Black Ops 7 bringt Matchmaking wie früher zurück und sorgt damit für Frust
Mit Call of Duty: Black Ops 7 wollte Activision beim Matchmaking eigentlich wieder stärker auf die Community hören. Eigentlich. Weniger aggressives „Skill-Based“-Matchmaking, abwechslungsreichere Gegner und Lobbys, die sich wieder mehr wie bei den alten Black-Ops-Spielen anfühlen. Mit Season 5 ging Treyarch sogar noch einen Schritt weiter und führte ein neues „Classic Matchmaking“ ein.
Die Idee klingt simpel: Das System orientiert sich an Black Ops und Black Ops 2 und soll unter anderem für bessere Teamverteilung sowie mehr Abwechslung sorgen. Betroffen sind Black Ops Classic, Quick Play und die Party Games. Die bisherigen Open-Playlists bleiben parallel bestehen. Activision kündigte die Änderung bereits am 22. Juli über den offiziellen Call-of-Duty-Account an.
Nach einigen Wochen fällt das erste Fazit allerdings nicht überall positiv aus. Vor allem der bekannte CoD-YouTuber Xclusive Ace findet deutliche Worte für das neue System.
„Classic Matchmaking“ fühlt sich für manche Spieler schlechter an
Xclusive Ace hatte die neuen Quick-Play-Listen zunächst weitgehend gemieden und hauptsächlich die verbliebenen Open-Modi gespielt. Am 09. August gab er dem neuen System noch einmal eine Chance, mit wenig erfreulichem Ergebnis.
In seinem Beitrag auf X (via Dexerto) beschreibt er eine Runde Team Deathmatch, in der zahlreiche sehr starke Spieler mit aktuellen Meta-Waffen unterwegs gewesen seien. Sein Eindruck: kaum Raum für Fehler und ein deutlich anstrengenderes Match als mit dem bisherigen Open Matchmaking.
Schon kurz nach Einführung des Systems kritisierte er außerdem die sogenannte Lobby-Evaluation. Weil die Zusammenstellung und Bewertung einer Lobby länger dauern könne, würden Spieler teilweise bereits wieder abspringen, bevor das nächste Match richtig zustande kommt. Dadurch könne sich das eigentlich gewünschte „klassische Lobby-Gefühl“ sogar langsamer anfühlen.
Das Problem ist dabei nicht unbedingt, dass wieder klassisches SBMM eingeführt wurde. Genau das behauptet Activision nämlich nicht.
Open Matchmaking bleibt weiterhin bestehen
Black Ops 7 startete ursprünglich mit Open Matchmaking als Standard, bei dem die Spielstärke nur minimal berücksichtigt werden sollte. Diese Entscheidung kam nach jahrelanger Kritik am strengeren SBMM früherer „Call of Duty“-Spiele. Treyarch wollte dadurch unterschiedlichere Matches ermöglichen. Gleichzeitig kehrten persistente Lobbys zurück, sodass Spieler nach einer Runde häufiger zusammenbleiben können. Diese Änderungen gehörten zu den größeren Multiplayer-Versprechen von Black Ops 7.
Mit Season 5 ersetzte Activision dieses Konzept nicht komplett. Stattdessen nutzen Quick Play, Party Games und Black Ops Classic nun das neue System, während einzelne Open-Playlists weiterhin verfügbar sind. In den offiziellen Season 5-Patch-Notes beschreibt Treyarch das Matchmaking ausdrücklich als von „Black Ops 1 und Black Ops 2 inspiriert“. Wer mit dem neuen System nicht glücklich ist, kann also weiterhin auf Open-Playlists ausweichen. Die Auswahl ist dort allerdings begrenzter, genau das kritisiert Xclusive Ace ebenfalls.
Das Matchmaking bleibt Call of Dutys ewige Baustelle
Die Diskussion zeigt vor allem, wie schwierig die Aufgabe inzwischen geworden ist. Ein Teil der Community möchte möglichst ausgeglichene Partien. Andere Spieler wünschen sich zufällige Lobbys wie früher, bei denen vom Anfänger bis zum absoluten Profi alles vertreten sein kann. Black Ops 7 sollte genau auf diese jahrelange Kritik reagieren. Activision hatte bereits Ende 2025 Änderungen angekündigt, nachdem das Spiel bei der Community nicht überall gut angekommen war.
Dass Treyarch für Season 5 nun ausgerechnet auf Ideen aus Black Ops und Black Ops 2 zurückgreift, zeigt ebenfalls, wie groß die Sehnsucht nach dem alten Multiplayer-Gefühl ist. Nur lässt sich dieses offenbar nicht einfach mit einem neuen Matchmaking-Algorithmus zurückholen.
Noch ist es zu früh, das Classic Matchmaking endgültig abzuschreiben. Die Kritik zeigt aber einmal mehr: Egal wie Activision das Matchmaking verändert, einen Teil der „Call of Duty“-Community wird es immer verärgern.



