Börsengang inmitten der Handelsspannungen: Tencent bringt DouYu an die Nasdaq - Aktie unter Ausgabepreis

• Tencent-Tochter DouYu geht am unteren Ende der Preisspanne an die Börse
• Schwieriges Umfeld für China-Aktien angesichts der Handelsspannungen
• Lukratives Geschäftsmodell bei schwarzen Zahlen

E-Sports hat sich zu einem ernstzunehmenden Geschäftsbereich entwickelt und bietet lukrative Wachstumschancen. Das auf Game-Streaming spezialisierte Unternehmen aus China, DouYu, nutzt die Gunst der Stunde für seinen Börsengang in den USA.

Aktien am unteren Ende der Ausgabespanne

Doch in Sachen IPO musste DouYu seine ambitionierten Pläne zunächst niedriger ansetzen. Insgesamt brachte der Konzern 67,7 Millionen Aktien (ADRs) an die Börse und wurde jeden Anteilsschein für 11,50 US-Dollar los. Insgesamt kommt DouYu damit auf einen IPO-Erlös von 775 Millionen US-Dollar. Zuvor hatte man eine Bookbuildingspanne von 11,50 bis 14 US-Dollar ausgegeben, musste sich schlussendlich aber damit begnügen, die Aktien am unteren Ende der Preisspanne abgeben zu müssen. Der Erstkurs der DouYu-Aktie lag am Mittwoch an der Nasdaq mit 11,06 US-Dollar klar unter dem Ausgabepreis und auch zum Handelsende sah es nicht besser aus: Am ersten Handelstag gab der Anteilsschein 0,61 Prozent nach und schloss bei 11,43 US-Dollar. Dennoch kann sich der IPO-Erlös sehen lassen: Branchenexperten hatten dem Streaming-Unternehmen zuvor Einnahmen im Rahmen des Börsengangs zwischen 600 und 700 Millionen US-Dollar zugetraut.

Börsengang inmitten der Handelsspannungen

Ursprünglich hatte DouYu einen Börsengang in Hongkong in Betracht gezogen, sich dann aber doch für die US-Börse Nasdaq entschieden. Dabei ist das Timing für chinesische Unternehmen in den USA aktuell eher ungünstig angesichts der anhaltenden Handelsspannungen im Streit zwischen den USA und China.

Zuvor hatte der Bierbrauer AB Inbev den geplanten Börsengang seines Asien-Geschäfts abgeblasen, die Nachfrage nach den Aktien sei zu gering gewesen, hieß es aus Unternehmenskreisen.

DouYu: Das sollten Anleger wissen

Mit dem Börsengang von DouYu geht ein weiteres Unternehmen aus dem Techsegment an die Börse. Der chinesische Konzern ist bereits das zweite Unternehmen, das mit einem vergleichbaren Geschäftsmodell auf dem Börsenparkett agiert - zuvor hatte im Mai 2018 bereits HUYA sein IPO gefeiert. Den erfolgreichen Börsenstart des Konkurrenten würde DouYu gerne wiederholen: Die HUYA-Aktie hat seit dem IPO rund 50 Prozent zugelegt - in den frühen Handelstagen hatte es zwischenzeitlich sogar eine Verdreifachung des Aktienkurses gegeben.

Neben der Aktivität in einem durchaus lukrativen Markt, kann DouYu auch mit seiner Geschäftsentwicklung punkten. Nachdem im Gesamtjahr 2018 noch Verluste von 612,9 Millionen Yuan aufgelaufen waren - und damit deutlich weniger als noch im Jahr zuvor - konnte der Konzern im ersten Quartal 2019 erstmals schwarze Zahlen schreiben und verdiente unter dem Strich 18,2 Millionen Yuan.

Zudem hat das Unternehmen mit dem chinesischen Internetgiganten Tencent einen kapitalstarken Unterstützer an Bord.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 17.07.2019 · 22:04 Uhr
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