Chronologie: Tödliche Unwetter in Europa

21. Februar 2010, 12:38 Uhr · Quelle: dpa
Hamburg (dpa) - Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren auch in Europa zu verheerenden Unwettern mit Todesopfern gekommen. Eine Auswahl tödlicher Unwetter in Europa seit 1990:

25.01.- 01.03.1990 - Orkanserie über Europa - 260 Tote

Der Orkan «Daria» verwüstet weite Teile Mittel- und Westeuropas. «Daria» und den nachfolgenden Winterstürmen (u.a. «Herta», «Judith», «Ottilie», «Vivian», «Wiebke») fallen bis Anfang März etwa 260 Menschen zum Opfer. In Deutschland gibt es mindestens 25 Tote. Von «Undine» betroffen sind insbesondere auch Irland, Großbritannien, die Benelux-Länder und Dänemark. Die Schäden addieren sich auf mehr als 15 Milliarden US-Dollar.

05.01.-10.01.1991 - Stürme über Irland und England - etwa 30 Tote

Sturmböen in Orkanstärke über Nordeuropa töten etwa 30 Menschen. Besonders betroffen sind Irland und der Westen Englands (23 Tote, allein 480 Millionen Dollar Versicherungsschaden). Allein in Irland sterben 13 Menschen bei Unfällen. Ein maltesischer Tanker kentert, zehn Seeleute ertrinken. Auch Dänemark, Belgien, Luxemburg und Deutschland sind vom Wintersturm «Undine» betroffen.

13.01.-14.01.1993 - Orkan über Nord- und Westeuropa - mind. 55 Tote

Über der Ostsee, Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern wütet der Orkan «Verena» mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern. Im Sturm vor Rügen sinkt am 14. Januar die polnische Ro-Ro-Fähre «Jan Heweliusz» mit 55 Menschen an Bord; neun werden gerettet.

22.-25.09.1993 - Überschwemmungen im Alpenraum - mindestens 20 Tote

Sintflutartige Regenfälle führen in der Schweiz, Italien und Südostfrankreich zu Überschwemmungen. Mindestens 20 Menschen sterben bei dem Unwetter. Dutzende werden verletzt. Besonders schlimm trifft es die Walliser Kleinstadt Brig. - Anfang Oktober werden der Alpenraum, Mittelfrankreich und die Rhone-Mündung erneut von Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen heimgesucht: Etwa 17 Tote.

04.11.1994 - Gewitterstürme in Südeuropa - mindestens 80 Tote

Über dem Nordwesten Italiens, Südfrankreich und der Mittelmeerregion Spaniens wüten schwere Gewitterstürme mit sintflutartigen Regenfällen, die Dutzende Menschen das Leben kosten, 48 werden vermisst. Allein bei Sturzfluten in Italien (Piemont, Ligurien) gibt es über 80 Tote und Verschollene.

22.01.-02.02.1995 - Unwetter über Westeuropa - 40 Tote

Weite Teile Westeuropas - die Benelux-Länder, Deutschland und Frankreich - werden von schweren Unwettern heimgesucht. Insgesamt gibt es infolge der Sturmtiefs «Thalia», «Urania», «Valeska» und «Wilma» etwa 40 Tote. Die Sachschäden liegen bei drei Milliarden Dollar. In den Niederlanden müssen wegen Deichbruchgefahr 240 000 Menschen evakuiert werden.

04.-05.11.1995 - Stürme in Europa - 60 Tote

Bei Stürmen, Hochwasser, Regenfällen und Schneestürmen kommen in Europa mehr als 60 Menschen ums Leben. Besonders betroffen sind die Elendsviertel von Izmir (West-Türkei). Die deutsche Ostseeküste erlebt am 3. November das schwerste Sturm-Hochwasser seit 40 Jahren.

07.08.1996 - Unwetter in Spanien - 86 Tote

Nach sintflutartigen Regenfällen in den spanischen Pyrenäen reißt eine Schlamm- und Gerölllawine einen Campingplatz bei Biescas mit sich. 86 Leichen werden geborgen.

31.10.1997 - Unwetter in Spanien und Portugal - 60 Tote

Die Azoren sowie der Süden Spaniens und Portugals werden von schweren Unwettern heimgesucht. 60 Menschen sterben. Zahlreiche Ortschaften werden überschwemmt. 31 Opfer gibt es allein auf den Azoren, wo eine Schlamm- und Steinlawine das Fischerdorf Ribeira Quente niedergewalzt hatte.

06.11.1997 - Unwetter in Spanien und Portugal - 32 Tote

Bei schweren Unwettern im Süden von Spanien und Portugal kommen mindestens 32 Menschen ums Leben, davon 21 in Spanien und elf in Portugal. Es gibt mehrere Vermisste.

05.05.1998 - Unwetter in Italien - bis 280 Tote

In der süditalienischen Region Kampanien kommen bei Erdrutschen nach sintflutartigen Regenfällen bis zu 280 Menschen um, 2 000 werden obdachlos. Am stärksten von den bis zu vier Meter hohen Schlammlawinen zerstört wird die Kleinstadt Sarno, etwa 30 Kilometer östlich von Neapel. Bis Mitte Mai werden 148 Leichen geborgen; weit mehr als hundert Opfer sind wahrscheinlich noch verschüttet.

13.11.1999 - Überschwemmungen in Frankreich - mind. 33 Tote

Von den Pyrenäen herziehende Wolkenbrüche setzen weite Landstriche in Südfrankreich unter Wasser. Besonders die Départements Aude und Tarn sind schwer betroffen. Das Hochwasser steht in einigen eingeschlossenen Dörfern zwei Meter hoch. Vorläufige Bilanz: 33 Tote. Sieben Höhlengänger, denen das Wasser den Rückweg aus einer Grotte im Département Lot versperrt hatte, werden am 21. November gerettet.

26./28.12.1999 - Orkan über Europa - mind. 125 Tote

Die Orkantiefs «Lothar» und «Martin» ziehen mit Geschwindigkeiten von bis zu 215 Stundenkilometern über Südwesteuropa, richten schwere Verwüstungen an und bringen mindestens 125 Menschen den Tod (Münchener Rück: 140 Opfer). Besonders von dem zweiten Wintersturm «Martin» betroffen ist Frankreich, wo mindestens 86 Menschen ums Leben kommen. In Paris, wo der Sturm mit 170 km/h als der Stärkste seit Menschengedenken eingestuft wird, werden zahlreiche Kulturdenkmäler und Museen beschädigt. Der Konzern Electricite de France spricht von der größten Katastrophe in seiner Geschichte. Tagelang bleiben etwa zwei Millionen Franzosen ohne Strom. 69 der 96 Départements werden zu Notstandsgebieten erklärt. Schwere Schäden entstehen auch in Südwestdeutschland (mindestens 18 Tote, die meisten in Baden-Württemberg) und in der Schweiz (mindestens 14 Tote). Ausläufer erreichen Italien und Nordspanien (7 Tote). Straßen-, Luft- und Bahnverkehr brechen zusammen. In Baden-Württemberg werden rund 90 Prozent des Waldes beschädigt. Der Gesamtschaden in Westeuropa wird auf 11,0 (Münchener Rück) bis 13,5 (Schweizer Rück) Milliarden Dollar geschätzt.

16.08.2005-27.08.2005 - Überschwemmungen in Teilen Europas ? mind. 45 Tote

Fast zwei Wochen andauernde Unwetter führen zu Überschwemmungen in weiten Teilen Europas. Mindestens 45 Menschen kommen ums Leben. Am schlimmsten betroffen ist Rumänien. Dort sterben mindestens 34 Menschen. In den Alpengebieten kommen bei Überschwemmungen der Donau und mehrerer Nebenflüsse elf Menschen ums Leben ? sechs in der Schweiz, vier in Österreich und ein Mann in Bayern. Auch in Ungarn und im Süden Polens stehen zahlreiche Straßen, Felder und Bauernhöfe unter Wasser. Außerdem betroffen sind Belgien, die Niederlande und Spanien. Es wird von Schäden in Milliardenhöhe ausgegangen.

26. bis 27.05.2007 - Unwetter über Deutschland und Europa am Pfingswochenende ? 24 Tote

Hagel, Gewitter und Neuschnee: Am Pfingstwochenende wütet ein heftiges Unwetter in Teilen Europas und Deutschlands. Mindestens 24 Menschen sterben. In Brandenburg werden drei Bauarbeiter vom Blitz erschlagen. In der Türkei sterben nach schweren Regenfällen elf Menschen, darunter mehrere Kinder. Bei einem Sturm vor der bretonischen Küste ertrinken in Frankreich zwei Taucher und ein Segler. In Italien kommt in der Nähe von Udine ein Renter aus Bosnien bei einem Wirbelsturm ums Leben. In Griechenland sterben sechs Wanderer, als sie von den Fluten eines plötzlich anschwellenden Bergflüsschens erfasst wurden.

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21.02.2010 · 12:38 Uhr
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