere wichtige Stimme hinzu. Die Debatte über verlassene Coins wird nicht einfach sein, aber die Botschaft des Rates ist klar: Die Frage der post-quantenfähigen Migration ist nicht mehr theoretisch genug, um ignoriert zu werden.

