CDU-Vize: Kandidaten sollen Anhänger auf Team einschwören

Silvia Breher
Foto: Michael Kappeler/dpa
Fordert eine rasche Einigung mit der CSU auf einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten: Silvia Breher.

Berlin (dpa) - CDU-Bundesvize Silvia Breher hat von den Kandidaten für den Parteivorsitz verlangt, alles zu tun, um eine Spaltung der CDU im Superwahljahr 2021 zu verhindern.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftsexperte Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen «sollten es nicht demjenigen, der am Ende gewählt wird, überlassen, die Partei wieder hinter sich zu versammeln», sagte Breher der Deutschen Presse-Agentur. «Sie sollten vielmehr schon heute ihre Anhänger darauf einschwören, nach der Wahl das große Team CDU zu sehen und dafür zu streiten.»

Zugleich machte Breher klar, dass sie nach der für Anfang Dezember geplanten Vorsitzendenwahl der CDU eine rasche Einigung mit der CSU auf einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten erwartet. «Ich gehe davon aus, dass sich die Schwesterparteien Anfang kommenden Jahres, wenn die CDU einen neuen Parteivorsitzenden hat und die Gespräche mit der CSU geführt worden sind, geeint hinter einen Kanzlerkandidaten versammeln werden», sagte die niedersächsische Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Cloppenburg.

Die CDU hat ihren Wahlparteitag wegen der Corona-Pandemie auf einen Tag verkürzt. Die 1001 Delegierten sollen am 4. Dezember in Stuttgart zusammenkommen und einen Nachfolger von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wählen. In der Partei wird befürchtet, dass es zwischen Merz und Laschet ein ähnlich knappes Ergebnis geben könnte wie 2018, als sich Kramp-Karrenbauer gegen Merz durchsetzte.

Breher unterstrich: «Wer heute nicht in der Lage ist, seine Anhänger auf das Ganze einzuschwören, der wird am Ende auch daran scheitern, die Partei im Ganzen wieder zu führen.» Die Situation nach dem Parteitag mit der Wahl von Kramp-Karrenbauer sei «schwer erträglich» gewesen. «Das darf nicht noch mal passieren. Ich möchte, dass wir wirklich als eine geeinte CDU dastehen nach der Wahl im Dezember.»

Jeder Kandidat solle seinen Anhängern und den Delegierten erklären, warum er der bessere Kandidat sei, sagte Breher. «Die Forderung ist ganz klar: sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen und nicht zu erklären, warum die Mitbewerber schlechter sind.» Sie habe nichts gegen den demokratischen Wettstreit auf dem Parteitag - «das halten wir aus». Entscheidend sei, dass die CDU danach als Team dastehe.

Auf die Frage, ob es mit dem Selbstverständnis der CDU vereinbar sein könne, angesichts der hohen Umfragewerte von CSU-Chef Markus Söder einen Vertreter der kleinen Schwesterpartei zum gemeinsamen Kanzlerkandidaten zu machen, sagte Breher: «Diese Frage stellt sich heute noch nicht.» Erstmal werde ein neuer CDU-Vorsitzender gewählt. «Der wird das Format haben, den Anspruch auf die Kanzlerkandidatur zu erheben.» Wer dann Kanzlerkandidat werde, entscheide die CDU «nicht alleine, sondern natürlich gemeinsam mit der CSU».

Die Menschen interessiere angesichts der Corona-Pandemie «im Moment herzlich wenig, wer Parteivorsitzender der CDU wird», sagte Breher. «Sie machen sich vielmehr Sorgen um ihre Situation, um ihre Familie und um ihr Umfeld.» Im Automobilbereich, bei den Zulieferern, im Flugzeugbau und in den Werften stünden viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. «Das wird ein Thema sein, das weit ins nächste Jahr hineinreichen wird» - verknüpft mit der Frage, wie man es schaffen könne, Wirtschaft und Arbeitsplätze mit dem Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu koppeln.

Parteien / CDU / CSU / Friedrich Merz / Armin Laschet / Norbert Röttgen / Deutschland
19.09.2020 · 08:49 Uhr
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