Bybit analysiert Gründe für Bitcoin-Rückgang unter $60.000

Analysten der Kryptobörse Bybit haben Faktoren hervorgehoben, die zu einem signifikanten Kursrückgang von Bitcoin (BTC) führten. Dieser Rückgang war der stärkste seit dem Zusammenbruch von FTX im November 2022. Laut dem Bericht war der Rückgang nicht durch zufällige Panik ausgelöst, sondern das Ergebnis eines strukturellen Zusammenbruchs, der sich über Wochen aufgebaut hatte.
Technischer Zusammenbruch bei BTC
In der Woche bis zum 8. Juni fiel der BTC-Kurs von $73.760 auf $59.130, was seit Oktober 2024 nicht mehr vorgekommen war. Obwohl eine Welle von Käufen und das Eindecken von Leerverkäufen den Kurs schnell wieder über $61.000 hievten, deutete der Einbruch auf einen technischen Zusammenbruch hin, der sich bereits angedeutet hatte.
Der Relative Strength Index (RSI) von Ether fiel auf einen historischen Tiefstand von 12,78, während der RSI von Bitcoin gleichzeitig auf 15,45 sank. Diese extremen Werte deuten auf ein kapitulatives Verhalten am Markt hin, bei dem Investoren ohne Rücksicht auf den Preis verkaufen. Solche Bewegungen gehen oft technischen Erholungen voraus, bestätigen jedoch nicht, dass der Tiefpunkt erreicht ist.
Keine Bestätigung für eine bullische Umkehr
Im Optionsmarkt wurden Put-Optionen nach einem bestätigten technischen Zusammenbruch gehandelt, und der Deribit Volatility Index (DVOL) stieg von historischen Tiefstständen nahe 35 auf etwa 55. Der DVOL misst die erwartete 30-tägige annualisierte implizite Volatilität für Bitcoin- und Ethereum-Optionen und bietet eine Echtzeitanalyse erwarteter Preisschwankungen, allgemeiner Marktstimmung und Unsicherheit.
Der Anstieg von 35 auf 55 verschaffte Abwärtshändlern einen doppelten Rückenwind durch fallende Preise und steigende implizite Volatilität. Der Index zieht sich nun von diesem Anstieg zurück und pendelt sich bei etwa 48 ein, was darauf hindeutet, dass das Panikvolumen abnimmt und der anfängliche Schock verarbeitet ist.
Auf makroökonomischer Ebene befeuerten stärkere US-Arbeitsmarktdaten die Angst vor Zinserhöhungen. Die aktuelle Stärke des Arbeitsmarktes schließt eine baldige Zinssenkung aus, was Analysten dazu veranlasst, jede positive Beschäftigungszahl als negativ für risikobehaftete Vermögenswerte zu betrachten, die auf Zinssenkungserwartungen basieren.
Darüber hinaus verkaufte Strategy 32 BTC für $2,5 Millionen, was das Vertrauen in die „niemals verkaufen“-Strategie erschütterte, die den Anlegern ein Gefühl von struktureller Sicherheit gab. Obwohl das Unternehmen den Kauf wieder aufgenommen hat, bleiben Investoren besorgt über das systemische Signal hinter dem Verkauf.
Bybit schloss mit der Klarstellung, dass BTC und ETH sich zwar in extrem überverkauften Bedingungen befinden, der Markt jedoch noch keine Umkehr bestätigt hat. ETF-Abflüsse müssen sich stabilisieren und makroökonomische Bedingungen müssen sich klären, bevor eine positive Prognose gesichert ist.

