Boeing-Aktie schwächer: Boeing 777 muss in Moskau notlanden - Millionenstrafe für Missachtung von Auflagen

Wenige Tage nach dem Triebwerksausfall bei einer Boeing 777 in den USA ist ein anderer Großraumjet dieses Typs in der russischen Hauptstadt Moskau notgelandet. Auf dem Flug von Hongkong nach Madrid habe es in der Nacht zum Freitag Probleme mit dem linken Triebwerk gegeben, berichteten mehrere russische Medien übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Einer der Steuerungskanäle für den linken Motor sei ausgefallen.

Die Maschine, die den Berichten zufolge auch Fracht transportiert haben soll, sei sicher auf Moskaus größtem Flughafen Scheremetjewo aufgesetzt. "Es wurde niemand verletzt", meldete die Agentur Interfax. Auf der Internetseite des Flughafens Hongkong war für den Donnerstagabend (Ortszeit) ein Flug nach Madrid gelistet - von der russischen Fluglinie Rossija mit der Flugnummer FV4520.

Vor rund einer Woche waren in den USA nach einem Triebwerksausfall große Flugzeugteile einer Boeing 777 von United Airlines (UA) in der Nähe von Denver als Trümmer in Wohngebiete gestürzt. Ein von einem Passagier gedrehtes Video zeigt, wie Flammen während des Fluges aus dem rechten Triebwerk schlugen. Die Verkleidung war zu diesem Zeitpunkt bereits in die Tiefe gestürzt.

Russlands Luftfahrtamt hatte zu Wochenbeginn mitgeteilt, dass die von russischen Fluggesellschaften eingesetzten Boeings nicht am Boden bleiben müssen. Der Grund: In Russland werden demnach ausschließlich die Triebwerke von General Electric verwendet. Die Behörden in Japan und Großbritannien hatten zuvor mitgeteilt, dass die Maschinen mit dem Antrieb von Pratt & Whitney vorerst nicht mehr abheben dürfen.

Boeing muss 6,6 Millionen US-Dollar wegen Missachtung von Auflagen zahlen

Der US-Flugzeugbauer Boeing kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Die US-Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA verhängte am Donnerstag ein Bußgeld von insgesamt 6,6 Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro), weil Boeing eine Reihe von Auflagen nicht umgesetzt habe - einige davon stammen bereits aus dem Jahr 2015. Der Chef der FAA, Steve Dickson, erklärte, er habe die Führung von Boeing "immer wieder" ermahnt, sie müsse die Sicherheit und die Umsetzung von Auflagen an erste Stelle setzen.

Die FAA wirft dem Konzern zudem vor, Druck auf Angestellte im Werk im Bundesstaat South Carolina ausgeübt zu haben, die dort im Februar 2020 im Auftrag der FAA eine Boeing 787 "Dreamliner" überprüften. Mängel an Maschinen des Typs waren im Sommer 2020 entdeckt worden, Boeing musste Auslieferungen verschieben. Hierfür muss der Konzern 1,2 Millionen Dollar zahlen.

Die FAA betonte am Donnerstag, für sie stehe "bei allen Entscheidungen die Sicherheit ganz oben". Die Aufsichtsbehörde war nach den zwei Abstürzen von Boeing-Maschinen des Typs 737 MAX wegen mangelnder Kontrollen stark kritisiert worden. Für Boeing-Aktien ging es im Handel an der NYSE vor dem Wochenende um 2,05 Prozent abwärts auf 212,01 US-Dollar. >

MOSKAU / NEW YORK (dpa-AFX / Dow Jones)

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[finanzen.net] · 26.02.2021 · 22:06 Uhr
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