Bitcoin zeigt eines seiner seltensten Nachfragesignale seit sechs Jahren

Bitcoin hält sich über der Marke von $62.000, nachdem der massive Rückgang der letzten Woche Monate der Erholung in wenigen Tagen zunichte gemacht hat. Der Preis stabilisiert sich, doch Analyst MorenoDV hat eine Nachfrageanalyse veröffentlicht, die die aktuellen Marktbedingungen in einen historischen Kontext setzt und die Stabilität fragiler erscheinen lässt, als es der gehaltene Preis vermuten lässt.
Die Bitcoin-Nachfrage befindet sich in einem der extremsten Rückgangsregime seit 2019. Das 30-tägige Wachstum der kombinierten Spot- und Perpetual-Futures-Nachfrage ist auf etwa -650.000 BTC gefallen – ein Schwellenwert, der in der gesamten Geschichte des Charts nur dreimal erreicht wurde. Die Seltenheit dieses Wertes ist das erste Signal dafür, dass es sich nicht um eine routinemäßige Nachfrageschwäche handelt, sondern um etwas strukturell Schwerwiegenderes.
Die Architektur des Rückgangs macht die Analyse von MorenoDV besonders bedeutsam. Sowohl die Spot-Nachfrage als auch die Perpetual-Futures-Nachfrage gehen gleichzeitig zurück, was bedeutet, dass die Schwäche nicht nur auf das Abwickeln spekulativer Hebel zurückzuführen ist. Sowohl organische Käufer, die normalerweise fallende Preise durch Spotkäufe abfedern würden, als auch Derivate-Teilnehmer, die durch Futures-Engagements eine Richtungskonviction ausdrücken, ziehen sich gleichzeitig zurück. Die beiden Nachfragequellen, die zusammen die marginale Kaufkraft von Bitcoin bieten, verschwinden parallel, anstatt sich gegenseitig auszugleichen.
Drei historische Fälle und die vorherigen zwei waren noch keine Tiefpunkte
Die Analyse von MorenoDV wendet einen historischen Rahmen an, der verhindert, dass der extreme Nachfragerückgang als automatische Kapitulationsbestätigung interpretiert wird. Die beiden vorherigen Gelegenheiten, bei denen die kombinierte Nachfrage in Richtung der -650.000 BTC-Schwelle fiel, hatten spezifische und lehrreiche Implikationen, die im aktuellen Setup berücksichtigt werden sollten.
Der erste Rückgang auf dieses Niveau ereignete sich vor dem COVID-Crash – die Verschlechterung der Nachfrage entwickelte sich bereits, bevor der endgültige Liquiditätsschock eintraf. Das Erreichen des extremen Rückgangs war nicht der Tiefpunkt, sondern die frühe Warnung, die dem eigentlichen Kapitulationsereignis vorausging, das Wochen später folgte.
Der Bärenmarkt 2022 zeigte eine ähnliche Unterscheidung. Der extreme Nachfragerückgang spiegelte eine tiefe strukturelle Verschlechterung wider, anstatt den Boden zu markieren. Die anschließenden Interaktionen mit höheren Unterstützungszonen traten auf, als der Markt seinen breiteren Bodenbildungs- und Erholungsprozess durchlief – eine verlängerte Abfolge statt eines einzigen entscheidenden Moments.
Das aktuelle Setup ähnelt daher eher dem Beginn einer letzten Bereinigungsphase als einer bestätigten Umkehrung. MorenoDV identifiziert den wahrscheinlichsten Weg als anfängliche Volatilitätsausweitung, gefolgt von dem, was die Analyse als Preis-Anästhesie beschreibt – schwache Dynamik, komprimierte Aktivität und verlängerte Seitwärtsbewegung, die verbleibende Teilnehmer erschöpft, ohne das dramatische Kapitulationsereignis zu liefern, das psychologische Klarheit schaffen würde.
Diese Phase könnte sich als schädlicher erweisen als der eigentliche Ausverkauf. Scharfe Rückgänge erzeugen Angst, aber auch Entschlossenheit – sie erzwingen Entscheidungen und räumen Positionen. Eine verlängerte Seitwärtsbewegung auf gedrücktem Niveau erodiert allmählich die Überzeugung, testet die Geduld über ihre Grenzen hinaus und neigt dazu, Halter zu erschüttern, die den anfänglichen Rückgang überlebt haben, aber die folgende Stille nicht ertragen können.
Bitcoin-Preis testet kritische Nachfrage
Bitcoin versucht, sich über der Marke von $62.000 zu stabilisieren, nachdem einer der schärfsten Ausverkäufe des Zyklus die Erholung im Mai zunichte gemacht und den Preis zurück in eine kritische langfristige Unterstützungsregion getrieben hat. Auf dem Wochenchart handelt BTC derzeit direkt über dem 100-Wochen-Durchschnitt, der während früherer Korrekturphasen als wichtige Unterstützung fungierte. Die Tatsache, dass Käufer in der Nähe dieses Bereichs eingestiegen sind, deutet darauf hin, dass langfristige Teilnehmer die Zone trotz der jüngsten Schwäche weiterhin als attraktiv betrachten.
Allerdings bleibt die breitere technische Struktur fragil. Die Ablehnung aus der Widerstandszone von $72.000–$74.000 bestätigte, dass die frühere Unterstützung nun zum Widerstand geworden ist. Bitcoin konnte diesen Bereich nicht zurückerobern und fiel anschließend unter den Konsolidierungsbereich, der zwischen März und Mai gehalten hatte, was zu einem schnellen Rückgang in Richtung der aktuellen Unterstützungsregion führte.
Der entscheidende Bereich bleibt die Region von $60.000–$63.000. Ein Halten darüber würde die Möglichkeit einer verlängerten Basisbildung bewahren. Ein entschiedener Bruch unterhalb dieser Zone könnte Bitcoin einem tieferen Rückgang in Richtung der mittleren $50.000 aussetzen. Um wieder Schwung zu gewinnen, müssen die Bullen die frühere Unterstützungszone bei $66.000 zurückerobern und schließlich den Widerstand um $72.000 herausfordern. Bis dahin bleibt der Trend defensiv, trotz des jüngsten Aufschwungs.

