Bus Simulator – Review | Test

Willkommen in Seaside Valley. Ein malerisches wunderschönes Städtchen mit ebenso schönen Sonnenuntergängen. Nur ohne Busnahverkehr. Das zu ändern liegt an uns – gemeinsam mit einer Dame der Stadtverwaltung drehen wir also unsere erste Runde in einer Teststrecke. Das natürlich im schicken Mercedes Citaro K; dem ersten Bus unseres neuen Busunternehmens.

Als Besitzer des einzigen Busunternehmens in Seaside Valley – und anfangs als einziger Busfahrer der Stadt – ist es an uns ein funktionierendes Liniennetz aufzubauen und den Nahverkehr zu regeln. Während der Testfahrt, welche gleichzeitig auch das Tutorial darstellt, lernen wir, wie man die einzelnen Funktionen im Bus nutzt. Dazu gehört es, die Türen zu entsperren, sich in den Fahrersitz setzen, die Innenbeleuchtung zu aktivieren, die Parkbremse zu lösen und das Automatikgetriebe von Neutral auf Fahren zu schalten. Jede Funktion im Cockpit kann entweder durch Anklicken der entsprechenden Taste aktiviert werden, oder per Hotkey, je nachdem was man bevorzugt.
Das Ganze wird freundlich von der Dame der Stadtverwaltung erklärt und wirklich kompliziert ist das sowieso nicht. So richtig Probleme gab es im Test nur beim Ausfahren der Rollstuhlfahrerrampe: Dafür muss der Bus zunächst stehen. Die hintere Tür muss geschlossen bleiben und die Parkbremse angezogen sein. Erst dann kann die Rampe ausgefahren werden. Die Tür wieder öffnen, den Rollstuhlfahrer einsteigen lassen. Dann die Tür wieder schließen und die Rampe einziehen. Erst dann kann es weiter gehen.

Während der Fahrten nehmen wir natürlich selbst Geld ein und möchten unser Unternehmen zu finanziellen Glanz verhelfen. Doch die Anfangs aufkeimende Herausforderung fehlt weitestgehend dann doch. So gibt es eine Bewertung dafür, ob wir beim Einfahren und Verlassen der Haltestelle blinken oder ob die Halteposition gut ist, aber das sollten ja Dinge sein, die man eh beachtet. Negativ bewertet wird hingegen, wenn man z.B. mit einem Rad den Randstein vom Bürgersteig berührt oder andere Fahrzeuge berührt – letzteres gibt eine Geldstrafe. Genauso kann man bei Geschwindigkeitsüberschreitungen auch geblitzt werden.

Doch auf die falsche Straßenseite oder über rote Ampeln hinweg interessiert die Wertung nicht. Ab und an kommentieren vielleicht die Fahrgäste den Fahrstil – das ist ganz lustig, aber weckt natürlich keine Herausforderung. Unterm Strich richtet nichts einen deutlichen finanziellen Schaden an. Nur als wir es bewusst darauf angelegt hatten und Fußgänger und andere Fahrzeuge angefahren haben gab es einen deutlich spürbaren Minusbetrag. Allerdings hatten wir diesen zeitnahe wieder erarbeitet.

Schwierig war das Spiel während des Tests eigentlich zu keiner Sekunde, auch wenn mit voranschreiten der Schwierigkeitsgrad steigen möchte. So wollten zu Anfang die Fahrgäste nur eine Einzelfahrkarte – später dann auch Tages- und Wochenkarten. Dann kam die Unterscheidung zwischen Standard, Student oder Senior dazu. Getoppt wird das dann, wenn man ein Fahrticket von 3,- Euro mit einem 20 Euro-Schein bezahlt. Dann geben wir eben bis auf den Cent genau heraus. Wird zuviel Geld ausgegeben scheint das keinem der Fahrgäste aufzufallen – sie bedanken sich und stecken das Geld ein. Das gibt Minuspunkte für den Fahrer!

Aber wir sind ja ein Busunternehmen und das leitet sich bekanntlich nicht allein. Also stellen wir Personal ein, kaufen neue Busse (die wir übrigens optisch selbst bekleben dürfen mit Farben) und schicken unsere neuen Fahrer auf die Strecken. Hierbei kam im Test nicht das Gefühl auf, dass sie schlechte Ergebnisse einfahren.
Die Zeitfresser sind das Anstrengendste an BusSimulator. Dazu zählen neben Rollstuhlfahrern auch Fahrgäste die laute Musik hören oder ihren Müll liegen lassen. Oder Autos, die mit Warnblinker an der Haltestelle parken. Oder eben Schwarzfahrer, auf die wir aber nur kommen, wenn wir aus unserer Fahrerkabine aussteigen und die Fahrkarten selbst kontrollieren. Insgesamt alles kleine Punkte, die zwar ein Stück zum Realismus beitragen wollen, aber letztendlich nur nervig sind. Genauso wie Verkehrsteilnehmer, die mitten auf einer Kreuzung zu vergessen scheinen, wo es eigentlich hingehen sollte – und einfach stehen bleiben.

Für einen großen Lacher haben die Fahrgäste gesorgt. Man kann mit Sicherheit über die Gespräche und Kommentare der Fahrgäste diskutieren, aber ich hatte viel Freude daran. “Warum bremsen Sie nicht einfach, wenn etwas im Weg ist?” war ein persönliches Highlight, als ich aus Versehen einen Auffahrunfall provoziert hatte. Aber auch Kommentare wie “Ich geh nie wieder zu Fuß, Bus fahren ist so toll!” sind wahrlich lustig. Über den Realismusgehalt der Unterhaltungen lässt sich streiten, aber sie sorgen für viel Spaß vor dem Bildschirm – und das nicht nur für den Fahrer, sondern für alle anwesenden. Wie eingangs erwähntpräsentiert sich der Bus Simulator auf der Playstation 4 super. Die überzeugende Kleinstadt Seaside Valley ist gefüllt mit Details, die beim Bus fahren für den ein oder anderen Blick auch ausserhalb des Busses sorgen. Leider wiederholen sich die Details schnell (immer gleiche Plakate z.B.) und auch die Fahrgäste scheinen nur aus wenigen Modellen zu bestehen. Hier wäre vermutlich mehr möglich gewesen – aber nicht nötig.

Für die Konsole zeigt der Bus Simulator sich von seiner besten Seite. Als erstes seiner Art für die Konsole überzeugt es in allen Punkten – bitte mehr davon in Zukunft!

Insgesamt ist Bus Simulator auch auf der Playstation ein wunderschönes solides Spiel. Für den lustigen Spielenachmittag mit der Familie in der auch mal die Jüngeren einen Bus fahren können ist es super. Ob hier auch der Hardcore-Simulations Fan glücklich wird, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Vieles wird einfach gehalten, was aber auch den Charme des Spiels ausmacht. Während des Tests hatten wir abwechselnd mit mehreren Leuten definitiv unseren Spaß die Fahrgäste durch Seaside Valley zu transportieren!

Bus Simulator erscheint am 17. September 2019 für PlayStation 4 und Xbox One.

Bus Simulator – Review | Test
8
Grafik
8
Sound
7.5
Steuerung
8.5
Spiele Spaß
8
Preis Leistung
Gesamtwertung 8 / 10
Unser Fazit
Wir hatten in der Familienrunde massiv Spaß und werden diesen auch in Zukunft haben. Da der PC in erster Linie für das "allein spielen" genutzt wird, die Konsole aber jeden in der Familie mit einbeziehen ermöglicht, würden wir uns mehr solcher Simulator Spiele für die Playstation wünschen. Alles in allem ist die Umsetzung für die Konsole sehr gut und dank eines Controllers wunderbar zu fahren, sobald man die Tasten heraus hat. Und selbst wenn nicht - die Kommentare der Fahrgäste sorgen für einigen Spaß!
Gaming / PlayStation / Tests / Xbox / astragon / Bus Simulator / Playstation 4 / Review / Seaside Valley / Test / Xbox one
[topgamingnews.de] · 16.09.2019 · 14:38 Uhr
[4 Kommentare]
 
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