Canopy Growth-Aktie - Constellation Brands-CEO unzufrieden: Canopy Growth braucht fokussierten Leiter

Constellation Brands "nicht erfreut" über Ergebnisse

Nachdem Canopy Growth, das weltweit größte börsennotierte Cannabis-Unternehmen nach Marktwert, seine jüngsten Ergebnisse vorgelegt hatte, zeigte sich Constellation Brands "nicht erfreut". Der US-Getränkegigant hält mit einer Investition von rund 4 Milliarden US-Dollar 38 Prozent Anteile an dem kanadischen Unternehmen und ist damit größter Aktionär. Durch diese Beteiligung musste Constellation nun aber einen Verlust in Höhe von 106 Millionen US-Dollar hinnehmen. Anfang des Jahres hatte CEO Bill Newlands noch prognostiziert, Canopy könne bis zum Ende des Geschäftsjahres 1 Milliarde US-Dollar Umsatz einbringen. Nun meldete das kanadische Cannabis-Unternehmen vergangenen Monat aber enttäuschende Ergebnisse - der Nettoverlust fiel mehr als dreimal so hoch aus wie von Analysten erwartet, berichtet Yahoo Finance. Canopy soll dies auf die verlangsamten Verkäufe in Kanada zurückgeführt haben.

"Obwohl wir mit unserer Investition im Cannabissektor und seinem langfristigen Potenzial weiterhin zufrieden sind, waren wir mit den kürzlich gemeldeten Ergebnissen von Canopy zum Jahresende nicht zufrieden. Wir unterstützen Canopy jedoch weiterhin aggressiv bei einer zielgerichteten langfristigen Strategie, um neue Märkte zu erobern, während gleichzeitig der Weg in Richtung Profitabilität geebnet wird", hatte Newlands im Zuge der Zahlenvorlage erklärt.

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Constellation Brands: Canopy braucht einen neuen Leiter für die nächste Phase

Vergangene Woche wurde dann bekannt, dass Bruce Linton überraschend von seinen Funktionen als Gründer und Co-CEO "zurücktreten" werde. Die Canopy Growth-Aktien stürzten daraufhin im Tief um mehr als 7 Prozent ab. Wie Linton später gegenüber CNBC klarstellte, sei "zurücktreten vielleicht nicht der richtige Begriff", vielmehr habe man ihm "gekündigt". "Unser Vorstand ist sich einig. Wir waren uns einig, dass wir einen anderen Leiter brauchen, um uns in die nächste Wachstumsphase zu führen", hatte er zudem in Jim Cramers "Mad Money" gesagt.

Gerüchten, dass Linton einen schlechten Job bezüglich der Buchhaltung gemacht oder die Investitionen von Constellation Brands ausgegeben habe, widersprach Newlands: "Nein, es gab keine Probleme mit den Finanzen". Analysten sind jedoch der Meinung, Constellation habe endlich Geld verdienen und aus Canopy ein gewinnorientiertes Unternehmen machen wollen, wohingegen Linton vielmehr ein wachstumsorientiertes Unternehmen im Sinn hatte. "Viele Unternehmen, die an Börsen handeln, werden alle 90 Tage pro Aktie gemessen. Das ist ein gutes Modell, aber es gibt auch andere Unternehmen, die sich in einer Wachstums- und Schaffensphase befinden […]", zitiert Yahoo Finance den Canopy-Mitgründer. "Ich war der Ansicht, dass dies eine Raketenfahrt ist, die den Gewinn pro Aktie irgendwann messen wird, aber nicht zwingend sofort, und ich habe 4 Milliarden Dollar auf der Bank, also ist der Sinn davon, es auszugeben."

Newlands: Canopy muss sich nun "auf die richtigen Dinge konzentrieren"

Anfang der Woche war Newlands zu Gast bei CNBCs Jim Cramer. Dort erklärte er, man wolle nun, nachdem Linton das Unternehmen verlassen habe, sicherstellen, dass Canopy in der aufstrebenden Branche vorankomme, die richtigen Investitionen tätige, und "wir uns alle auf die richtigen Dinge konzentrieren". Der neue Leiter von Canopy brauche mehr "Fokus". "Canopy ist von jedem in der Branche am besten positioniert, um davon zu profitieren" und ein neuer Chef würde in der Lage sein, das Cannabis-Unternehmen durch die nächste Phase zu führen. Canopy Growth und Constellation Brands erwarten, dass noch in diesem Jahr Lebensmittel auf Cannabis-Basis in Kanada verkauft werden können und dass die USA ihre Gesetze schon bald lockern werden, heißt es bei CNBC. "Wir sehen das immer noch als eine große Chance... Bei diesem Schritt ging es darum, sicherzustellen, dass wir das alles tun", erklärte Newlands. "Es gibt viele Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass Canopy gut positioniert ist, um langfristig in dieser Kategorie zu gewinnen."

Dafür muss nun zunächst Mark Zekulin, Präsident und Co-CEO von Canopy Growth, sorgen. Bis ein Nachfolger für Linton gefunden ist, hat er als alleiniger CEO die volle Regierungsgewalt übernommen. "Ich denke, es ist Zeit, das Zelt weit zu öffnen. Es wird großartige interne Kandidaten geben, und es wird großartige externe Kandidaten geben. Ich werde lange genug hier sein, um sicherzustellen, dass alles gut läuft und wir einen reibungslosen Übergang haben", erklärte Zekulin bezüglich der Suche nach einem neuen Co-CEO.

Was bedeutet die Umstrukturierung für die Canopy Growth-Aktie?

Die Canopy Growth-Aktie hat zuletzt mit der 200-Tage-Linie schwer zu kämpfen gehabt. Nachdem der Abgang Lintons bekannt wurde, brach sie schließlich weiter ein. Dennoch steht auf Jahressicht bislang ein Zuwachs von mehr als 45 Prozent an der Kurstafel. Dem Aktionär zufolge gebe es aktuell kein Unternehmen, das weltweit besser positioniert sei. Das Börsenmagazin zeigte sich weiterhin klar von den Chancen in der Branche und insbesondere von Canopy überzeugt.

Auch Analyst Michael Lavery von Piper Jaffray glaubt nach wie vor, dass das kanadische Cannabis-Unternehmen gut positioniert ist. Das langsamer als erwartete Wachstum sowie die steigenden Verluste könnten die Aktie aber bremsen, befürchtet er. Lavery senkte das Kursziel für Canopy Growth aufgrund niedrigerer Umsatzschätzungen daher von 57 auf 54 US-Dollar, behielt das "Overweight"-Rating aber bei. "Wir erwarten, dass Canopy weiterhin in Wachstum investiert, und während die kurzfristige Volatilität mit der Entwicklung der Branche wahrscheinlich ist, glauben wir, dass Canopy gut positioniert scheint, um einer von mehreren langfristigen Gewinnern zu sein." Lintons Ausscheiden spiegele "wahrscheinlich eine Verschiebung des Stils des Boards" wider, "das nun von Constellation dominiert wird, das nun vier von sieben Aufsichtsratssitzen hat", gab Lavery zu bedenken. "Während Bruce Energie und Leidenschaft in die Rolle gebracht hat, glauben wir, dass ein Nachfolger einen disziplinierteren Ansatz bringen könnte, den Investoren unserer Meinung nach begrüßen werden."

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[finanzen.net] · 12.07.2019 · 13:34 Uhr
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