Bitcoin-Rallye steht vor Herausforderungen: Nachfrage lässt nach

Bitcoin muss möglicherweise wieder über die Marke von $65.000 steigen, um eine bedeutende Erholung einzuleiten. Doch dieses Ziel scheint zunehmend schwerer erreichbar zu sein.
Der Marktanalyst Michaël van de Poppe erklärte, dass ein Durchbruch über diese Marke den Weg für eine Rallye in den Bereich von $72.000 bis $74.000 ebnen könnte. Allerdings deutet das allgemeine Nachfragebild darauf hin, dass eine solche Bewegung alles andere als garantiert ist.
Warum die Zahlen derzeit ungünstig aussehen
Das 30-Tage-Wachstum der kombinierten Nachfrage nach Spot- und Perpetual-Futures ist auf etwa -650.000 BTC gefallen. Diese Entwicklung wurde seit 2019 nur dreimal beobachtet.
Der Analyst Moreno von CryptoQuant wies darauf hin, dass dieser Wert ein Zeichen dafür ist, dass der Markt eine seiner schwächsten Nachfragesituationen seit Jahren erreicht hat. Sowohl der reguläre Kauf als auch das Engagement in Derivaten nehmen gleichzeitig ab, was bedeutet, dass weniger Käufer zur Verfügung stehen, um neuen Verkaufsdruck aufzufangen.
Bitcoin hat allein in dieser Woche rund 3,40% verloren, nachdem es in der Vorwoche um 14% gefallen war. Der monatliche Verlust beläuft sich nun auf 16%, wobei die Preise nahe $61.000 liegen.
Was die Geschichte tatsächlich zeigt
Das Niveau von -650.000 BTC hat historisch gesehen keinen Boden markiert. Laut Morenos Analyse markiert es eher den Beginn einer schwierigen Phase als deren Ende.
Der erste Fall trat im Dezember 2019 auf, als Bitcoin nahe $6.500 gehandelt wurde und die Nachfragebedingungen sich bereits vor dem COVID-19-Marktcrash verschlechterten. Der Nachfrageindikator erreichte eine extreme Kontraktion, bevor die Preise im März 2020 weiter einbrachen und schließlich nahe $3.800 ihren Tiefpunkt fanden.
Ein zweiter Fall trat im Januar 2022 auf, als Bitcoin bereits von seinem damaligen Rekordhoch von $69.000 auf etwa $32.951 gefallen war. Die Nachfrage erholte sich in den folgenden Wochen, und die Preise stiegen bis März wieder an – doch die Erholung hielt nicht an.
Bitcoin setzte seinen Rückgang fort und erreichte erst im November 2022, fast 10 Monate später, seinen Bärenmarkt-Tiefpunkt von etwa $15.500.
Die schwierige Phase voraus
Moreno glaubt, dass die aktuelle Situation eher wie der Beginn einer letzten Bereinigungsphase aussieht als wie ein bestätigter Wendepunkt. Er erwartet eine Phase erhöhter Volatilität, bevor sich der Markt in eine längere Phase seitwärts gerichteten Handels mit geringer Beteiligung einpendelt.
Eine solche Stagnation könnte sich für Investoren als belastender erweisen als der eigentliche Preisrückgang. Van de Poppe bezeichnete den jüngsten Ausverkauf als weitgehend irrational, räumte jedoch ein, dass Bitcoin weiterhin unter der Marke von $65.000 bleibt, die einst als Unterstützung diente und nun zum Widerstand geworden ist.

