CO2-Grenzwerte: Wie deutsche Autobauer vom Elektroauto-Boom in Norwegen profitieren!

Die Europäische Union macht den Autoherstellern zukünftig strenge Vorgaben in Sachen CO2-Ausstoß: Ab 2020/21 darf deren Flotte im Durchschnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Dies hat zur Folge, dass Elektroautos immer stärker an Bedeutung gewinnen. Denn weil diese während der Fahrt keine Emissionen verursachen, können damit größere Autos mit hohem CO2-Ausstoß kompensiert werden. Zumal Elektroautos in der Statistik auch noch doppelt gezählt werden. Das Land mit dem prozentual größten Anteil an neu zugelassenen Elektroautos in Europa ist allerdings Norwegen – und gehört damit gar nicht zur Europäischen Union. Inzwischen hat die zuständige EU-Kommission allerdings bestätigt, dass auch die dort verkauften Elektroautos mitgezählt werden.

Symbolbild

Die Strafzahlungen könnten zu sinkenden Gewinnen führen

Sollten Autohersteller die Grenzwerte dennoch verpassen, drohen ihnen empfindliche Strafen. So wird für jedes Auto pro Gramm eine Strafe in Höhe von 95 Euro fällig. Was auf den ersten Blick nach nicht besonders viel klingt, summiert sich bei einigen Konzernen doch zu einer erheblichen Summe. Bei Volkswagen beispielsweise gehen Experten davon aus, dass jedes Gramm zu viel einen dreistelligen Millionenbetrag kosten würde. Aufgrund des starken Wettbewerbs in der Branche dürfte es auch nicht so einfach sein, die Strafzahlung über den Kaufpreis an die Kunden weiter zu geben. Die Folge: Die Gewinnmarge würde schrumpfen. Legt man die Verkaufszahlen der letzten Jahre zugrunde, würden die Emissionen der deutschen Autobauer durch die Einberechnung Norwegens im Schnitt um rund ein Gramm pro Auto und Kilometer sinken.

Die Schweiz wird auch weiterhin nicht mitgezählt

Dennoch sind die Hersteller noch weit von der Zielvorgabe entfernt. Die aktuellsten Zahlen stammen zwar noch aus dem Jahr 2017. Damals allerdings lag die durchschnittliche CO2-Emission noch bei stolzen 119 Gramm – und damit sogar ein Gramm höher als im Jahr zuvor. Allerdings handelt es sich hier nur um einen Durchschnittswert. Einige Unternehmen sind schon heute der Zielmarke recht nah. Andere hingegen haben sogar noch mehr Arbeit vor sich als der Wert ohnehin schon suggeriert. Zumindest in einem Punkt gibt es aber eine Entlastung für die Autobauer: Die Schweiz, in der die CO2-Emissionen der Neuwagen im Jahr 2017 sogar bei 134 Gramm pro Kilometer lagen, wird – im Gegensatz zu Norwegen – auch weiterhin nicht in die Statistik einfließen.

Via: Der Spiegel

Auto / Elektroautos
[trendsderzukunft.de] · 11.02.2019 · 13:08 Uhr
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