Bitcoin: Anzeichen für Kapitulation, da $12 Milliarden das Netzwerk verlassen

Bitcoin zeigt laut dem neuesten Bitcoin Morning Brief von Axel Adler Jr. erneute Anzeichen einer Kapitulation auf der Blockchain. Die realisierte Marktkapitalisierung schrumpft, und Verkäufe mit Verlust dominieren die Marktaktivitäten. Zwei unabhängige Indikatoren, die 30-tägige Veränderung der realisierten Marktkapitalisierung und der angepasste SOPR, deuten auf dasselbe Stressregime hin.
Im Bericht vom 10. Juni erklärte Adler, dass die realisierte Marktkapitalisierung von Bitcoin seit ihrem Höchststand Mitte Mai um etwa $12 Milliarden gesunken ist, von etwa $1,087 Billionen auf $1,075 Billionen. Die 30-tägige prozentuale Veränderung der realisierten Marktkapitalisierung fiel auf -1,1 %, was das erste Mal seit Mitte März ist, dass die Kapitalabflüsse dieses Niveau erreicht haben.
Beschleunigte Abflüsse der realisierten Marktkapitalisierung
Die realisierte Marktkapitalisierung misst den Gesamtwert von Bitcoin basierend auf dem Preis, zu dem jede Münze zuletzt bewegt wurde, und dient als nützlicher Indikator dafür, ob Kapital in das Netzwerk ein- oder ausströmt. Laut Adler ist die aktuelle Entwicklung nicht nur eine leichte Verschlechterung. Die Geschwindigkeit der Schrumpfung hat sich stark beschleunigt.
Am 1. Juni lag die 30-tägige Veränderung der realisierten Marktkapitalisierung noch bei -0,15 %. Bis zum 8. Juni fiel sie auf -1,1 %. Im gleichen Zeitraum sank der Bitcoin-Preis von $82.000 auf $63.000, was einem Rückgang von 23 % entspricht.
Adler verglich die aktuelle Situation mit der Kapitulationsphase im März, als derselbe Indikator auf -2,4 % fiel. Dies lässt Raum für weiteren Stress, falls die Abflüsse weiter zunehmen, obwohl der aktuelle Wert bereits ausreicht, um den Markt in ein ausgeprägtes negatives Regime zu versetzen.
Verkäufe mit Verlust bestätigen den Stress
Ein weiterer wichtiger Indikator ist der angepasste SOPR (aSOPR), der zeigt, ob auf der Blockchain bewegte Coins mit Gewinn oder Verlust verkauft werden. Ein Wert über 1 deutet auf Gewinnmitnahmen hin, ein Wert unter 1 auf Verlustrealisierung.
Laut Adler fiel der aSOPR SMA-30 am 28. Mai unter die kritische Schwelle von 1,0 und blieb 13 Tage lang darunter. Der aktuelle Wert von 0,987 impliziert, dass im Durchschnitt jede bewegte Münze mit einem Verlust von etwa 1,3 % verkauft wird.
Dies macht den aktuellen Rückgang mehr als nur eine Preiskorrektur. Die Struktur der Verkäufe hat sich verändert. Marktteilnehmer realisieren Verluste in einer Schwächephase.
Die Bedeutung liegt in der Übereinstimmung beider Indikatoren. Die realisierte Marktkapitalisierung zeigt den makroökonomischen Kapitalabfluss, während der aSOPR die internen Mechanismen dieses Abflusses erklärt. Beide Indikatoren beschreiben denselben Prozess aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Die realisierte Marktkapitalisierung erfasst das große Bild – Kapital verlässt das Netzwerk. Der aSOPR zeigt die internen Mechanismen dieser Bewegung – der Abfluss wird nicht durch Gewinnmitnahmen, sondern durch erzwungene Verkäufe mit Verlust angetrieben.
Adlers Bericht identifiziert eine klare Bedingung für einen Regimewechsel: Der aSOPR muss sich nach oben drehen und die Marke von 1,0 zurückerobern, während die Abflüsse der realisierten Marktkapitalisierung stabilisieren und sich wieder in Richtung Null bewegen müssen. Ohne diese beiden Signale bleibt der Markt in einem Kapitulationsregime.
Das Risiko besteht darin, dass der aktuelle Abflusszyklus sich in Richtung des März-Extrems von -2,4 % intensiviert. Eine solche Bewegung würde eine zweite Kapitulationswelle implizieren und könnte den Druck auf den Bitcoin-Preis aufrechterhalten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde BTC bei $61.828 gehandelt.

