Borkenkäfer-Plage: Die Bundeswehr soll den deutschen Wald retten

Die deutschen Waldbesitzer sprechen bereits von einer „Jahrhundertkatastrophe“. Denn in diesem Jahr haben sie nicht nur mit Wetterphänomenen wie Dürren und Stürmen zu kämpfen, sondern auch mit dem Borkenkäfer. Dieser bohrt sich in die Rinde der Bäume, um dort Brutgänge für den Nachwuchs anzulegen. Dadurch aber können selbst gesunde Bäume absterben. Kann die Plage nicht rechtzeitig eingedämmt werden, drohen so ganze Waldflächen zerstört zu werden. Von besonderer Bedeutung ist es daher, betroffene Bäume möglichst schnell zu fällen und abzutransportieren. Doch inzwischen hat die Plage ein Ausmaß erreicht, bei dem die Waldbesitzer kaum noch hinterherkommen mit dem Wegschaffen des Schadholzes. Helfen könnte daher nun die Bundeswehr.

Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Der Schaden für die Forstwirte geht in die Milliarden

So bestätigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass mehrere Regionen eine entsprechende Anfrage eingereicht haben. Nun sollen die Fachleute klären, wie die Soldaten bei der Bekämpfung des Borkenkäfers helfen können. Laut Artikel 35 Absatz 1 des Grundgesetzes darf die Bundeswehr im Inland sogenannte Amtshilfe leisten. So haben Soldaten in den vergangenen Jahren immer wieder bei Flutkatastrophen geholfen. Dafür ist auch kein Beschluss des Bundestags notwendig, weil es sich nicht um einen militärischen Einsatz handelt. Denkbar wäre daher beispielsweise, dass die Armee private Waldbesitzer mit schwerem Gerät beim Abtransport des befallenen Holzes unterstützt. Genug zu tun dürfte es in diesem Bereich geben: Alleine in den vergangenen beiden Jahren fielen insgesamt 70 Millionen Kubikmeter Schadholz an. Die Kosten für den Abtransport werden auf 2,1 Milliarden Euro geschätzt.

Der deutsche Wald soll widerstandsfähiger werden

Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will den Waldbauern helfen. Sie setzt dafür auf zusätzliche finanzielle Mittel. So werden ihrer Kalkulation zufolge zunächst rund 500 Millionen Euro benötigt, um die aktuellen Waldschäden auszugleichen. Zusätzlich soll eine weitere Milliarde zur Verfügung gestellt werden, um die Waldflächen widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen. Dies kann beispielsweise durch die Anpflanzung neuer Arten geschehen. Schon vor einiger Zeit forderte Klöckner zudem ein „Millionen-Bäume-Programm“, um verloren gegangene Waldgebiete wieder aufzuforsten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte angekündigt, den Forstwirten verstärkt unter die Arme greifen zu wollen. Denn Bäume erfüllen eine Vielzahl an wichtigen Aufgaben für unsere Gesellschaft: Sie reinigen die Luft, tragen zum Kampf gegen den Klimawandel bei, bieten vielen Tierarten ein zuhause und senken beim Menschen den Stress-Level.

Via: Der Spiegel

Umwelt / Wald
[trendsderzukunft.de] · 21.08.2019 · 14:38 Uhr
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